Närrische Langohren in groß und klein: Die Hasawedel der Bollemer Narrhalla waren bei der Fasnetseröffnung auf dem Dorfplatz zahlreich vertreten. Foto: Michael Daiker

Das Jubiläumsjahr der Narrhalla Boll wurde am Montag feierlich in der Dorfmitte eingeläutet. Neben dem Aufstellen des großen Narrenbaums gab es auch einige weitere traditionelle Programmpunkte.

Närrisch ging es auf dem Dorfplatz zu, als an Dreikönig die Hästräger anrückten, um die fünfte Jahreszeit einzuläuten: Insbesondere die Hasawedel im Hasen-Häs samt langohriger Masken – das Aushängeschild der Bollemer Narrhalla – waren zahlreich vertreten, als der Narrenbaum am Vormittag als Zeichen der nun einziehenden Narretei vom Narrenrat aufgestellt wurde.

 

Traditionell rief der Narrenchef Andre Göckel mit „Narri Narro endlich isch soweit, jetzt hemmer wieder Fasnetszeit“, die Boller Fasnet aus. In Versform wurde dann zu den Jubiläumsveranstaltungen eingeladen und die Narretei im Stadtteil vorgestellt. Wie sehr die Aktiven des Narrenvereins auf das Brauchtum im Ort stolz sind, wurde ebenfalls deutlich: „Hasa – Wedel seine mir – fiar dean Flecka a echte Zier“.

Zehn Täuflinge dürfen nun bei Umzügen mitlaufen

Und so freuen sich die Narren entsprechend, wenn wieder neue Hästräger in die Maskengruppe der „Hasa-Wedel“ aufgenommen werden können. Doch bevor diese bei den Umzügen mitlaufen dürfen, erhielten sie im Rahmen des Fasnetsauftakts auf dem Dorfplatz die Narrentaufe. Die Täuflinge Tim Bierfreund, Leni Kohler, Luis und Mats Lohmüller, Julia Manz, Maximilian Mayer, Moritz Müller, Jannik Remensperger, Anna Speidel und Fabienne Uhl wurden nach ihrem Versprechen, die Narrhalla Boll immer zu unterstützen – und einem kräftigen Schluck aus der Schüssel – in die „Hasaschar“ aufgenommen. Als echte Bollemer „Hasa-Wedel“ zeichnet die Täuflinge nun der zuvor erhaltene Original Boller Hasawedel aus.

Bei der Aufführung der Bollemer Narrensage stritten sich Stettener und Boller Jäger um den Hasen. Foto: Michael Daiker

Zur Aufführung kam dann auch wieder die Boller Narrensage um eine Hasenjagd: Laut dieser wurde bei dieser einst – sehr zum Frust der Grünröcke – nur ein Hase geschossen, um den sich die Jäger aus Boll und Stetten dann stritten, wem er nun gehöre. Nach genauem Vermessen der Ortsgrenzen wurde dann, so das Fasnetsspiel, folgendes festgestellt: „Die Bollemer fanden´s nicht toll – der Wams lag in Stetten, der Wedel in Boll“. An das Ergebnis erinnert auch das Hasen-Denkmal, welches die Narrenvereine aus Stetten und Boll im Jahr 1990 zusammen auf der Gemarkungsgrenze errichteten.

Zum Ausklang gab es heiße Würste und einiges zum Trinken

Die Zuschauer feierten anschließend bei Heiß- und Kaltgetränken sowie Würsten vom Rost mit den Hasa-Wedel auf dem Dorfplatz den Start in die Fasnet. Unter den Gästen auf dem Dorfplatz waren auch Jens Bürkle und Klaus Edelmann vom Präsidium des Narrenfreundschaftsringes Zollern-Alb.

So feiert die Narrenunft ihr 44. Jubiläum

Brauchtumsabend:
Am Freitag, 10. Januar, startet in der Festhalle ab 19 Uhr der Brauchtumsabend zum 44. Jubiläum der Narrenzunft als eingetragener Verein.

Tiermaskenumzug:
Das Jubiläum wird zudem am Sonntag, 12. Januar, ab 13.33 Uhr mit einem ersten großen Tiermaskenumzug in Boll gefeiert – es werden über 1000 Hästräger erwartet. Der Ort ist ab 11 Uhr bis Umzugsende gesperrt: Geparkt werden kann auf dem Lidl-Parkplatz an der Stettener Halde, dem Rewe-Parkplatz in der Holger Crafoord-Straße, an der Festhalle Stetten und am Friedhof Heiligkreuz. Die Haltestellen der Shuttlebusse sind „An der Stettener Halde“ und am Friedhof Heiligkreuz von 11 bis 13.30 Uhr, mit Rückfahrten von 15 bis 17.30 Uhr ab Haltestelle „Hinter dem Hölzle“