Nach dem Kantersieg gegen Lübeck-Schwartau steht für Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten Teil zwei der englische Woche an.
Bereits an diesem Mittwoch treten die Balinger beim TuS N-Lübbecke (20 Uhr, Merkur-Arena) an. HBW-Coach Matti Flohr erwartet einen heißen Kampf: „Mit Lübbecke erwartet uns direkt mal der Gegner, der am Sonntag in Bietigheim gewonnen hat. Der TuS ist gerade im Flow und sehr gut in Form.“ Lübbecke spiele „unangenehme Abwehrreihen“. Die Gastgeber variieren eine kompakte 6:0- mit einer offensiven 5:1-Verteidigung. „Das ist extrem herausfordernd zu bespielen“, präzisiert Flohr.
In der Offensive verfügt der aktuelle Tabellenelfte über eine gute Kreisläuferkooperation mit Nico Blaauw und Yannick Dräger. „Wir müssen auf jeden Fall gucken, dass wir diese Kreisachse in den Griff bekommen“, so Flohr.
Nach einer über weite Strecken ausgeglichenen ersten Halbzeit zerpflückte das Flohr-Team am vergangenen Freitag die Gäste vom VfL Lübeck-Schwartau mit 36:25 regelrecht. „Das hat mich sehr stolz gemacht“, meinte der Balinger Coach und hatte auch eine Erklärung für die Dominanz seiner Mannschaft.
Lob für zwei Youngster
Er stellte in der Halbzeitpause die Abwehr um und schenkte seinen Youngstern Till Wente und Bennet Strobel das Vertrauen im Mittelblock. „Ich gab ihnen die Vorgabe, dass sie sich nicht so weit reindrängen lassen sollen, und das haben die zwei sensationell gut gemacht.“
Elf Tore Differenz waren es am Ende. Was solche deutlichen Ergebnisse ausmachen können, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Dort stehen die „Gallier“ nur aufgrund des besseren Torverhältnisses im Vergleich zum HC Elbflorenz auf dem zweiten Tabellenplatz. Beide Teams haben 30:10 Punkte auf dem Konto, aber die Balinger weisen ein um 16 Treffer besseres Torverhältnis auf. Das würde auch am Ende der Saison den Ausschlag über Auf- oder Nichtaufstieg geben.
Ex-“Gallier“ am Ruder
Nun geht es also gegen den TuS N-Lübbecke, der das Kunststück vollbracht hat, Tabellenführer Bietigheim die erste Heimniederlage der Saison beizubringen. Spätestens seit Sonntagabend wissen die TuS-Verantwortlichen: Wir haben alles richtig gemacht. Im November hatten sie nämlich die Notbremse gezogen und Trainer Piotr Przybecki nach neun sieglosen Spielen von seinen Aufgaben entbunden. Neuer Chefcoach wurde der ehemalige Balinger Abwehrchef Davor Dominikovic. Als der Olympiasieger (2004) und ehemalige Weltmeister (2003) den TuS übernahm, hatten die Nettelstedter gerade einmal sechs Punkte auf dem Konto und damit nur einen mehr als der Tabellenvorletzte Krefeld. Seit November hat sich die Mannschaft bis auf den elften Tabellenplatz vorgearbeitet und den Anschluss ans vordere Mittelfeld hergestellt.
Unzufrieden ist Dominikovic mit der bisherigen Heimstärke seiner Mannschaft: „Nur ein Heimsieg in der ganzen Saison ist zu wenig. Das müssen wir ändern.“ Die „Gallier“ sind also gewarnt. Die Flohr-Sieben muss erneut an ihre Grenzen gehen.