Das Harmonikaorchester Salzstetten/Tumlingen spielt sich mit seinem facettenreichen und niveauvollen Jahreskonzert in die Herzen des Publikums. Foto: Walter Maier

Tastenkünstler lassen Filmmusiken lebendig werden. Das Harmonikaorchester glänzte im Gemeindesaal in Salzstetten.

Zu Höchstform lief das Harmonikaorchester Salzstetten/Tumlingen bei seinem Jahreskonzert auf. Unter der musikalischen Leitung und Moderation von Birgitt Schittenhelm boten die 23 Aktiven populäre Melodien aus Weihnachtsfilmen und das in exzellenter Qualität.

 

Voluminös eröffnet wurde der Konzertreigen mit dem ersten Satz aus der Sinfonia alla barocco“. Für über 100 Konzertbesuchern im festlich geschmückten Gemeindesaal erlebbar machten sie „Santa Claus“ aus der Filmkomödie „Das Wunder von Manhattan“, das 1934 auf Anhieb an die Spitze der Radio-Charts gelangte. Die achtjährige Musikschülerin Mila Mangold beeindruckte am Keyboard mit „In der Weihnachtsbäckerei“. Das ursprünglich ukrainische Volkslied „Carol oft the bells“ aus der amerikanischen Filmkomödie „Kevin allein zu Haus“ fand ebenso Gefallen wie die Titelmelodie aus dem sentimentalen Weihnachtsklassiker „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.

Yvonne Schittenhelm brilliert bei ihrem Solo

Das rhythmisch anspruchsvolle „Lass jetzt los“ aus einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, „Die Eiskönigin“ meisterte das Orchester mit Bravour. Die angehende Abiturientin und Dirigentin-Tochter Yvonne Schittenhelm (18) setzte der Erfolgsmelodie mit ihrem Solo auf der Geige die Krone auf. „White Christmas“ aus dem gleichnamigen Filmmusical wurde 1954 der erfolgreichste Film des Jahres. Der rhythmusvolle Wham-Song“ „Last Christmas“ beschreibt, dass man Liebeskummer überwinden kann: Kate lernt, dass sie manchmal einfach ihrem Herzen folgen muss, dann können Lebensfreude und Selbstvertrauen zurückkehren. Mit Advents- und Weihnachtsliedern zum Mitsingen stimmten alle im Saal auf die besinnlich-schöne Zeit der Christenheit ein.

Yonne Schittenhelm (18) adelt die Eiskönigin auf ihrer Violine. Foto: Walter Maier

Hits am Fließband im Unterhaltungsteil des Adventsnachmittags trugen die Handschrift von Musiklehrerin Birgitt Schittenhelm, die in ihrem Dirigat Ausdrucks- und Phrasierungsnuancen herauskitzelte. Aufhorchen ließ das Orchester mit dem „Amaro Tango“. Wahren Hörgenuss boten die Tastenkünstler mit interessanten Melodien aus dem Leonard Bernstein-Musical „West Side Story“, das hohe Konzentration erforderte. Mit effektvollen Akzentuierungen bestachen die Instrumentalisten beim Titel „Summer of 69“ von Bryan Adams & Jim Vallance. Tiefgang empfinden konnten die Zuhörer beim Flashdance-Song „What a feeling“ von Giorio Moroder. Dieser Nummer eins-Pop-Song wurde 1984 mit einem Oskar und einem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Keyboard-Musikschülerin Mila Mangold (8) erfreut mit „In der Weihnachtsbäckerei“. Foto: Walter Maier

Balsam auf die Seelen streichelte das Orchester mit der berührenden Ballade „The Rose“. Das beliebte „Cannstatter Zuckerle“ ertönte im Walzer-Takt. Mit der Zugabe „One moment in time“ erfüllte der Klangkörper Zugabe-Rufe. Viele schöne Momente wünschte das Birgitt Schittenhelm-Orchester mit der Herzens-Melodie „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Großer Applaus brandete auf.

Artur Wollensak zeigte sich emotional gerührt

Vorsitzender Artur Wollensak, der sich über den guten Besuch freute, zeigte sich emotional gerührt: „Ein tolles Konzert. Ihr habt das super gemacht!“ Er lobte die Aktiven ob ihrer Spielfreude und Musiklehrerin Birgitt Schittenhelm, der er akribische und exzellente Arbeit bescheinigte.

Aufmerksam und dankbar zeigt sich das Publikum beim Jahreskonzert. Foto: Walter Maier

„Die Eiskönigin“ habe intensive Probenarbeit in Anspruch genommen. Wollensak beschenkte die Gastspieler Karl-Heinz Molter, Schopfloch, sowie Daniela und Dominik Kluge, Baiersbronn. Zur rundum gelungenen Adventsfeier trugen Kuchen/Torten- sowie Plätzle- und erstmals Apfelbrot-Bäckerinnen bei.

Fröhliche Weihnacht überall

Moderatorin und Dirigentin Bigitt Schittenhelm
beschrieb die Rituale und Freuden der Advents- und Weihnachtszeit treffend: „Plätzchen backen, die Kerzen auf dem Adventskranz anzünden, jeden Tag ein Türchen im Kalender öffnen, auf einen Weihnachtsmarkt gehen, Geschenke basteln oder kaufen, Weihnachtslieder singen und gern einen Weihnachtsfilm anschauen.

Ortsvorsteher Friedrich Hassel
lobte das sehr hohe Niveau des Jahreskonzerts, das begeistert habe: „Es war ein sehr abwechslungsreiches und herzerwärmendes Konzert, das uns in die Adventszeit mitgenommen hat. Deutlich spürbar war, wie viel Zeit, Herzblut und Engagement in die Vorbereitung investiert worden sind.“

Mit einer beispielhaften Initiative hat Jutta Reitz
aus Salzstetten den Harmonikaverein unterstützt: Sie sammelte beim Gassi gehen 800 Flaschen und spendete den Leergutbetrag in Höhe von 100 Euro.

Auf den ersten Adventssonntag, 29. November 2026,
plant das Harmonikaorchester ein Kirchenkonzert in der St. Agatha-Kirche in Salzstetten.