Freudenstadt und Baiersbronn, zwei der wichtigsten Tourismusziele, gehen auf der CMT unter, der Nationalpark kann auch nicht punkten. Kritik gibt es an Optik, Konzept und Beratung.
2025 waren Freudenstadt und Baiersbronn die Stars auf der CMT: Einen Sonderstand für die Gartenschau „Tal X“, präsent auf dem Stand der Nationalparkregion und in Halle 9 bei den Fahrrad- und Wanderreisen. 2026 sind die Top-Ziele für die Reisemessen-Besucher (fast) völlig unsichtbar. Und der Stand der Nationalparkregion ist vielleicht einer der Verlierer der ganzen Reisemesse? Das findet zumindest Carola Broermann, CDU-Gemeinderätin von Freudenstadt.
Deutliche Kritik von CDU-Stadträtin Broermann Sie kritisiert den spärlichen Auftritt von Freudenstadt und Baiersbronn: „Die Darstellung auf der CMT ist ganz schlecht. Die Optik des Nationalparkregion-Standes ist daneben. Der Name eines Kuhkaffs neben dem anderen. Freudenstadt und Baiersbronn – die touristischen Bringer und Top-Ziele – verschwinden fast. Das ist eine völlige Fehlplanung.“
Touristik-Spezialistin: „Gartenschau-Potenzial verschenkt“
Dabei geht es Broermann – von der gleichnamigen TUI-Zielgebietsagentur mit Sitz in Freudenstadt – nicht nur um die Optik. Schwarz auf weiß-Namen in Kästchen, so wie ein Rathaus-Organigramm. Die Touristik-Spezialistin sagt: „Auch die Präsenz der Orte ist der Neukonzeption des Standes der Nationalparkregion zum Opfer gefallen. Bisher waren immer Freudenstadt und Baiersbronn auch als Orte und Region an den einzelnen Ständen mit Ansprechpartnern repräsentiert.“ Nicht mal die erfolgreiche Gartenschau „Tal X“ wird als optischer Anker genommen, um die Besucher vom letzten Jahr wieder auf den Stand zu locken. Broermann: „Jetzt gibt es nur noch ,Wander-Genuss‘ oder ,Bike Abenteuer‘. Die Chance, Touristen nach der erfolgreichen Gartenschau ,Tal X‘ gleich auf den Stand zu ziehen und den Kontakt zu vertiefen, wurde vertan.“
Stand-Mitarbeiter: „Wie soll ich so die Besucher gut beraten?“
Neukonzeption sorgt für Probleme Diese Neukonzeption sorgt wohl auch für Probleme bei der Beratung auf der CMT. Der Grund: Stand-Mitarbeiter haben Prospekte vor sich vom Renchtal, Achertal, Loßburg, Freudenstadt, Baiersbronn, Vier-Burgen-Weg oder Durbach. Eine Mitarbeiterin sagt in der Pause: „Völlig nervig, wenn die Besucher nach dem Renchtal fragen. Da kann ich nichts dazu sagen und habe keine Tipps. Und Zeit, Kollegen am Stand zu finden, die sich vor Ort auskennen, habe ich auch nicht.“
Freudenstadt und Baiersbronn sind nicht mal in Halle 9 bei den Rad- und Wanderreisen (Samstag bis Montag) vertreten – die Plattform für einzelne Kommunen oder kleinere Verbünde wie das „Neckar-Erlebnis-Tal“ (unter anderem Rottenburg, Horb, Sulz), um bei Tagestouristen zu punkten.
Peterstal-Griesbach und Nagold präsenter als Freudenstadt und Baiersbronn
Auf dem Schwarzwald-Stand in Halle 9 – bei dem Freudenstadt noch 2025 war – ist diesmal nur die Nationalparkregion vertreten. Frank Lemmer, Sachgebietsleiter Tourismus Nagold (davor Tourismus Freudenstadt) dagegen freut sich: „Bei uns auf dem Nagold-Stand ist der Prospekt ,7 Berge Wanderweg‘der Renner bei den Besuchern.“
Auch die Nationalpark-Region-Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach (Ortenaukreis) verlässt sich nicht auf den Nationalpark-Region-Stand. Sie wirbt in Halle 9 mit dem „Sinfoniesteig für Weitwanderer“ und mit dem Gesicht von Holger Bohnert vom Survi-Camp Schwarzwald.
Das sagen Michael Ruf und Adrian Sonder
So sind die Reaktionen auf die Kritik Wie fallen weitere Reaktionen aus? Michael Ruf, Bürgermeister von Baiersbronn und Aufsichtsrat der Nationalparkregion sagt: „Mir ist die Kritik zu Ohren gekommen. Im Aufsichtsrat ist die Neukonzeption des Standes für gut befunden worden. Wir wollten zeigen, dass wir eine Gemeinschaft sind. Wir werden das im Nachgang besprechen.“
Freudenstadt – unsichtbar auf der CMT. Oberbürgermeister Adrian Sonder reagiert schmallippig: „Dazu sage ich nichts. Es wurde eine neue Konzeption ausprobiert. Wir werden das kritisch prüfen.“
Wir haben den ursprünglichen Artikel korrigiert. Carola Broermann ist nicht Inhaberin des Reisebüros am Marktplatz in Freudenstadt, sondern repräsentiert als „ Broermann-Touristik“ die TUI-Zielgebietsagentur mit Sitz in Freudenstadt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. Myriam Geiser ist nicht Geschäftsführerin des Nationalparks, sondern der Nationalpark-Region.