Vom Hardthausweiher ist nicht mehr viel zu sehen. Foto: Alt

Die Stadt möchte den Hardthausweiher an der B27 in Teilen einem besonderen Landschaftsarchitekten übergeben – dem Biber. Dabei sollte der See eigentlich saniert werden.

Knapp acht Jahre ist es her, da spielten sich am Hardthausweiher dramatische Szenen ab. Sturzbachartig war das Wasser aus dem See herausgelaufen. Wegen eines Lecks im Mönch – der Abfluss- und Stauvorrichtung – drohte der Weiher leerzulaufen und ein massenhaftes Fischsterben auszulösen. Dabei waren die Tiere durch den Hitze-Sommer 2018 ohnehin stark gestresst.

 

Den Anglern gelang es damals das Loch zu stopfen und Schlimmeres abzuwenden. Der Hardthausweiher aber war seither ein Patient, der sich nicht so recht wieder erholen wollte. Eine Grundsanierung schien unumgänglich.

Dauerpatient

Vier Jahre und etliche Sandsäcke zur Abdichtung des Mönchs später beklagte der Pächter des Gewässers, der Sportangelverein Rottweil, nach wie vor den Zustand des Weihers. Von einem „Ökozid“ war die Rede. Im Sommer sank der Wasserstand des 3,5 Hektar großen Sees drastisch, Fische verendeten, Vögel, die sonst vom Wasser geschützt nisten, waren für Fuchs und Co. leichte Beute.

Die Stadt als Eigentümerin des Gewässers gab 2023 dann eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, um zu ergründen, welche langfristige, nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen es für den Weiher geben könnte. Unter 380 000 Euro war eine Sanierung allerdings nicht zu bekommen. Zu teuer, befand man im Rathaus – weshalb diese Variante nicht weiterverfolgt wurde.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der Schlamm im Weiher weist eine hohe Schadstoffbelastung auf. Benzol, Schwermetalle und PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) werden über den Vollochbach eingetragen, der wiederum das Wasser von der Bundesstraße abführt.

Die Planungen

Dass nun ausgerechnet der Biber dem Hardthausweiher zu einer Zukunft verhelfen könnte, dürfte für eine Überraschung sorgen. Ihm soll in Teilen das Gewässer zur freien Gestaltung übergeben werden. Dies ergebe deshalb Sinn, weil „davon ausgegangen wird, dass jegliche aufwendige Gestaltung durch den Biber wieder umgebaut werden würde“, heißt es hierzu in der Vorlage.

In der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwochabend (ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses) wird den Stadträten das neue Konzept für eine Umgestaltung und Nachnutzung des Weihers vorgestellt.

Dieses sieht auch vor, dass im Nordwesten des Weihers zwei Tümpel angelegt werden, die Lebensraum für Molche, Laubfrösche, Libellen und Co. bieten sollen. Rohrkolben, Schilf und Weiden, die mittlerweile im stillgelegten Weiher gewachsen sind, sollen außerdem im Zuge der Neckarrevitalisierung verpflanzt werden.

100 000 Ökopunkte

Umsonst sind aber auch diese Maßnahmen nicht zu haben. Für den Umbau des vorhandenen Auslaufbauwerks, des Überlaufbauwerks und der Installation eines Überschwemmbaren Rechens rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 74 000 Euro. Das Ausheben der Tümpel soll rund 11 000 Euro kosten. Auf der anderen Seite sollen durch die Maßnahme etwa 100 000 Ökopunkte zusammenkommen.