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Haslach i. K. Ärztemangel wird zum Problem

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Für junge Ärzte ist der Ländliche Raum unattraktiv. Für die Versorgung im Ortenaukreis problematisch – in "regionalen Strukturgesprächen" sollen die Bürger nun mit Verantwortlichen über den aktuellen Stand und mögliche Lösungen sprechen. Foto: Symbolbild: Karmann

Mittleres Kinzigtal - Der Ländliche Raum steht vor strukturellen Herausforderungen, auch bei der medizinischen Versorgung. Das Landratsamt (LRA) Ortenaukreis sucht daher jetzt den Dialog mit den Bürgern. Die erste von kreisweit sechs Veranstaltungen findet heute statt.

Denn der Ortenaukreis sieht die Herausforderungen, die sich im Ländlichen Raum in Sachen Ärzteversorgung ergeben. Das LRA will den Bürgern die Möglichkeit geben, über die Zukunft der gesundheitlichen Versorgung zu diskutieren. Als Basis dienen, so teilt das LRA mit, die Ergebnisse einer Umfrage, die 2019 zur medizinischen Versorgung ausgeführt wurde.

Aber wie ist es überhaupt aktuell um die Infrastruktur im Kinzigtal bestellt? Auf Anfrage teilt das LRA mit, dass es im gesamten Kinzigtal derzeit 39 Fachärzte gibt, im Altkreis Wolfach 27. Diese verteilen sich aber nicht auf die Fläche.

Die Fachärzte im Altkreis Wolfach finden sich an ganzen drei Standorten: 20 in Haslach, vier in Hausach und drei in Wolfach. Wer aus Gutach zum Urologen möchte, hat in nächster Umgebung beispielsweise nur die Chance, einen Termin bei einem von zwei entsprechenden Fachärzten zu bekommen, die sich in Haslach angesiedelt haben.

Gynäkologen gibt es immerhin noch insgesamt fünf in allen drei "Ärzte-Städten" im Mittleren Kinzigtal. Hat sich Nachwuchs eingestellt, sieht es allerdings schon wieder anders aus: Nach Informationen unserer Zeitung hat die einzige Kinderarztpraxis im Umkreis, die sich in Haslach befindet, vor zwei Wochen die Aufnahme neuer Patienten gestoppt. Geschwisterkinder werden zwar noch behandelt. Die Praxis muss aber Eltern, die für ihr Erstgeborenes einen Mediziner suchen, an die nächstgelegene Kinderarztpraxis verweisen.

Der Ärztemangel auf dem Land scheint also schon heute Realität zu sein. Dörte Tillack, Fachärztin für Innere Medizin in Haslach und Leistungspartnerin von ›Gesundes Kinzigtal‹, meint beispielsweise: "In der universitären Ausbildung spielt das Thema hausärztliche Praxis leider eine untergeordnete Rolle. Dadurch kommen die positiven Faktoren, die mit einer Tätigkeit im ländlichen Raum verbunden sind, gar nicht zur Sprache." Diese positiven Faktoren sind unter anderem: "Ein gewachsenes und gutes Vertrauensverhältnis zu den meist sehr treuen Patienten und die Zusammenarbeit mit den Kollegen." Sie hat die Praxis in Haslach 2009 übernommen.

Trotz der positiven Fakten, so ist es auch im Diskussionspapier zu lesen, das das LRA für die Bürgergespräche veröffentlicht hat, "gibt es in ländlichen Regionen mehr ältere Patienten und weniger Ärzte". Für junge Ärzte sei der Ländliche Raum unattraktiv. Das bedeutet auch, dass in den kommenden Jahren mehr Hausärzte in Ruhestand gehen werden als nachwachsen.

Auch vor den Klinikstrukturen machen solche Entwicklungen nicht Halt. Bekanntlich hat der Kreistag im vergangenen Jahr eine Klinikreform beschlossen, die vorsieht, dass das Ortenau-Klinikum bis 2030 seine stationären Leistungen an nurmehr vier Standorten erbringt: Wolfach, Lahr, Offenburg und Achern.

Die Dialogabende sollen den Bürgern die Gelegenheit bieten, sich aktiv in die Konzeptentwicklung der künftigen Gesundheitsversorgung im Kreis einzubringen. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie die haus- und fachärztliche Versorgung, Notfallversorgung, Erreichbarkeit von Einrichtungen im Gesundheitswesen sowie Nachnutzungskonzepte mit Verzahnung bestehender Angebote.

Informationen zum aktuellen Stand der Gesundheitsversorgung sind verfügbar unter www.ortenaukreis.de/kgk. Das Papier "Gesundheit im Ortenaukreis" dient als Vorbereitung für die Bürgergespräche.

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