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Haslach i. K. Suchen auch Sie eine Wohnung?

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Trotz der zuletzt erfolgten Ausweisung von etwa 60 Bauplätzen in der Gemeinde, unter anderem im Neubaugebiet "Auf der Rot", ist auch in Hofstetten der Wohnraum knapp. Foto: Gemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Wohnraum ist knapp zwischen Biberach und Hornberg. Obwohl Mietobjekte begehrt sind, stehen auch Häuser und Wohnungen leer. Woran liegt das und wie ist die Situation in den einzelnen Gemeinden? Der Schwabo hat sich in den Rathäusern umgehört.

Mittleres Kinzigtal. Im niedersächsischen Salzgitter stehen bundesweit die meisten Wohnungen leer, in München die wenigsten. In der bayerischen Hauptstadt beträgt die sogenannte Leerstandsquote rund 0,2 Prozent, obwohl die Mieten dort zu den höchsten im Land zählen. In Salzgitter ingegen liegt sie bei 9,8 Prozent. Wie sieht es im Kinzigtal aus?

Im Ländlichen Raum besteht ja häufig das Problem, dass für leerstehende Wohnungen keine Mieter gefunden werden können, weil Menschen lieber in die Ballungsräume ziehen.

In Haslach zum Beispiel hat sich die Zahl der Wohngebäude in den vergangenen zwölf Jahren kaum erhöht. 2004 gab es laut Statistischem Landesamt 1467 Wohngebäude in der Stadt, 2016 sind es 1524 gewesen – das ist ein Zuwachs von fast vier Prozent. Die Zahl der Wohnungen stieg in diesem Zeitraum sogar um 5,5 Prozent (von 3238 auf 3417). Dennoch kommen seit 2004 konstant durchschnittlich zwei Einwohner auf eine Wohnung.

"Insgesamt ist die Nachfrage größer als das Angebot", sagt Haslachs Bürgermeister Philipp Saar auf Anfrage des Schwabo, "dies liegt insbesondere an der Attraktivität der Stadt Haslach mit ihrer gesamten Infrastruktur." Im Bereich des günstigen Wohnraums sei das Angebot nochmals knapper, daher wolle sich die Stadt Haslach insbesondere im Sozialen Wohnungsbau engagieren.

Knapp sei der Wohnraum auch in Steinach, Hofstetten, Fischerbach, Mühlenbach, Hausach, Gutach und Hornberg, wie die Gemeinden mitteilen. "Eine Wohnung in Mühlenbach zu finden, ist relativ schwierig", sagt stellvertretend Christian Hofstetter, Hauptamtsleiter aus Mühlenbach. "Sobald Wohnungen ausgeschrieben werden, sind diese, wenn nicht unter der Hand vergeben, schnell vermietet. Dabei ist es relativ egal, ob sich die Wohnungen in der Stadtmitte oder im Außenbereich befinden."

Wenige unvermietete Objekte sind ein Problem

Leerstehende Gebäude oder Wohnungen spielen in diesem Zusammenhang allerdings nur begrenzt eine Rolle. "Gewisse Leerstände gibt es in Hausach wie in den meisten anderen vergleichbaren Städten. Diese sind allerdings entweder von den Eigentümern gewollt oder die Räumlichkeiten entsprechen nicht einem vom Wohnungsmarkt erwarteten Zustand", sagt Bürgermeister Wolfgang Hermann aus Hausach. In Mühlenbach sind leerstehende Wohnungen allmählich wegen der Flüchtlingsthematik in den Fokus gerückt. Auch in Steinach sind sie ein Thema, aber nicht das drängendste. In Fischerbach sind Haus- und Wohnungsbesitzer, die nicht vermieten, bereits mehrfach von der Gemeinde auf den engen Wohnungsmarkt hingewiesen worden, allerdings meistens ohne Erfolg.

Nur die Gemeinde Steinach hat leerstehende Gebäude im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) auch erhoben. Andere Gemeinden berichten, dass Leerstände aufgrund der Ge meindegröße entweder "leicht überschaubar" seien oder bislang eben nicht erhoben worden sind. In Hornberg ist eine solche Erhebung für das Jahr 2018 geplant.

Entsprechend können kaum konkrete Zahlen benannt werden: In Hornberg, Hofstetten und Haslach seien keine Schätzungen möglich, heißt es aus den Rathäusern, in Gut­ach gebe es drei leerstehende Gebäude, in Mühlenbach stehen etwa zehn Wohnungen leer, in Steinach sollen es 13 sein und rund 20 leerstehende Wohnungen oder Häuser werden aus Fischerbach gemeldet. Häufiger stehen Mietobjekte übrigens im Ortskern leer als an den Rändern der Gemeinden.

Dort, wo die Ursachen für Leerstände bekannt sind, handele es sich meist um persönliche Gründe der Eigentümer. Zum Beispiel ziehen Sterbefälle manchmal Erbschaftsstreitigkeiten nach sich. Manche Eigentümer bieten ihre leerstehenden Objekte aber auch einfach nicht zur Miete an, weil ihnen das zu aufwändig ist oder sie keine "fremden Leute" im Haus haben möchten. "Manche Eigentümer sind einfach nicht bereit, ihre Wohnungen zu vermieten", bringt es der Hauptamtsleiter von Mühlenbach auf den Punkt. Immer wieder werden Mietobjekte auch zu Konditionen angeboten, die der Markt einfach nicht hergibt – das heißt: Sie sind schlicht zu teuer.

Keine Mietspiegel in den Kinzigtal-Gemeinden

Mietspiegel gibt es für keine Gemeinde im Kinzigtal. Nach Auskunft der beiden Rathäuser liegt der Mietpreis in Hofstetten zwischen 5,50 und 7,50 Euro pro Quadratmeter, in Haslach für normalen privaten Wohnraum bei etwa sieben bis 7,50 Euro. "Nach oben findet man Wohnraum bis etwa neun Euro pro Qua­dratmeter, es gibt aber auch günstigere Wohnungen", sagt Bürgermeister Saar: "Die muss man allerdings finden."

Manche Gemeinden stehen mit Haus- oder Wohnungsbesitzern, die ihre Objekte weder bewohnen noch vermieten, in Kontakt. In Mühlenbach wurden diese wegen "der Suche nach geeignetem Wohnraum für Flüchtlinge von der Gemeinde kontaktiert und es wurde nachgefragt, ob eine Vermietung möglich wäre", sagt der Hauptamtsleiter. Auch in Steinach und Fischerbach haben solche Gespräche stattgefunden. Die Gemeinden sehen wenig Möglichkeiten, gegen solche Leerstände vorzugehen, und deshalb sind außer Gesprächen auch keine weiteren Maßnahmen angedacht. Für Claudia Schmid, die Verwaltungsleiterin aus Fischerbach, stellt "Zwang keine Lösung dar. Die Gemeinde sollte mit den Betroffenen im Gespräch bleiben."

Vermieter können nicht frei entscheiden, ob sie eine Wohnung vermieten wollen oder nicht. Wenn Wohnraum knapp ist, können Gemeinden zum Beispiel ein Zweckentfremdungsverbot erlassen und damit etwa die Vermietung als Ferienwohnung oder auch einen Leerstand verbieten, der über einen bestimmten Zeitraum hinausgeht. Für Vermieter kann dann ein Bußgeld fällig werden. Wird gerade renoviert oder modernisiert, werden dann in der Regel Fristen eingeräumt, in denen die leere Wohnung natürlich kein Problem darstellt.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Haslach

Lisa Kleinberger

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