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Haslach i. K. Haslacher Gedenkstätte ausgezeichnet

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Foto: Schwarzwälder Bote

Die Gedenkstätten des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler sind mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden. Darunter ist auch die ehemalige Außenstelle "Vulkan" bei Haslach.

Haslach. "Mit dem Europäischen Kulturerb-Siegel wird unsere Arbeit in Zukunft höher bewertet", sagt Sören Fuß, Leiter der Gedenkstätte Vulkan bei Haslach. Das Wichtigste für ihn: "Es ist eine Auszeichnung, für die man sich nicht auf die Schulter klopft, sondern sie ist eine Verpflichtung, die Arbeit weiterzuführen und zu verstärken." Daher passe das Siegel auch "perfekt" in die Arbeit des Haslacher Gedenkstätten-Teams.

Künftig wollten er und seine Mitstreiter auch in der Öffentlichkeit verstärkt aktiv werden, um die Erinnerung an die Geschichte, wie sie sich auch bei Haslach zwischen 1944 und 1945 zugetragen hat, wach zu halten: "Damit man auch weiterhin wahrnimmt, was damals beim größten Kulturbruch in der Geschichte passiert ist", erklärt Fuß. "Gerade in jüngster Zeit erinnern menschenverachtende Parolen und volksverhetzende Wortwahl gewählter Politiker an die Anfänge der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte."

Auch für die Zukunft müsse man darauf achten, dass sich "ähnliche Strukturen" nicht wieder breit machten. Fuß weiter: "Unsere Arbeit soll zeigen, dass man für Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit einstehen muss."

In diesem Sinne startet der Gedenkstätten-Verein nun eine erste Aktion im Oktober: Im Haslacher Kapuzinerkloster wird eine Ausstellung von Acherner Schülern eröffnet, die sich mit dem schwierigen Thema Konzentrationslager und Judenverfolgung während des Dritten Reichs am Beispiel der Gedenkstätte Vulkan auseinandersetzten.

Die Haslacher Außenstelle ist nur eine von insgesamt 15 Gedenkstätten in Deutschland und in Frankreich. Das Siegel zeichnet im Besonderen die grenzüberschreitende Vermittlungsarbeit der Gedenkstätten des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof aus. Katrin Schütz, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, überreichte die Auszeichnungs-Plaketten im Haus der Wirtschaft in Stuttgart an die zwölf Gedenkstätten der baden-württembergischen Standorte. Die Gedenkstätte am Hauptlagerstandort Natzweiler und zwei weitere Außenlager in Frankreich haben die Auszeichnung ebenso erhalten.

"Diese Auszeichnung zeigt, wie wichtig die Gedenkstättenarbeit für die Völkerverständigung und die Stärkung gemeinsamer Werte in Europa ist. Sie erkennt in wunderbarer Weise die großartige Vermittlungsarbeit an, die seit vielen Jahren in den Gedenkstätten geleistet wird", sagt Schütz.

"Die Überlebenden haben die Werte der Solidarität weitergegeben, die in den Lagern auf eine harte Probe gestellt wurden, und legten damit den Grundstein für das Nachkriegseuropa", meinte Frédérique Neau-Dufour, Direktorin des Europäischen Zentrums des deportierten Widerstandskämpfers am Haupt-lagerstandort Natzweiler-Struthof zur Auszeichnung.

Dorothee Roos, Vorsitzende des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, zu dem auch der Haslacher Standort gehört, erläuterte: "Wir möchten das Netzwerk der damaligen Natzweiler-Lager beiderseits des Rheins für eine europäische Öffentlichkeit bekannter machen und die grenzübergreifende Erinnerungs- und Friedensarbeit der heutigen Gedenkstätten nachhaltig verankern."

Gefangene sollten in Stollen Teile für Motoren von Daimler herstellen

In den kommenden Jahren wollen sich die Gedenkstätten auf beidne Seiten des Rheins enger vernetzen. Die europäische Dimension der Lagerstandorte soll verstärkt in den Fokus rücken. Ein gemeinsames Internetportal, grenzüberschreitende Vermittlungsprojekte insbesondere für Schulklassen und ein erweitertes mehrsprachiges Angebot sind geplant.

Damit sollen Besucher etwa über die ehemalige KZ-Außenstelle bei Haslach erfahren, dass diese im September 1944 eingerichtet wurde und bis April 1945 bestand. In dieser Zeit sind dort 223 Menschen gestorben. In der Kleinstadt sollten die Gefangenen wegen Fliegerangriffen in Stollen Teile für Daimler-Motoren herstellen. Fertigungsanlagen hat man vereinzelt zwar herangeschafft, produziert wurde aber nie. Der Krieg war vorbei, bevor die Arbeiten beginnen konnten.

Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die einen bedeutenden europäischen und symbolischen Wert haben. Diese Stätten heben die gemeinsame Geschichte Europas, den Aufbau der Europäischen Union sowie die europäischen Werte und die Menschenrechte hervor, welche das Fundament der europäischen Integration bilden. Von den 25 Bewerbern im aktuellen Auswahlverfahren haben neun Stätten das Siegel zuerkannt bekommen, darunter auch die Gedenkstätten des KZs Natzweiler. Die Gesamtzahl der ausgezeichneten Stätten steigt damit auf insgesamt 38 in Europa.

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