Dirgentin Miriam Windt mit Youngsters und Aktivorchester Foto: Hartmut Schwäbl

Beim Jahreskonzert des Harmonika-Clubs Schönau im Bürgersaal konnte ein begeistertes Publikum in die Welt der Akkordeonmusik eintauchen.

Das Akkordeon ist Instrument des Jahres 2026. Es bietet eine große klangliche Bandbreite und gilt daher als eine Art Chamäleon unter den Instrumenten. Beim Jahreskonzert des Harmonika-Clubs Schönau im Bürgersaal konnte ein begeistertes Publikum dies am vergangenen Samstag eindrucksvoll erleben und in die Welt der Akkordeonmusik eintauchen.

 

Wilder Nachwuchs

Was würde besser zum Auftakts des jungen wilden Nachwuchses der Youngstars des Orchesters passen als „Born to be wild“ von Mars Bonfire? Dass musikalisches Feuer generationenübergreifend ist, zeigte sich daran, dass wegen der abiturprüfungsbedingt ausgedünnten Reihen der Jungmusiker der erste Konzertteil zusammen mit dem gesamten Orchester stattfand. Allstars eben, stellten die mit Tiefgang und Humor durch das gesamte Programm des Abends führenden Jung-Ansager David Schäfer und Jonas Schulzke schmunzelnd fest. Der Strauß an Harmonikastücken mit „Conquest of Paradise“ (Vangelis), „Achtung! Piraten“ (Goffrey D. Barlow), Dreamcatcher (Jürgen Schmieder) und Flowers (M. Cyrus, G. A. Hein, M. Pollack) hatte es in sich. Dirigentin des ersten Teils Miriam Windt und die Musizierenden zeigten bereits eindrucksvoll, wie gefühlvoll und klangdynamisch Akkordeonmusik sein kann.

Gefühlvoll und dynamisch

Nun übernahm Carmen Windt, Mutter von der nun am Klavier begleitenden Miriam Windt, den Dirigentenstab. Die Freude, Musik stimmungsvoll Ausdruck zu geben, war ihr und den ehrenamtlich Musizierenden ins Gesicht geschrieben, dies rhythmisch bereichert durch die Schlagzeugbegleitung des Gastmusikers Jan Kilchling.

Peter Bankes „1980-F“ – der Song hatte zum Film „Blues Brothers geführt“ – und das anschließende, von Marc-Oliver Brehm arrangierte Medley „Blues Brothers eröffneten den zweiten, vom Aktivorchester gestalteten Teil.

Eine Brücke zur Barockmusik schlug das aus dem Jahr 1996 von Karl Jenkins komponierte Stück „Palladio“. Das von Jürgen Moll arrangierte Medley „Best of Roy Orbinson“ – Elvis Presley hatte Orbinson einst als den größten Sänger überhaupt bezeichnet – ließ das Publikum in Songs wie „You got it“ oder „Pretty Woman“ schwelgen. Filmmusik aus „Game of Thrones“ von Ramin Djawadi war nun an der Reihe.

Animiert von den Ansagern, bei „Sweet Caroline“ – der Briten liebster Fußballstadionsong – mitfeiern zu dürfen, stimmte das Publikum prompt gesanglich in den Refrain ein. Auf den 50er-Jahre Klassiker „Sway“ des Mexikaners Pablo Beltrán Ruiz folgte mit „Sound of Silence“ von Paul Simon etwas, das unter die Haut ging. Mit „Supertramp Greatest Hits“, dem von Wolfgang Ruß arrangierten Medley zu Songs der beliebten 1970er-Jahre-Band boten die Musiker des Harmonikaclubs einen krönenden Abschluss.

Bei der vom Publikum geforderten Zugabe „Major Tom“ stimmte dieses gesanglich ein, und die Musiker durften sich erst nach einer weiteren Zugabe im wahrsten Sinne des Wortes loslösen.