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Haslach i. K. "Das Thema muss in die Köpfe"

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Jessica Toldrian (links) und Kordula Kovac im Gespräch mit Wolfgang Achnitz vom Schwarzwälder Boten Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Zu Gesprächsrunden zum Thema "Hebammenversorgung im Kinzigtal" lädt in den kommenden Wochen die CDU-Politikerin Kordula Kovac ein. Sie informiert bei diesen Terminen auch über ein bundesweit erstes Pilotprojekt zur Hebammenhilfe.

Haslach. Vor fast einem Jahr hat die ehemalige Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac den Verein "Netzwerk für Familien und Hebammen Ortenau" gegründet. Er setzt sich zum Ziel, die Versorgung mit Hebammenhilfe im ländlich geprägten Ortenaukreis zu verbessern. Seit dem Sommer wird der Verein dafür mit knapp 100 000 Euro aus Mitteln des Bundesprogramms für ländliche Entwicklung (Bule) gefördert.

"Es ist ganz ungewöhnlich, dass unser Projekt von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird", so Kovac. Normalerweise gehöre dieses Thema nämlich in das Gesundheitsressort. Um so dankbarer ist sie den Verantwortlichen in Berlin für die finanzielle Unterstützung ihrer Arbeit im Kinzigtal.

In einem ersten Schritt geht es dem neu gegründeten Verein um den Dialog mit allen Beteiligten: "Das Thema muss in die Köpfe der Menschen", sagt die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Wolfach.

Im Ortenaukreis, dem flächenmäßig größten Landkreis Baden-Württembergs, habe sich die medizinische Betreuung rund um die Geburt eines Kindes in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmend verschlechtert, sagen die Vereinsvorsitzende Cordula Kovac und Geschäftsführerin Jessica Toldrian im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Pilotprojekt erhält Förderung vom Bund

Die Gründe dafür seien vielschichtig, da sich die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Hebammen und Geburtshelfer grundlegend verändert haben. Unter anderem seien die Schließung von Geburtsstationen in kleineren Krankenhäusern, die geringe Vergütung, der Betreuungsschlüssel für die Vor- und Nachsorge, die weiter steigenden Haftpflichtprämien und der Nachwuchskräftemangel anzuführen. Für das Klinikum in Wolfach habe zuletzt trotz mehrfacher Ausschreibung auch kein Gynäkologe mehr gefunden werden können.

Der Verein will erreichen, dass werdende Eltern gemäß ihren Wünschen vor, während und nach der Geburt ihres Kindes wieder angemessen durch eine Hebamme betreut werden können.

Die Fördermittel werden vor allem für Personalkosten verwendet. Der Verein sucht ab sofort einen Nachfolger für die ausscheidende Geschäftsführerin Jessica Toldrian. Er oder sie soll dann zunächst eine Bestandsaufnahme machen: Wie viele und welche Hebammen gibt es in den Gemeinden des Ortenaukreises? Wie verteilen sie sich über die Fläche? Wo werden Kinder außerhalb von Kliniken geboren? Welcher Bedarf an Hebammen ist vorhanden?

Eine solche Erhebung gilt bundesweit als Pilotprojekt – nirgendwo sind solche Daten vorhanden. Sie aber sind die Grundlage, den so genannten Betreuungsschüssel zu verändern: Die Hebammen sollen zahlenmäßig und mit Blick auf ihr Leistungsspektrum befähigt werden, auf die Bedürfnisse werdender und junger Eltern eingehen zu können. Dies dient auch dazu, den ländlichen Raum für junge Familien attraktiv zu halten.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, auf dessen Grundlage ein Fragebogen entwickelt werden soll, will der Verein mit Hebammen, Medizinern und anderen Interessierten in den Dialog treten. Für diese Bestandsaufnahme werden in den nächsten Wochen mehrere Gesprächsrunden in der Ortenau veranstaltet. Die erste soll am Mittwoch, 14. Februar, um 19 Uhr im Gasthaus Storchen (Hauptstraße 35) in Haslach stattfinden. Darüber hinaus ist der Verein auch per E-Mail zu erreichen: contact@geburt-in-der-ortenau.de.

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Fax: 07832 9752-15

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