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Haslach i. K. Poller sollen Durchfahrt verhindern

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Bald ist hier für Autofahrer am Wochenende endgültig Schluss: Die Durchfahrt beim Rathaus (links) und am Notariat vorbei (rechts) werden jeweils mit Pollern versperrt, um das bereits geltende Durchfahrtsverbot durchzusetzen. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Das Durchfahrtsverbot in der Haslacher Innenstadt am Wochenende hat durchaus Nachbesserungsbedarf. Das ist nicht neu. Der Gemeinderat entschied am Dienstagabend, weitere Poller aufzustellen.

Haslach. Damit soll das Durchfahrtsverbot weiter forciert werden. Denn obwohl Autofahrer samstags ab 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig eigentlich nicht durch die Altstadt fahren dürfen, wird dieses Verbot größtenteils ignoriert. Der Einbau eines versenkbaren Pollers und gestalterische Maßnahmen mit großen Blumenkübeln beim Rathaus hatten bislang ebenso wenig Erfolg wie das Aufstellen von Warnbaken.

Die zum Preis von 1800 Euro anzuschaffenden vier Poller sollen nun die wichtigste Achse dicht machen: Ergänzend zum bestehenden Poller beim Rathaus und auf Höhe des Notariats sollen sie endgültig dafür sorgen, dass kein Fahrzeug mehr verbotenerweise durch die Stadt fährt.

Bürgermeister Philipp Saar machte deutlich, dass in der Altstadt verschiedene Interessen aufeinander treffen. Denn natürlich müssen – unabhängig von einer Sperrung – die Bewohner ihre Wohnungen erreichen können.

Saar informierte zudem darüber, dass der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung im Mai einen Vorschlag der Verwaltung abgelehnt hatte, den Verkehrsfluss zu überwachen. Das hätte mit stationärer Messtechnik erfolgen sollen. Stattdessen war der Auftrag an die Verwaltung erteilt worden, die nun zur Diskussion stehende Variante zu prüfen.

Ob diese vier Poller genug seien, hinterfragte Martin Schaeffer (Grüne). Das Durchfahrverbot bestehe immerhin ab der Sparkasse. Seiner Ansicht nach würde der Vorstoß nicht ausreichen. Saar antwortete, die Poller könnten aus einem einfachen Grund nicht weiter vorgezogen werden: Nämlich, dass die Anwohner und auch Lieferverkehr immer noch den Innenstadtbereich anfahren können müsse. "Der Vorschlag der Verwaltung ist der einzig mögliche Kompromiss, den wir sehen. Wir gewährleisten, dass diejenigen, die es dürfen, einfahren können, und dass diejenigen, die es nicht sollen, nicht durch die Stadt fahren können."

Lars Giesler (FW) betitelte die Diskussion ums Durchfahrtsverbot als unendliche Geschichte. Zwar folge die Fraktion dem Vorschlag der Verwaltung, allerdings habe sie Bedenken, inwiefern die Lösung praktikabel sei. Die Poller müssen jeweils von Bauhof-Mitarbeitern aufgestellt werden. Zudem fragte er, ob es nicht sinnvoller sei, mit der Maßnahme bis zur Wiedereröffnung der Neuen Eisenbahnstraße zu warten.

Anwohner nicht aussperren

Saar rekapitulierte in diesem Zusammenhang, warum die Einrichtung einer Fußgängerzone nicht verfolgt wird – bekanntlich ist die Stadt nach Aussagen von Experten zu klein dafür. Eine Ausweitung der Verkehrskontrollen sei für die Stadt nicht möglich, denn das Ordnungsamt dürfe nur den stehenden Verkehr kontrollieren. Für den fahrenden ist die Polizei zuständig, in deren Aufgabenbereich bei bekanntlich angespannter Personallage aber deutlich mehr fällt.

"Es gibt einfach kein gescheites Konzept, wenn wir nur halbe Sachen machen", meinte Schaeffer und forderte mehr Mut. "Meiner Ansicht nach muss der Verkehr von Samstag- bis Sonntagabend raus aus der Hauptstraße und dem Inneren Graben."

Saar hakte nach: Wie dargelegt, gebe es mit den Anwohnern oder mit Kirchgängern Menschen, die berechtigterweise auch am Wochenende in die Innenstadt einfahren wollten. "Wie könnte man denen Ihrer Ansicht nach gerecht werden?" Kirchgänger könnten beispielsweise darum gebeten werden, aus Richtung Mühlenbacher Straße anzufahren, schlug Schaeffer vor. Außerdem gebe es immer noch die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen. Zudem sei er davon überzeugt, dass die Anwohner selbst ein großes Interesse daran hätten, dass die Verkehrsbelastung geringer würde.

Schaeffers Parteikollege Andreas Fath fragte, ob nicht die soziale Kontrolle ausreiche. Das sei nicht der Fall, sagte Saar.

Der Verkehr in der Haslacher Innenstadt ist ein heißes Eisen. Dabei ist eins klar: Es allen Beteiligten hundertprozentig Recht zu machen, wird nicht funktionieren. Hier stehen sich tatsächlich einige starke Lager gegenüber: Die Einen wollen – und müssen! – ihre eigenen Wohnungen und Geschäfte auch am Wochenende mit ihrem Wagen erreichen können. Die Anderen wünschen sich eine sichere, autofreie Altstadt. Dem stehen wiederum wirtschaftliche Interessen gegenüber. Da muss ein Kompromiss her. Mit der Pollerlösung wird jetzt das bestehende Durchfahrtsverbot forciert, nicht mehr und nicht weniger. Denn die bloße Beschilderung, das ist am Wochenende regelmäßig zu beobachten, wird leider von den meisten Autofahrern ignoriert. Die Verwaltung hofft bei bisherigen "Wiederholungstätern" auf den erzieherischen Effekt: Wer einmal mitten in der Stadt wenden musste, weil er um die Poller nicht mehr herumkommt, wird die Stadt wohl demnächst wochenends meiden. Recht so – immerhin weisen Schilder rund um die Altstadt längst auf das Verbot hin. Bei Auswärtigen wird naturgemäß nicht unbedingt ein Lerneffekt greifen. Der wäre aber eigentlich auch gar nicht nötig, würden die Verkehrsteilnehmer sich einfach an die Schilder halten.

Der Haslacher Stadtrat beschloss am Dienstagabend mehrheitlich, die Poller anzuschaffen. Der Beschluss fiel bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.

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