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Haslach i. K. Corona-Verordnung: Kitas starten in erweiterte Notbetreuung

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Dass sie "ihre" Kinder vermissen, verdeutlichen die Erzieherinnen im Haslacher Kindergarten seit April mit einem Banner. Foto: Störr

Mittleres Kinzigtal - Seit einer Woche spielen Kinder wieder in den Tagesstätten des Kinzigtals. Allerdings darf laut Corona-Verordnung nur maximal die Hälfte der zugelassenen Kinder einer Gruppe gleichzeitig vor Ort sein.

Erzieher und Eltern sind weiterhin vor Herausforderungen gestellt, ein direkter Vergleich der Regelungen einzelner Einrichtungen ist nicht möglich. Denn laut Corona-Verordnung haben in der Betreuung weiterhin die Kinder Vorrang, die bereits in der erweiterten Notbetreuung untergebracht sind – also Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, oder die eine Präsenzpflicht am Arbeitsplatz haben. Und gerade dieser Eltern-Anteil nimmt zu. Außerdem haben Kinder in der Betreuung Vorrang, bei denen ein besonderer Förderbedarf besteht. In den Eckpunkten für Umsetzungskonzepte schreibt das Kultusministerium Baden-Württembergs: "Die darüber hinaus gehenden Betreuungskapazitäten sollen für ein zeitweise, gegenüber dem Normalbetrieb reduziertes Angebot, für weitere Kinder genutzt werden".

Kindergarten Don Bosco Hornberg

Für Kindergartenleiterin Karin Sum ist die Umsetzung der Vorgaben wahnsinnig schwer, jeden Tag gebe es neue Zahlen für die Kinder der Notbetreuung. "Von den freien Plätzen bleibt die unbestimmte Zahl X, die belegt werden kann", verdeutlicht sie. So müssten in einer Elternschaft mit vielen systemrelevanten Berufen und hoher Präsenzpflicht am Arbeitsplatz sehr viel mehr Notbetreuungskapazitäten vorgehalten werden, als in einer anderen Elternschaft. Das mache die Planung der Belegung von freien Plätzen äußerst schwierig. "Mit der sowieso auf die Hälfte reduzierte Belegung kommt man da ganz schnell an seine Grenzen", erklärt die Kindergartenleiterin. Was den Eltern, Kommunen und Einrichtungen zugemutet werde, sei sehr belastend.

Kindergarten St. Barbara Hausach

"Die Freude der Kinder und ihre strahlenden Augen waren am Montag riesig", erzählt Kindergartenleiterin Ines Benz. Die erweiterte Notbetreuung sei mit 17 Kindern gut händelbar gewesen. Im reduzierten Regelbetrieb kämen jetzt alle Kinder im rollierenden System an zwei Tagen der Woche in die Einrichtung. Das Tragen von Alltagsmasken erweise sich als wenig praktikabel, auf die Hygiene-Regeln würden sich die Kinder gut einlassen. "Pädagogik und Erziehung funktionieren nicht ›aus der Ferne‹", meint die Kindergartenleiterin.

Katholischer Stadtkindergarten Haslach

Im Haslacher Kindergarten gehen Kinder ab drei Jahren im reduzierten Regelbetrieb zwischen einem und drei Tagen pro Woche in die Einrichtung. Kindergartenleiterin Sonja Nitz erklärte: "Wir haben jede Familie im Blick gehabt und die genauen Bedarfe ermittelt." Für Kinder unter drei Jahren wäre eine Neuaufnahme oder die Eingewöhnung derzeit lediglich für Eltern in systemrelevanten Berufen möglich. In der bisherigen Notbetreuung sei man zunächst mit wenigen Kindern gestartet und habe am Schluss 40 Kinder in sieben Gruppen mit ihren vertrauten Erzieherinnen betreut. Aufgrund der drei Gebäude des Haslacher Kindergartens sei die Umsetzung der Hygiene- und Abstands-Vorgaben sowie die Planung der Gruppenbelegungen eine arbeitsintensive Herausforderung gewesen. Doch die Regeln würden gut umgesetzt, die Hygiene sei bereits im Alltag integriert. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile habe man sich für die Durchführung der Pfingstferien entschlossen, wie sie im Ferienplan eingetragen sind.

Kindergarten St. Laurentius Wolfach

Die Wolfacher Einrichtung startete mit vier Gruppen in die erweiterte Notbetreuung gestartet, im reduzierten Regelbetrieb besucht jetzt jedes Kind an zwei Tagen der Woche die Einrichtung. "Die Kinder werden von den Eltern mit Mund-Nasen-Schutz bis zur Eingangstüre begleitet und dort in Empfang genommen", erklärt die kommissarische Leiterin Tatjana Gudelius. Zunächst habe es Bedenken gegeben, ob die Kinder nach der langen Zwangspause sich wieder gut zurecht finden würden. "Aber wir waren begeistert, wie die Kinder mitgemacht haben und wie groß ihre Freude war", so Gudelius. Dass die Erzieherinnen am ersten Tag vom Elternbeirat mit einem großen Geschenk-Korb für die kreativen Ideen während der Zwangspause überrascht wurden, freut die Kindergartenleiterin ganz besonders. "Das motiviert und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Kindergarten St. Josef Oberwolfach

"Es war schön, mal wieder Kinderlachen zu hören", blickt Kindergartenleiterin Simone Schmieder auf den ersten Tag zurück. Die Kinder hätten eine sehr große Freude daran gehabt, die Freunde zu treffen und mit ihnen zu spielen. Im wöchentlichen Wechsel gehen jeweils die Hälfte der Kinder morgen von halb acht bis 14 Uhr in den Kindergarten, die Kinder der Notbetreuung gehen täglich zu den üblichen Öffnungszeiten von sechs bis 18 Uhr. "Wir arbeiten eigentlich nach dem offenen Konzept", erklärt die Kindergartenleiterin. Aufgrund der Corona-Verordnung werde jetzt in geschlossenen Gruppen gearbeitet. Wie das nach der anvisierten Komplett-Öffnung Ende Juni funktionieren soll, müsse gut überlegt werden.

Kindergarten Unterm Regenbogen Gutach

"Die Kinder kommen gerne und haben sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Sie lachen und spielen unbeschwert", erklärte Kindergartenleiterin Annette Furtwängler. Zwei Drittel der belegbaren Plätze wären bereits für die erweiterte Notbetreuung ausgeschöpft und würden damit nicht mehr für das rollierende System zur Verfügung stehen. In Absprache mit der Kommune, dem Träger, der pädagogischen Fachbereichsleitung und der Kindergartenleitung sei für die Verteilung der verbleibenden Plätze eine Regelung getroffen worden, bei der Vorschulkinder an drei Tagen in der Woche betreut werden und alle anderen Kinder an einem Wochentag.

Bis spätestens Ende Juni sollen nach dem Willen der Landesregierung Kitas wieder vollständig geöffnet werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und den Kindergärten läuft überall sehr gut, wie eine generelle Öffnung aussehen kann, wird derzeit überlegt. "Was kommt, muss abgewartet werden", erklärt beispielsweise Kindergartenleiterin Bärbel Schwendemann (Sternschnuppe, Hausach). Solange die rechtlichen Grundlagen fehlen würden, seien alle Überlegungen eher hypothetisch. Unter den bisher gegebenen Hygiene- und Abstands-Regeln stellt sich in den Einrichtungen des Kinzigtals generell die Frage nach genügend Personal.

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