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Hardt Vortrag: Gottes Wort oder doch nicht?

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Jürgen Schmidt spricht mit seinen Zuhörern über das Buch Gottes und dessen Glaubhaftigkeit. Foto: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Der existenziellen Frage "Ist die Bibel Gottes Wort?" ging im Bürgerhaus in Hardt vor einer großen Zuhörergemeinde Vorstandsmitglied Jürgen Schmidt vom Timotheus-Dienst nach.

Hardt. Der Verein Timotheus-Dienst, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiern konnte, ist ein überkonfessionelles Werk, das auf der Grundlage der Evangelischen Allianz arbeitet und dessen Ziel die Förderung des geistlichen Lebens und der Mission im In- und Ausland ist.

Er wurde im Februar 2009 gegründet, um die missionarische Arbeit von Jürgen und Martha Schmidt in Peru und in Deutschland zu unterstützen. Der Referent war sich mit den Zuhörern im Klaren, dass das Thema nicht abstrakt und rein theologisch zu verstehen sei, sondern etwas persönliches bedeutete, mit persönlichen Konsequenzen. Dass es unter den Zuhörern unterschiedliche Meinungen über diese Frage gab, vom entschiedenen "Nein" über ein "Vielleicht" bis zum klaren "Ja", sah Schmidt als gegeben an. Seine Absicht war einerseits, das Vertrauen in die Heilige Schrift zu stärken und andererseits, Impulse zu einer weiteren Beschäftigung mit der Thematik zu geben, eventuell anhand des vom Referenten verfassten Buches zu diesem Thema.

Der Begriff "Bibel" umfasste, für den aus protestantischer Perspektive sprechenden Referenten, die Sammlung der 66 Bücher des Alten und Neuen Testaments ohne die Apokryphen. Als "Wort Gottes" werde in der Bibel zum einen die Person Jesus Christus bezeichnet (Johannes-Prolog, Hebr 1, 1-2), zum anderen aber die Rede von Gott, durch die Propheten und durch Jesus Christus, wie sie in der Bibel festgehalten ist. Die schriftliche Kommunikation habe, wie der Referent ausführte, nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten bei der Gesetzgebung am Sinai begonnen. Dass es Gottes Wille gewesen sei, dass seine Worte aufgeschrieben würden, belegte Schmidt mit zahlreichen Bibelstellen.

Nachdem über 1700 Jahre lang in den christlichen Kirchen Einigkeit darüber bestanden habe, dass die Bibel Gottes Wort sei, seien durch die moderne Bibelkritik in den letzten 250 Jahren Zweifel unterschiedlicher Grade aufgekommen, die so weit gingen, zu postulieren, die Bibel sei nur Menschenwort – und damit auch keine zuverlässige Offenbarung Gottes.

Mit ihren Zweifeln an der Vertrauenswürdigkeit der Schrift hätte die Bibelkritik die Glaubensgrundlage der Kirchen selbst demontiert. Die Konsequenz wäre die Hinfälligkeit des reformatorischen Prinzips "Sola Scriptura". Es wäre dann sinnlos, sich auf die Bibel als alleinige Autorität in allen Glaubensfragen zu berufen. Darüber hinaus gäbe es kein sicheres Wissen mehr, ob Gott überhaupt existiert und welches sein Wille ist. Dass es bei der Frage, ob die Bibel wirklich Gottes Wort ist, um Alles oder Nichts gehe, belegte der Referent mit einer Aussage aus erste Korinther 15, 14-19. Die Bibel selbst gebe Antwort auf diese Frage, etwa mit den Aussagen "Und Gott sprach".

Nach Mauerhofer erkläre das Alte Testament 3808 Mal, dass es die ausdrücklichen Worte Gottes wiedergebe. Zur Zeit des Neuen Testaments sei das Alte Testament eine feststehende Größe gewesen, dessen Bücher, wie sogar der jüdische Geschichtsschreiber Josephus schrieb, "mit Recht als göttlich angesehen" würden. Bezüglich der Einstellung von Jesus selbst zur Schrift stellte der Referent fest, Jesus habe die geschichtlichen Erzählungen des Alten Testaments wie historische Aufzeichnungen von Fakten gesehen und auch in ethischen Streitfragen das Alte Testament als Leitfaden gebraucht. Der Theologe John Wenham habe Jesu Schriftverständnis folgendermaßen zusammengefasst: "Für ihn war das, was die Schrift sagt, das, was Gott sagt". Dem Schriftverständnis Jesu seien auch seine Jünger in ihrer Lehre und ihren Schriften gefolgt. Petrus mache deutlich, dass Gott selbst der Urheber der Schrift sei und sein Wort vom Heiligen Geist inspiriert wurde (1 Petr 1, 10-12). Bei Paulus heiße es "Alle Schrift ist von Gott eingegeben" (2 Tim 3,16.).

Argumente sollen Zweifel tilgen

Aus der Fülle der Argumente, die pro Bibel vorgebracht werden, wählte der Referent fünf aus, die für die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift sprechen. Zum Ersten ging er auf den Befund der Manuskripte ein. Durch die Auffindung der Manuskripte von Qumran habe man eine Bestätigung des hebräischen Jesaja-Textes erhalten, der mit einer optimalen Genauigkeit überliefert worden sei. Auch alle Übersetzungen des Neuen Testaments hätten nichts an der Botschaft der Schrift geändert. So fasste der Referent zusammen, dass sowohl der Text des Alten sowie des Neuen Testaments gut überliefert wurde.

Zum Zweiten führte Schmidt die innere Übereinstimmung der Schrift an, obwohl sie von etwa 40 verschiedenen Autoren aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten aus drei verschiedenen Kontinenten und an ganz verschiedenen Orten in drei verschiedenen Sprachen über einen Zeitraum von 1500 Jahren hinweg geschrieben worden sei. Auch John Cross sehe in der inneren Einheit der Schrift ein starkes Indiz dafür, dass sie von Gott selbst inspiriert worden sei.

Zum Dritten führte der Referent und Autor die Tatsache an, dass die Bibel die Realität der gefallenen Welt treffend beschreibe. Sie präsentiere keine Heldengeschichten, in denen die Erfolge und Triumphe herausgestellt und die Niederlagen und das Versagen totgeschwiegen worden seien. Nichts sei geschönt oder glatt gebügelt. Obwohl vor so langer Zeit geschrieben, enthalte die Bibel die grundlegenden Antworten auf die Fragen des Lebens.

Als viertes Argument nannte der Referent die Erfüllung prophetischer Aussagen. Werner Gitt habe in seinem Artikel "Der prophetisch-mathematische Gottesbeweis" in der Zeitschrift "Factum" 2010 nachgewiesen, dass bereits 3268 Prophetien der Bibel im Laufe der Geschichte wortwörtlich erfüllt worden seien.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erfüllung biblischer Prophetie purer Zufall sei, wäre daher äußerst gering. Als Beispiel erfüllter Prophetie in Bezug auf das Kommen Jesu nannte Schmidt die Ankündigung des Propheten Micha um das Jahr 700 v. Chr., wo sogar der Geburtsort des Messias angegeben wurde. Schließlich führte der Referent noch "Die lebensverändernde Kraft von Gottes Wort" als fünftes Argument an. Im Verlauf der Kirchengeschichte sei immer wieder deutlich geworden, wie Gottes Wort Menschenleben grundlegend und positiv verändern könne. Viele Menschen hätten diese lebensverändernde Kraft bezeugt. Von den fünf Gründen legte der Referent besonderes Gewicht auf die innere Einheit der Schrift und die Erfüllung prophetischer Aussagen.

Letztlich sah er wie die Verfasser des großen Westminster-Katechismus den Glauben, dass die Bibel Gottes Wort sei, als Geschenk Gottes an die Menschen an. Mit der Einladung, die vorgelegten Argumente zu prüfen und anhand weiterführender Literatur noch tiefer in das Thema einzusteigen, beschloss Jürgen Schmidt seinen fundierten Vortrag, nicht ohne in seinem Schlusswort den französischen Philosophen Voltaire zu zitieren, der sich mit seiner Prophezeiung, in 100 Jahre werde die Bibel ein vergessenes Buch sein, geirrt hatte.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

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