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Haslach i. K. Die Lust am Einkaufsbummel fehlt

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Daniel Kienzler ist Inhaber von Sport Sandhas in Haslach. Wie viele Händler kämpft er mit den Folgen der Corona-Krise. Die Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) informierte sich am Montag über die Situation im Einzelhandel. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Die Zwangsschließungen haben den Handel hart getroffen. Auch nach der Öffnung der Geschäfte läuft es alles andere als rund. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser hat sich am Montag über Sorgen und Nöte der Einzelhändler informiert.

Haslach. Daniel Kienzler, Inhaber von Sport Sandhas in der Haslacher Engelstraße, hatte die Abgeordnete kontaktiert. Dass sie sein Anliegen Ernst nahm und den Betrieb besuchte, rechnete er ihr hoch an. Ebenso erfreut war er über die Soforthilfe, die ihn nach dem Lockdown schnell erreicht hatte.

Die Phase des Lockdowns bezeichnete Kienzler als "belastend". Es sei schön, wieder etwas machen zu können, "aber es ist zäh", erklärte er der Abgeordneten. Diese pflichtete ihm bei: "Das Geschäft läuft sicher nicht genau so weiter wie vor der Krise", sagte sie.

In der ersten Woche nach der Wiedereröffnung des Einzelhandels sei das Geschäft sehr gut gelaufen, blickte Kienzler zurück. Das deckt sich mit den Beobachtungen des Handels- und Gewerbevereins (HGH), wie dessen Geschäftsführer Martin Schwendemann später im Gespräch betonte. Doch gerade seit Einführung des Maskenpflicht beim Einkaufen seien die Umsätze wieder rapide zurückgegangen. Das sei so weit gegangen, dass sich am letzten Tag vor Einführung der Maskenpflicht sogar lange Schlangen vorm Geschäft gebildet hätten, so Kienzler. Manche Menschen kämen sich mit Maske einfach "doof" vor, andere reagieren eher trotzig.

Bei allem Verständnis für die Maßnahmen sieht Kienzler die Maskenpflicht im Handel kritisch. Seiner Ansicht nach würde es ausreichen, wenn beim Einkauf – wie überall – auf die Abstands- und Hygieneregeln geachtet würde. Der Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz gehöre für Viele eben noch nicht zur Normalität, meinte Boser. Sie gab zu bedenken, dass in allen Ländern, die die Beschränkungen bisher gelockert haben, eine entsprechende Pflicht gelte. Und die Infektionszahlen seien weiter rückläufig. Boser plädierte dafür, dass unter den Bürgern ein breiteres Verständnis für die Masken geschaffen werden müsste.

"Das ist längst da", befand Kienzler mit Blick auf die Kinzigtäler. Vor Ort versuche niemand, die Maskenpflicht zu boykottieren. "Die Menschen sind davon einfach genervt" – und gehen dann eben nicht einkaufen. Laut Schwendemann fatal: "Einkaufsstädte wie Haslach, aber auch Wolfach oder Hausach, leben davon, dass die Menschen Lust zum Einkaufen haben." Und genau die fehlt im Moment.

Kienzler beobachtet das konkret an den Warengruppen, die bei Sport Sandhas noch gekauft werden: Fahrradbekleidung, Lauf- oder Wanderschuhe. "Es sind reine Bedarfskäufe", die ihn momentan "über Wasser halten", wie er sagt.

Der Landesregierung sei bewusst, dass es weitere Hilfspakete geben müsse, sagte Boser. In dieser Woche werden Gespräche geführt. Auf einen Hinweis von Kienzler bejahte sie zudem, dass die Krankenversicherungs-Situation bei Selbstständigen neu bewertet werden müsste.

Schwendemann rückte die weiteren Branchen ins Licht, die noch immer mitten im Lockdown sind. Konkret wies er auf den "Fitnessturm" als großen Gesundheitsdienstleister im Kinzigtal und das Haslacher Kino hin. Boser antwortete, dass es für diese Betriebe einen Öffnungsplan des Wissenschaftsministeriums gebe. Lockerungen sollen nach derzeitigem Stand zum 1. Juni kommen.

Das alles hängt aber von der Frage ab, wie die Infektionszahlen sich entwickeln. "Das müssen wir abwarten", sagte Boser, die – wie alle – hofft, dass eine zweite Welle ausbleibt. Zumal die Bereitschaft der Bürger, eine weitere Runde mitzumachen, gering sein dürfte, meinte die Abgeordnete.

Bei aller Kritik betonte Kienzler aber auch, dass Sicherheit und Gesundheit das Wichtigste seien. "Wir brauchen Kundenfrequenz, keine Frage. Das darf aber nicht zu Lasten der Sicherheit gehen. Die Kunden müssen realisieren, dass der Einkauf im Einzelhandel sicher ist", betonte er.

Daniel Kienzler schlug für den Handel ein ähnliches Konzept für, wie es für die Gastronomie aufliegt: Dass nur die Kunden oder nur die Mitarbeiter beim Einkauf einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Boser betonte, der Infektionsschutz gehe vor, nahm den Vorschlag jedoch mit. Auf der anderen Seite plant der HGH diverse Aktionen, um seinen Händlern zur Seite zu stehen.

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