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Haslach i. K. Waisenkindern fehlt das Essen

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Armin Klausmann war im Februar in Uganda, um muslimischen Schülern den Fußball näher zu bringen. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Zuerst sind die Mahlzeiten von drei auf eine reduziert worden, jetzt gibt es für etwa 100 Waisenkinder nur noch Tee. Die Lage an der Archbishop Kiwanuca-Schule in Nakirebe ist dramatisch, wie das Haslacher Ehepaar Katja und Armin Klausmann berichtet.

Haslach. "Heute Morgen hat Brother John Kizito angerufen. Es ist furchtbar", erzählt Katja Klausmann aus der Schule in Uganda, die sie seit etwa drei Jahren unterstützen und über die der SchwaBo mehrfach berichtet hat. Unter den mehr als 1000 Schülern sind etwa 100 Waisen, die auch nach der staatlich angeordneten Schulschließung dort leben.

Das Essen sei aufgebraucht. "Die strikte Ausgangsbeschränkung macht das Überleben schwierig", ergänzt Armin Klausmann. "Der Lockdown ist deutlich strenger als hier in Deutschland, die Miliz ist überall und es wird auch geschossen." Offiziell gebe es derzeit 113 Corona-Fälle – in einem Land mit mehr als 40 Millionen Einwohnern.

Allein in der Nachbarschule sind elf Fälle registriert worden, in der Kiwanuca-Schule habe es bisher keine Tests gegeben. "Neben den Heuschrecken-Schwärmen, Überschwemmungen und dem neuen Coronavirus haben sie dort aber trotzdem noch Malaria und Aids. Und das bei einem Gesundheitssystem, das den Namen nicht verdient", verdeutlicht Armin Klausmann die Dramatik. Denn genau diese Kinder betroffener und verstorbener Eltern seien bei John Kizito an der Schule. Aktuell gäbe es in der Schule keinen Strom, was ein großes Gefahrenpotenzial darstelle.

Anfang Februar war Armin Klausmann zuletzt vor Ort, um Schüler, Lehrer und Trainer der muslimischen Lucalu-Schule in Sachen Fußball und "physical education" fortzubilden. "Diese Schule ist unterm Strich noch ärmer als die erste", bilanziert der Haslacher.

In der Provinz Butanbalu sei das nächste Zentrum etwa zehn Kilometer entfernt, zu Ugandas Hauptstadt Kampala betrage die Entfernung etwa 25 Kilometer. "Aber das bedeutet unter den dortigen Verhältnissen eine Tagesreise", erzählt Armin Klausmann. Es sei alles entweder extrem staubig – oder in der Regenzeit extrem matschig, Schlaglöcher und Bodenwellen würden ein schnelles Fahren unmöglich machen.

An der Lucalu-Schule finde der Unterricht ausschließlich im Freien statt, auch dort betrage die Klassengröße bis zu 120 Kinder. Im Vorfeld der Reise hatte er Gelder für die Ausrüstung mit Bällen, Leibchen und Hütchen von Nachbarn, Freunden und Bekannten bekommen, außerdem einen Laptop und 1000 Luftballons. "Die waren der absolute Hit bei den Kindern, die waren ganz verrückt", berichtet Klausmann und lacht.

Weniger zum Lachen ist die sanitäre Situation vor Ort. Statt Duschen gibt es einen Kanister, aus dem etwas Wasser abgefüllt und über sich geleert wird, das Plumpsklo steht weit abseits. Das sei schlecht, weil das Schulgelände nicht eingezäunt sei und Menschenraub sowie Kinderhandel eine reale Gefahr darstellen.

Während seines Aufenthalts hat Armin Klausmann eine Deutschlehrerin kennen gelernt, die an einer katholischen Schule in Masaka unterrichtete. "Diese Schule war in einem richtig guten Zustand, da hat man gemerkt, dass Geld da ist." Allerdings habe er über die Lehrerin auch eine Schule gesehen, die lediglich aus einem Bretterverschlag bestand. Dort habe er spontan mit etwas Geld unterstützt, damit die 350 Kinder etwas zu essen hatten. "Die Schule im Busch – das wird unser nächstes Projekt!", blickt Armin Klausmann voraus.

Eigentlich hätte jetzt der Verein zur Unterstützung der Archbishop Kiwanuca-Schule gegründet werden sollen. Aufgrund des Versammlungs-Verbots muss das noch warten. Bei seinem jüngsten Besuch hatte Armin Klausmann 350 Euro aus einer Klassenkasse des Haslacher Bildungszentrums im Gepäck, um die Trinkwasser-Situation weiter zu verbessern. Dafür wird dringend eine stärkere Pumpe benötigt, die vor Ort etwa 7000 Euro kostet. "Wir haben in Uganda eine Art Sparkasse angelegt, um dort Geld einzuzahlen, bis wir die Pumpe kaufen können", erklärte Katja Klausmann. Auch die Umzäunung des Geländes sei absolut dringend notwendig. Nach Klausmanns letztem Besuch sei der Schulleiter überfallen und attackiert worden. Wer helfen möchte, kann sich unter Telefon 07832/­97 53 79 bei Familie Klausmann melden.

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Lisa Kleinberger

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