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Haslach Weihnachtsausstellung ist abgesagt

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Die Haslacher Weihnachtsausstellung wird vor 2021 nicht mehr stattfinden. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Zell-Unterharmersbach - Die Weihnachtsausstellung im Fürstenberger Hof ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt und beliebt. Rund 15000 Gäste besuchen sie jedes Jahr. 2020 allerdings nicht: Die Ausstellung wird wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Lange hatten die Organisatoren gebangt und gehofft doch nun ist es amtlich: Die geplante Weihnachts- und Krippen­ausstellung, die diesmal unter dem Motto "Weihnachtsbäume und Weihnachtsträume" hätte stattfinden sollen, wird abgesagt.

Entscheidung fiel nicht leicht

In diesem Jahr war fest geplant, dass die Kulturhistorikerin Sylvia Schmon aus Metzingen-Grafenberg ihre einzigartige Ausstellung durch die jahrhundertealte Geschichte der Weihnacht und des Weihnachtsbaums zeigt. Mittelpunkt der Ausstellung sollten 30 geschmückte Weihnachtsbäume der verschiedenen Epochen sein. Mehr als 200 Jahre alte Christbaumständer, kleine und große Krippen, wahre Wunderwerke, Spielzeug als Weih­nachtsgeschenke, passende Möbelstücke und Model zum Springerlebacken, Postkarten und Weihnachtsbüchlein, Puppen mit beweglichen Gliedmaßen und rollenden Augen sollten Weihnachten in die Herzen der Besucher tragen.

Ein weiterer Höhepunkt sollte die erstmals in Deutschland gezeigte Riesenkrippe "Weihnachten in der Pro­vence" mit 50 Quadratmetern Fläche aus der weltberühmten Sammlung Paul Chaland, Marseille, sein. Im hinteren Drittel der oberen Tenne sollte ganz lebensnah ein Dorf in der Provence zur Weihnachtszeit mit mehr als 160 in der provencalischen Originaltracht gekleideten und beweglichen Figuren aufgebaut werden. So war es geplant.

Die Entscheidung, die Ausstellung abzusagen, fiel allen nicht leicht. In mehreren Besprechungen mit dem Museums- und dem Krippenteam wurde die Problematik ausführlich erörtert. Aber die wieder stark steigenden Zahlen der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen in Deutschland und im Elsass, das traditionell 40 Prozent aller Besucher stellt, ließen keine andere Möglichkeit zu, als die Ausstellung abzusagen. Denn viele der Helfer im Aufsichtspersonal gehörten der Hochrisikogruppe im Alter von mehr als 60 Jahren an, ebenso sind viele Besucher im höheren Alter und besonders gefährdet.

Museumsleiter Hans-Peter Wagner stellte klar: "Die Gesundheit und der Schutz der Besucher und unserer treuen Helfer steht über allem und ist oberstes Gebot." Dies unterstrich auch Bürgermeister Günter Pfundstein: "Wir haben keine andere Möglichkeit, als dieses Jahr die Krippenausstellung abzusagen. Ich bin überzeugt, dass nächstes Jahr noch eine schönere Krippenausstellung gezeigt werden kann."

Kuratorin steht voll hinter dem Entschluss

Der Vorschlag von Kassierer Rolf Metzler, über Zeitungsaufrufe nach Helfern zu suchen, die bereit sind, auch in der Corona-Zeit Dienst in der Ausstellung zu machen, fand keine Mehrheit. Enttäuscht und traurig zeigte sich Hotelier Paul Lehmann: "Mit dieser Entscheidung haben wir nun hier in Zell gar nichts mehr, was die Leute anzieht." Ortsvorsteher Ludwig Schütze schloss sich dem Votum und der Empfehlung von Hans-Peter Wagner und Günter Pfundstein an.

Traurig war auch Kunsthistorikerin Sylvia Schmon, die aber gleich wieder das Positive in der Entscheidung, abzusagen, sah: "Mit der schweren Corona-Last auf dem Rücken hätten wir alle die ganzen sechs Wochen mit den schweren bedrohenden Gedanken leben müssen, dass jemand durch die großen Besuchermengen und die engen Räume schwer erkrankt und womöglich stirbt. Nach dieser nun getroffenen Entscheidung aber können wir jeden Morgen in der Weihnachtszeit aufwachen und uns freuen, mit der Absage für viele Menschen Gutes getan zu haben. Ich freue mich jetzt auf Weihnachten im nächsten Jahr."

Für das Krippenteam betonte Lioba Schmider: "Die Entscheidung ist absolut richtig und wir stehen alle voll und ganz dahinter, obwohl wir uns auf den Aufbau schon riesig gefreut hatten. Aber wir sind alle in der besonderen Verantwortung und dürfen deswegen nicht das kleinste Risiko eingehen."

Dennoch: Ganz trostlos wird der Advent und die Weihnachtszeit nicht verlaufen. Der Fürstenberger Hof und der Riesen-Tannenbaum am Fürstenberger Hof werden wie jedes Jahr leuchten. Der naturgetreue Stall mit der heiligen Familie wird ebenfalls aufgestellt und weihnachtliche Stimmung bringen. Und mit weihnachtlicher Musik und gemeinsamem Singen wird es auch dieses Jahr bestimmt am Fürstenberger Hof an einem Adventsabend Weih­nachten werden.

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