In den ehemaligen Räumen von PSE-Computer in Haslach könnte bald eine Krippengruppe entstehen. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Gremium bewilligt Krippe des Waldkindergarten-Betreibers – nach Diskussion um Zuschuss

Eine Krippengruppe am "Kanone"-Platz? Wenn es nach dem Willen des Betreibers des Waldkindergartens geht, könnte das schon bald Realität werden.

Haslach. Lena Vollmer, die beim Betreiber "Mehr Raum für Kinder" für die pädagogische Trägerentwicklung zuständig ist, stellte die Idee vor.

Die Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2018/2019 hätten erfordert, dass im katholischen Stadtkindergarten eine weitere Gruppe zur Kleinkindbetreuung eingerichtet wurde. Mit elf Gruppen hat die Einrichtung ihre Kapazitätsgrenzen erreicht – ein Ausbau der Kleinkindbetreuung ist jedoch notwendig. Die Verwaltung habe daraufhin mit der "Mehr Raum für Kinder" gesprochen, die grundsätzlich dazu bereit sei, eine Krippengruppe einzurichten. In Aussicht hat sie dafür die Räumlichkeiten des ehemaligen Geschäfts PSE-Computer.

Die Betreuungszeiten sind laut Vollmer grob von 7 bis 17 Uhr vorgesehen. Die Gruppe zur Betreuung von Kleinkindern im Alter bis zu drei Jahren könnte im Februar oder März eröffnet werden. Beantragt hatte der Betreiber einen Zuschuss seitens der Stadt in Höhe von 120 000 Euro. Etwa 80 Prozent entfallen laut Verwaltung allein auf die Personalkosten.

Während die Stadtverwaltung die Pläne befürwortete, gingen die Ratsmitglieder hart mit ihnen ins Gericht. Einigen Wortmeldungen war zu entnehmen, dass ihnen die vorgestellte Idee zu unausgegoren war. Dieter Auer (SPD) bezeichnete die Zusage von 120 000 Euro aus dem Antrag als "Blankoscheck", wenn nicht einmal der Mietvertrag unterzeichnet sei und die Laufzeit unklar sei – "wir wissen einfach noch zu wenig", kritisierte er.

Zudem war Auer nicht von der Eignung der Räumlichkeiten für eine Kleinkindbetreuung überzeugt. Während Vollmer sich in ihren Ausführungen über den kleinen Außenbereich gefreut hatte und den Standort mitten in der Stadt als ideal erachtete, meinte er, der Außenbereich sei zu klein. Außerdem müssten die Räume noch deutlich umgebaut werden. Die Kosten dafür, betonte Hauptamtsleiter Adrian Ritter, übernehme der Träger allerdings selbst.

David Eisenmann (CDU) hatte eingangs die Kinderbetreuung als großen Standortfaktor der Stadt hervorgehoben. Mit der Anmietung der PSE-Räume würde zudem ein Leerstand vermieden. In der Diskussion um die 120 000 Euro, die in der Beschlussvorlage benannt waren, verdeutlichte er die Alternative: "Das wäre, einen neuen Kindergarten zu bauen. Anders als mit diesem Vorschlag würden wir da das komplette Investitionsrisiko tragen."

Darauf, die 120 000 Euro Zuschuss zuzusagen, wollten sich die Gemeinderäte trotzdem nicht einlassen. Dem Betreiber reichte ein politisches Signal – so wurde die konkrete Summe aus der Beschlussvorlage gestrichen. Der Gemeinderat beschloss dann einstimmig, die geplante Gruppe in den Bedarfsplan der Stadt aufzunehmen und bewilligte einen Zuschuss "in vergleichbarer Höhe zu den anderen Kindergärten in Haslach".

Vorgesehen ist in der Krippengruppe die Betreuung von bis zu 14 Kindern. Auf Nachfrage von Herbert Himmelsbach (SPD) erläuterte Lena Vollmer seitens des Betreibers, dass diese Zahl durch sogenannte Sharing-Plätze erreicht werden könnte: Während eine Gruppe aus maximal zehn Kindern bestehen darf, könnten sich Eltern, die die Betreuung in der Krippe nicht an allen fünf Wochentagen benötigen, einen Platz teilen.