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Haslach i. K. "Die Ist-Situation ist unerträglich"

Von
Philipp Saar hat in Haslach als zweiter Kandidat den Hut in den Ring geworfen. Foto: Gräff

Haslach. Digitale Infrastruktur, eine Lösung in der Umfahrungsfrage, bezahlbarer Wohnraum und Unterstützung für Vereine: Bürgermeisterkandidat Philipp Saar will in Haslach zahlreiche zentrale Themen angehen. Dem Schwabo stand er Rede und Antwort.

Herr Saar, Sie sind bislang sehr offen auf die Haslacher zugegangen. Haben Sie ein gutes Gefühl für die Stadt und ihre Bürger bekommen?

Ich hatte noch nie ein schlechtes Gefühl. Die Menschen sind sehr offen auf mich zugegangen und haben sehr direkt ihre Wünsche, Sorgen und Nöte geäußert.

Was hat sich als Herzensangelegenheit für die Haslacher herauskristallisiert?

Das Thema Ortsumfahrung – aber natürlich ist Haslach mehr als die. Das habe ich besonders bei meinen Hausbesuchen bemerkt. Vor allem bezahlbarer Wohnraum für Jung und Alt. Dafür muss es eine Lösung geben. Es gibt eine hohe Nachfrage in Haslach, wir sind aber flächenmäßig beschränkt.

Haben Sie konkrete Ideen?

Brühl III muss weiterentwickelt werden, da ist die Stadt auch dran. Außerdem muss der Bestand geprüft werden. Da muss ich zugeben, dass ich mir selbst noch ein Bild machen muss.

Dann mal zum anderen großen Thema: Die B33. Wie wollen Sie es angehen?

Man kann sich schon hinstellen und sagen: Mit mir gibt’s den Tunnel, wählt mich! Wer das tut, muss aber gleichzeitig auch sagen, wie er das finanzieren möchte. Alles andere ist unseriös und reiner Populismus. Wir müssen über Kompromissmöglichkeiten nachdenken. Die Menschen vor Ort vermitteln mir überwiegend die Botschaft: Machen Sie endlich was. Die Ist-Situation ist unerträglich. Ein Tunnel wäre natürlich eine charmante Lösung. Aber die ganzen vergangenen Jahrzehnte gab es nicht eine Person auf Landes- oder Bundesebene, die diese Idee vorangetrieben hat. Wir müssen also von dem Weg abrücken, dass es keine Alternative zum Tunnel gibt.

Lässt sich in der Frage Einigkeit herstellen?

Politische Entscheidungen bedeuten nicht Einigkeit. Eine demokratische Entscheidung ist immer eine Mehrheitsentscheidung. Das kann mal knapp sein, das kann auch bedeuten, dass eine Entscheidung mal nicht so ausfällt, wie ich sie gerne hätte. Ich bin aber durchaus bereit, Gespräche zu führen, sofern sie auf der sachlich-konstruktiven Ebene stattfinden.

Die Vereinsarbeit wird hier sehr hoch gehalten. Allgemein sind aber immer weniger Menschen bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Kann eine Stadt in dieser Situation stützen?

Als Stadt können wir nicht in das Vereinsleben eingreifen. Wir können aber Rahmenbedingungen schaffen.

Und der Nachwuchs?

Das ist Aufgabe der Vereine. Im Gespräch mit den Vereinsvorsitzenden hat sich gezeigt, dass die Vereine, die früher groß waren, es heute vielleicht nicht mehr sind. Dafür haben andere extrem hohen Zulauf. Aber wenn eine Stadt für Vereine, für Kunst, für Kultur etwas tun kann, dann soll sie das auch tun. Und mit mir als Bürgermeister wird das auch passieren.

Welches Thema wird hier übersehen?

Sicher die Kanalisation. Das ist ein echter Klotz und wird auch richtig Geld kosten – und sehen wird’s niemand. Dann müssen wir das Thema Internet angehen. Die angestrebte Lösung mit dem Ortenauer Backbone-Netz ist okay, aber das dauert.

Die Telekom ist ja dran.

Die angestrebte 50 000er-Leitung ist nett. Aber wer heutzutage immer noch denkt, der Schwarzwald ist nur ein bisschen Bollenhut und Kuckucksuhr, hat nicht kapiert, dass wir hier Weltmarktführer haben. Wenn die mir im persönlichen Gespräch sagen: Wir haben heute schon Probleme, unsere Pläne zu bekommen und zu verschicken, weil das Internet nicht geht oder zu langsam ist, ist das ein massiver Standortnachteil. Auch das Thema Industriestandort Haslach muss man sich ansehen. Die Entwicklung Richtung Steinach ist ja leider begrenzt. Was sehr schade ist. Nach meinem Empfinden sollte man darüber in zwei, drei Jahren noch einmal nachdenken. Ich glaube, dass es heutzutage zu kurz gedacht ist, wenn man nur nach seinem eigenen Tellerrand sieht.  Die Fragen stellte Lisa Kleinberger.

INFO

Wahl in Haslach

In Interviews stehen die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Haslach Rede und Antwort zu ihren konkreten Ideen für die Stadt und ihre Bürger. Da Joachim Nitz wiederum nicht auf die Anfrage des Schwarzwälder Boten reagierte, erscheint von ihm kein Interview.

Ihre Redaktion vor Ort Haslach

Lisa Kleinberger

Fax: 07832 9752-15

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