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Haslach i. K. Menschheit lebt nun auf Kredit

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Klaus Armbruster (von links), Karl-Heinz Wössner, Barbara Buntic und Eberhard Müller informierten die Marktbesucher und sammelten Unterschriften gegen die Lieferung von Atomwaffen.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Mitglieder der BUND-Gruppe Mittleres Kinzigtal haben während des Haslacher Wochenmarktes am Samstag über den Erdüberlastungstag informiert. Mit der Resonanz waren die Verantwortlichen sehr zufrieden.

Haslach. In diesem Jahr hat die Welt am 22. August bereits alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die der Planet innerhalb eines Jahres erzeugen kann. Dass der Erdüberlastungstag in diesem Jahr 23 Tage später als im Vorjahr erreicht sei, wäre eindeutig der Corona-Krise und dem damit verbundenen Stillstand zu verdanken. Darin waren sich die BUND-Mitglieder einig. "Aber: ab heute leben wir auf Kredit", mahnte Klaus Armbruster.

Während am Samstag der Erdüberlastungstag erreicht war, sei der Deutschland-Überlastungstag bereits am 24. April dieses Jahres erreicht gewesen, in den USA sogar schon am 15. März. Armbruster verglich die weltweiten Ressourcen anschaulich mit einem Geldbetrag. "Wenn ich das Geld, das mir für ein ganzes Jahr zur Verfügung steht, bereits im April ausgegeben habe – brauche ich einen großen Kredit!", verglich er. Und der müsse zurück bezahlt werden. "Würden alle Länder so wirtschaften wie Deutschland, bräuchten wir drei Planeten", zeichnete Karl-Heinz Wössner ein düsteres Bild. Beim weltweiten Wirtschaften wie in den USA wären sogar fünf Planten notwendig.

"Wir beziehen unsere Ressourcen wie Lebensmittel, Rohstoffe und eben alles, was für die industrielle Produktion benötigt wird, mindestens zur Hälfte aus dem Ausland", erklärte Wössner und bilanzierte: "Wir leben über die Verhältnisse Anderer."

In Entwicklungsländern bleibt zu wenig übrig

Denn für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern bleibe zu wenig zum Leben übrig. Um Klima und Umwelt zu schützen werde einerseits in allen Bereichen auf eine größere Effizienz geachtet, im Gegenzug der Suffizienz aber zu wenig Beachtung geschenkt. "Und dabei benötigen wir gerade Überlegungen der Suffizienz, die für eine Begrenzung und ein ›Weniger‹ an Verbrauch steht", hob Karl-Heinz Wössner hervor. Jeder müsse sich selbst hinterfragen, was er wirklich brauche – und wie viel davon.

Eberhard Müller verwies auf die unwürdigen Umstände, unter denen beispielsweise Erze wie Coltan für die Produktion von Handys im Kongo abgebaut würden. "Mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ist es möglich, das Klima zu schützen, die biologische Vielfalt zu erhalten und soziale Gerechtigkeit zu schaffen", fasste Eberhard Müller das komplexe Thema zusammen. Geboten sei ein grundlegender Wandel der Produktions- und Lebensweise, was in erster Linie bedeute: Weniger. Weniger Energie- und Rohstoffverbrauch, weniger Müll, weniger Bodenversiegelung und weniger industrielle Landwirtschaft.

Neben den Infos rund um den Erdüberlastungstag sammelten die BUND-Mitglieder Unterschriften gegen die Lieferung von Atomwaffen. Vor dem Hintergrund des 75. Jahrestages des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima wurde die Aktion gestartet – und von vielen Haslacher Marktbesuchern unterschrieben. In der internationalen Organisation "Mayors for peace" (Bürgermeister für den Frieden) engagieren sich nach Angabe von Eberhard Müller 600 Deutsche Städte und Gemeinden gegen die Atomwaffen, federführend sei Hannover.

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