Mode Giesler und Schuh Volk ordnen sich neu: Beide Betriebe ziehen um und sorgen damit für Bewegung in der Innenstadt.
So mancher Haslacher wird sich jüngst gefragt haben, ob es in der Stadt bald zwei neue Leerstände gibt. „Schuh Volk“ ist nämlich aus seinem Geschäft an der Hauptstraße ausgezogen ist und die Schaufenster sind mit Papier verhängt. Und bei Herren-Mode Giesler an der neuen Eisenbahnstraße ist Räumungsverkauf. „Wir ziehen um“ ist dort auf den Schildern zu lesen. Die Veränderungen in der Haslacher Innenstadt resultieren aber weder in Leerständen noch sind sie unabhängig voneinander. Die beiden nur wenige hundert Meter voneinander entfernt liegenden Geschäfte tauschen ihren Platz miteinander.
Schon im Sommer des vergangenen Jahres seien die Umzugspläne aufgekommen berichten Dirk und David Giesler im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir haben gehört, dass der Laden an der Hauptstraße frei wird“, berichten die beiden. Für den Umzug von Herrenmode Giesler von der Neuen Eisenbahnstraße an die Hauptstraße gebe es zwei Gründe: Am früheren Standort war Mode Giesler auf zwei Etagen verteilt. Der neue ist ebenerdig, übersichtlicher und so für die Mitarbeiter einfacher zu betreuen. Außerdem habe die Lage eine Rolle gespielt.
„Wir sehen die Zukunft an der Hauptstraße. Hier spielt sich das meiste ab, es ist langfristig der besser Standort für uns“, erklären die Gieslers. Auch nach dem Umzug bleibt die Miete Familiensache: Das Gebäude an der Neuen Eisenbahnstraße gehört Dirk Gieslers Onkel; das an der Hauptstraße dem Großvater beziehungsweise dem Vater. Zwar verkleinere sich die Verkaufsfläche von 360 auf 260 Quadratmeter, aber das sei kein Problem. Das Sortiment werde nicht verkleinert. „Wir werden das dadurch kompensieren, dass wir im neuen Laden alles auf einer Fläche haben“, so Dirk Giesler. Dafür wird unter anderem die Decke höher; vorher war sie abgehängt. Außerdem wurde das alte Lager von Schuh Volk der Verkaufsfläche zugeschlagen.
Verkaufsfläche verkleinert sich um 100 Quadratmeter
Mit dem Umzug an die Hauptstraße bekommt Mode Giesler ein komplett neues Inventar sowie ein neues Auftreten. Wie David Giesler ausführt soll dieses einen Industrielook mit Schwarzwaldoptik verbinden. „Wir wollen Heimat mit Moderne verbinden. So soll zum Beispiel die Kassenrückwand Holzschindeln wie in einem alten Schwarzwaldhaus bekommen“, führt er aus. Insgesamt soll die Aufenthaltsqualität im Laden erhöht werden und es soll dort nicht nur Mode verkauft, es soll auch ein Treffpunkt werden. Aus diesem Grund sind auch Veranstaltungen mit einer Kombination aus Shopping und Gastronomie angedacht. Desweiteren bekommt die Filiale auch neue Umkleiden mit drei verschiedenen Lichtoptionen sowie digitale Schaufenster.
Neben dem Sortiment bleibt die Zielgruppe aber die gleiche: junge Männer ab etwa 30 Jahren. „Unsere Idee war es immer, dass uns Männer nach dem Kauf ihres Hochzeitsanzugs für ihre legere und Freizeitkleidung weiter frequentieren“, erklärt David Giesler. Und noch etwas bleibt gleich: das Personal. „Wir behalten nach dem Umzug alle“, betonen Vater und Sohn Giesler. Momentan laufen noch die Umbauarbeiten. Derweil soll das alte Geschäft so leer wie möglich gekauft werden, damit der Umzug möglichst geräuschlos vonstatten gehen kann. Das „soft openig“, also die Öffnung für den Publikumsverkehr ist für den 26. Januar geplant. Ab dann können Kunden von 9 bis 18 Uhr einkaufen. Die offizielle Eröffnung am neuen Standort soll dann Mitte März erfolgen.
Als klar wurde, dass sie das Gebäude an der Neuen Eisenbahnstraße verlassen würden, hätten sie keine Sekunde daran gedacht, aus Haslach wegzuziehen, berichtet Lisa Volk-Winterer von „Schuh Volk“ im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir sind super gerne hier und glauben fest an den Standort“, betont sie.
Nachdem die Gieslers angekündigt hatten, ihr Geschäft von der Neuen Eisenbahnstraße in den bisherigen Laden von „Schuh Volk“ zu verlegen, habe man im beständigen Austausch mit Dirk Giesler gestanden, so Volk-Winterer. Als klar wurde, dass deren ehemaliger Laden frei wird, habe sich recht schnell die Idee entwickelt, dass „Schuh Volk“ diesen übernehmen könnte. Von den Gieslers erhielten die Volks die Kontaktdaten des Vermieters. „Dass wir einfach die Standorte tauschen würden, hat sich sehr schnell – innerhalb von vier Wochen – geklärt“, sagt Volk-Winterer. „Wir sind sehr zufrieden, wie alles lief.“
Der neue Standort biete für „Schuh Volk“ viele Vorteile, unter anderem dank der größeren Fläche. Nicht nur, weil das Lager eines Schuhladens Platz brauche: Schon seit einiger Zeit planen die Volks, einen großen „Kinder-Store“ anzubieten. „Wir wollen erster Ansprechpartner für Kinderschuhe im Kinzigtal werden“, umreißt Volk-Winterer dessen geplante Ausmaße. Aber auch bei den Damen- und Herrenschuhen sei es dank der rund 100 Quadratmeter mehr nun möglich, das Sortiment zu vergrößern. Die Auswahl soll deutlich erweitert werden. Dank der zwei Ebenen könnten die Abteilungen zudem klarer und ansprechender herausgearbeitet werden.
Zwar sei der neue Standort nicht mehr ganz so zentral wie der alte, doch der Parkplatz direkt beim Laden biete viele Vorteile. „Wir sind dann zwar nicht mehr in der Eins-a-Innenstadt, aber immer noch zentrumsnah. Und ein Parkplatz ist gerade für Kunden, die Kinderschuhe kaufen wollen, sehr wichtig. Da sehen wir das große Potenzial des Standorts“, fasst Volk-Winterer zusammen.
Genau wie die Gieslers wollen auch die Volks den Umzug nutzen, um ihr Geschäft anschließend in einem neuen Look zu präsentieren. Geplant ist ein komplett neues Interieur in modernem Ambiente. Die Übergabe des Gebäudes soll Anfang Februar stattfinden; renoviert wird dann im Laufe des Monats, sodass die offizielle Eröffnung für Ende Februar anvisiert ist.
Auch wenn sich bei „Schuh Volk“ einiges ändert: Die Gesichter bleiben dieselben. Das Personal wird übernommen, zudem sollen zwei neue Angestellte das Team am neuen Standort ergänzen. Volk-Winterer betont: „Wir sehen großes Potenzial für uns in Haslach – und deswegen wollen wir Vollgas geben.“
Das sagt der HGH
Martin Schwendemann als Vorsitzender des Haslacher Handels- und Gewerbevereins HGH zeigt sich erfreut über den „Tausch“ der Geschäfte. „Wir sind froh, dass beide Betriebe in Haslach einen Standort behalten“, erklärte er.