Für die B 33-Ortsumfahrung Haslachs wird im Westen eine neue Brücke über die Kinzig gebaut. (Grafik) Foto: Regierungspräsidium

Erste Gremien beraten über Pläne der Straßenplaner. Stadtratssitzung in zwei Wochen.

Haslach - Aller Voraussicht nach wird noch im März die Entscheidung darüber fallen, ob die Umgehung von Haslach mit einer neuen B 33-Trasse auf dem Kinzigdamm Wirklichkeit wird – oder nicht. Die ersten Gremien diskutieren die Pläne kommende Woche.

In der kommenden Woche tagen der Bollenbacher Ortschaftsrat und der Sonderausschuss Schnellingen. Beide kommunalen Gremien befassen sich mit der B 33-Umfahrung und den jetzt vom Regierungspräsidium vorgelegten neuen Planungen. Das geht aus den Tagesordnungen hervor, die unserer Zeitung vorliegen.

In der darauffolgenden Woche, am Dienstag, 17. März, tagt gemäß dem städtischen Sitzungsplan der Haslacher Stadtrat. Die Beratungen in Bollenbach und im Sonderausschuss gelten als Vor-Diskussion für den Gemeinderat, der dann am Ende das letzte Wort hat und den Daumen über das 80-Millionen-Projekt hebt oder senkt. Ob die B  33-Umfahrung im Gemeinderat tatsächlich schon in weniger als zwei Wochen entschieden wird, war am Mittwoch nicht endgültig zu erfahren. Bürgermeister Philipp Saar ist im Urlaub. Er hatte aber bei der Vorstellung der Pläne öffentlich betont, dass ihm eine schnelle Entscheidung des Stadtrates sehr am Herzen liege. Saar will das Eisen schmieden, so lange es noch heiß ist.

Saar sprach bei der Vorstellung der Pläne von einem "historischen Moment". Dass er die B 33-Pläne, die in der Stadthalle vor rund 800 Bürgern vorgestellt worden waren, gutheißt, hatte Saar deutlich erklärt. Auch, dass man Details nochmals besprechen müsse, die Chance auf eine Lösung des Dauerthemas aber nicht verstreichen lassen dürfe.

Ein Tunnel würde rund 200 Millionen kosten

Das Thema beschäftigt die Region seit Jahrzehnten: Die B  33 ist eine wichtige Querachse zwischen A 5 und A 81. In der Haslacher Ortsdurchfahrt gerät der Verkehr immer wieder ins Stocken. Die bestehende Straße schafft die – derzeit – 26.500 Autos täglich nicht, die durch Haslach rollen. Das belastet nicht nur die Haslacher, sondern wirkt sich auf Faktoren bis hin zur Wirtschaft aus.

Gegen eine oberirdische Trassenplanung hatte sich der damalige Stadtrat 2011 ausgesprochen. In der Folge wurde deutlich, dass eine Tunnel-Lösung weder auf Landes- noch auf Bundesebene unterstützt wird. Die Straßenplaner des Regierungspräsidiums hatten im vergangenen Monat aktuelle Zahlen dabei. Während sie mit Baukosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro und Unterhaltungskosten von 70.000 Euro jährlich bei der oberirdischen Trasse rechnen, ist ein Tunnel viel teurer: Geschätzte 200 Millionen Euro für den Bau und jährlich rund 650.000 Euro Kosten für den Unterhalt. Abteilungsleiter Claus Walther sagte im Februar in Haslach, der Bund habe gegen den Tunnel entschieden. "Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir am vorgestellten Paket festhalten."

Schon Saars Vorgänger Heinz Winkler hatte dicke Bretter gebohrt. Noch während Winklers letzter Amtszeit stellten die Planer dem Stadtrat eine Kompromisslösung vor. Anstatt eines Brückenbauwerks, das die neue B  33 im Osten an die bestehende Trasse Richtung Hausach anschließen sollte, schlug das Regierungspräsidium einen "Trog" vor: Der Anschluss erfolgt mit einer Unterführung der neuen Trasse unter der Bahn und dem Gewerbekanal hindurch. Für diesen Kompromiss gab es 2019 grünes Licht.

Der Ortschaftsrat Bollenbach tagt am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Einen Tag später diskutiert ab 19 Uhr der Sonderausschuss Schnellingen. Dieser befasst sich im ehemaligen Schulhaus mit der B  33-Planung. Bei beiden Gremien geht es um Stellungnahmen zur Planung.

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