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Haslach i. K. Stadt bekommt letzte Chance auf B 33-Umfahrung

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Stau, Stau, Stau: Haslach ist im Kinzigtal ein ärgerliches Nadelöhr. Seit Jahrzehnten. Foto: Braun

Haslach - Etwa 26 500 Autos und Laster quälen sich Tag für Tag durch das Nadelöhr der Kinzigtal-Stadt Haslach im Ortenaukreis. Und das schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Die geplante Umfahrung dieser Engstelle der Bundesstraße 33 beschäftigt Kommunal- und Bundespolitiker sowie Verkehrsplaner buchstäblich seit Menschengedenken. Es gab quälend lange Debatten und natürlich reichlich Streit. Doch nun scheint sich eine realistische Lösung für die wichtige Querverbindung zwischen der Autobahn A5 im Rheintal und der A81 bei Rottweil und Villingen-Schwenningen anzubahnen.

Am Mittwochabend legte das Regierungspräsidium Freiburg einen Trassenvorschlag auf den Tisch, der so etwas ist wie die letzte Chance für die verkehrsgeplagten Haslacher und die vielen Tausend Pendler. Bei der Vorstellung dieser Pläne platzte die Stadthalle am Mittwochabend fast aus den Nähten. Rund 800 Bürger waren gekommen. Es gab viel Beifall.

Seit zweieinhalb Jahren ist Philipp Saar (CDU) Bürgermeister der 7000-Einwohner-Stadt. Schon als der 41-Jährige noch in Windeln lag, tobte in Haslach längst die Debatte, wie man den lästigen Verkehr aus dem Ort herausbringen könnte. In anderen Orten im Kinzigtal, Wolfach, Hornberg und Hausach zum Beispiel, fanden die Straßenplaner vor Jahrzehnten bereits Geld und Wege, die Bundesstraße in entlastende Tunnels zu packen.

1000 Unterschriften von Bürgern gesammelt

Einen solchen hatten die Haslacher auch immer vehement gefordert. 1000 Unterschriften von Bürgern wurden gesammelt, eine Interessengemeinschaft gründete sich, Transparente entlang der B 33 wurden aufgestellt und in all den Jahren mehr als 1500 Zeitungsbeiträge zum Thema Umfahrung geschrieben. Zuletzt stemmte sich der Haslacher Stadtrat vor acht Jahren deutlich gegen eine oberirdische Umfahrungslösung und pochte auf einen Tunnel. 200 Millionen Euro hätte er wohl gekostet. Doch der kam nicht.

Dafür trat Bürgermeister Saar vor zwei Jahren sein Amt an. Die Umfahrung, das wusste er, würde auch für ihn das dickste Brett seiner Amtszeit sein. Seinen Vorgängern war es nicht gelungen, Planer, Bürger, Gemeinderat und den Bund als Träger der B 33 auf eine Linie zu bringen. Doch Saar setzte den Bohrer für das B33-Brett an den richtigen Stellen an. Er kennt die Welt der Berliner Ministerien und er hat den CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (Emmendingen/Lahr) an seiner Seite. Beide wissen, wann es gilt, Chancen zu nutzen.

Eine solche bietet sich jetzt für die B­ 33. Das Regierungspräsidium bietet eine oberirdische Lösung an, die den Verkehr auf dem Damm der Kinzig an der Innenstadt vorbeiführt. Allerdings nur mit zwei Spuren, drei waren mal erhofft gewesen. Im Westen soll sich eine große Brücke über die Kinzig schmiegen. Im Osten, Richtung Hausach, könnte die B 33 mit einer Untertunnelung die Gleise der Schwarzwaldbahn und einen Kinzig-Kanal unterqueren. Die Kosten? Rund 80 Millionen Euro, grob geschätzt.

Bis zur Fertigstellung dauert es zwölf Jahre

Nach der gestrigen Präsentation dieser Pläne ist nun der Gemeinderat am Zug. Stimmt er zu, kann gebaut werden. Das würde dann allerdings nochmal zwölf Jahre dauern, sofern keine rechtlichen Einsprüche erfolgen. Sagt er nein, staut sich der Verkehr wohl noch bis in alle Ewigkeit. Doch Bürgermeister Saar ist optimistisch: "Heute wird hier Geschichte geschrieben", sagte er am Mittwochabend.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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