Eine echte Geduldsprobe: die B33-Ortsdurchfahrt in Haslach. Foto: Forth

Ortsumfahrung - Schallberechnung und Verkehrsprognose für Haslach stehen an.

Haslach - Die Untersuchungen zur Ortsumfahrung Haslach gehen voran. Erste Ergebnisse sind nun bekannt, aber weitere Prüfungen vor allem zu den verschiedenen Varianten der Umfahrung stehen noch auf dem Plan des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg.

 

Derzeit prüft das RP, inwieweit es den Wünschen der Stadt Haslach im Kinzigtal bei der Planung der Ortsumfahrung entgegenkommen kann, ohne die Belange des Hochwasserschutzes und des großräumigen Fernverkehrs wesentlich zu beeinträchtigen. Es untersucht dazu noch einmal die bisherige Bündelungsvariante sowie Varianten mit einer Verlagerung des Knotenpunkts nach Westen.

Die laufenden Untersuchungen haben bisher ergeben, dass die Ortsumfahrung unter Gesichtspunkten der Bautechnik und des Hochwasserschutzes sowohl zwei- als auch dreispurig realisiert werden kann, teilt das Regierungspräsidium mit.

Aus Gründen des Hochwasserschutzes sei eine Trassenführung hinter dem Hochwasserdamm zwar nicht möglich. Eine Absenkung der Trasse um ein bis zwei Meter sei jedoch grundsätzlich machbar. Allerdings seien hierfür je nach Tiefe der Absenkung eine Stützwand zur Kinzig hin oder ein grundwasserdichtes Trogbauwerk notwendig, heißt es in der Mitteilung des RP. Bei einer solchen Lösung würden die Stützwand beziehungsweise das Trogbauwerk auch die Funktion des Hochwasserschutzes zur Stadtseite hin übernehmen, sodass auf einen neuen Hochwasserdamm neben der Straße verzichtet werden könne. Die Sichtbarkeit der Fahrzeuge könne durch eine Bepflanzung der Böschung verringert werden.

Bei den Varianten mit einer Verlagerung des Knotenpunktes nach Westen sei noch zu prüfen, ob die zusätzliche Durchschneidung des Hochwasserrückhalteraums westlich der B 33-Brücke ausgeglichen werden kann.

Als nächstes wird das Regierungspräsidium nun die Verkehrsprognose und die Schallberechnung aktualisieren, die Machbarkeit und die Kosten des Retentionsausgleichs für die Varianten mit einer westlichen Verlagerung des Knotenpunkts prüfen und die Kosten von Zwei- und Dreispurigkeit sowie von Dammlage, Mittellage und Tieflage vergleichen. Die Ergebnisse werden anschließend den zuständigen Ministerien vorgelegt, für die insbesondere die Kosten eine wesentliche Rolle spielen. Über die aktuellen Zwischenergebnisse wird im Januar mit Bürgermeister Heinz Winkler und den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen beim Regierungspräsidium ein Informationsgespräch stattfinden.

Der Haslacher Stadtrat hatte im März dieses Jahres die bisherigen Beschlüsse für eine Tunnellösung bestätigt, gleichzeitig aber beschlossen, sich mit einer deutlich verbesserten oberirdischen Trassenvariante zu beschäftigen. Wesentliche Kritikpunkte gegenüber der bisherigen Planung waren die Dreispurigkeit und die von Schnellingen aus sichtbare Straßenführung direkt auf dem Hochwasserschutzdamm, heißt es in der Mitteilung weiter.

INFO:

Die Ortsumfahrung Haslach ist bereits seit Jahrzehnten Thema. Da der gesamte Verkehr der B 33 durch die Stadt fahren muss, bilden sich oft lange Rückstaus. Vor allem die vielen Ampeln sorgen oft für Verkehrsbehinderungen, wenn zu Hauptverkehrszeiten Menschen die Straße queren. Hierfür ist eine Unterführung im Gespräch. Neben der Ortsumfahrung, für die eine Trasse im Gespräch ist, ist ein Hauptstreitpunkt jedoch die Forderung nach einem Tunnel für Haslach. Eine Interessengemeinschaft setzt dafür ein. Als Vorbild dient dabei die Ortsumfahrung in Hausach, die ebenfalls durch einen Tunnel realisiert wurde.