Bürgermeister Michael Moosmann (von links), Musikschuldirektor Meinrad Löffler und Verwaltungsleiterin Gertrud Kasper freuen sich über den neuen Vertrag zwischen der Gemeinde Hardt und der Musikschule Schramberg. Foto: Dold

Schadet es den musiktreibenden Vereinen oder hilft es ihnen? Diese Frage hatte der Gemeinderat kürzlich zu klären – und das Urteil war eindeutig: Musikschüler aus Hardt werden künftig auch dann finanziell unterstützt, wenn sie nicht im Verein spielen.

Hardt/Schramberg - 63 Kinder und Jugendliche aus Hardt erhalten derzeit Unterricht an der Musikschule Schramberg. Sofern diese dem Musikverein Concordia oder dem Handharmonikaclub (HHC) angehören, erhalten sie von der Gemeinde eine finanzielle Unterstützung. Derzeit lässt sich die Kommune das 7500 Euro pro Jahr kosten.

Künftig Kosten von 20 000 statt 7500 Euro

Ab 2022 ändert sich das aber: Dann werden auch Kinder und Jugendliche – oder vielmehr deren Eltern – unterstützt, auch wenn sie nicht im Verein spielen. Dann werden 20.000 bis 22.000 Euro veranschlagt, mit dem sich die Gemeinde Hardt am Defizit der Musikschule beteiligt.

Verdeutlichen lässt sich das Ganze an einem Talent wie Johanna Wolber (Geige). Sie qualifizierte sich im Duo mit Sarah Wöhrle aus Schiltach (Klavier) für den Bundeswettbewerb "Jugend musiziert". Weil bei der "Concordia" aber keine Geigen mitspielen, hätte sie bislang keinen Anspruch auf Förderung gehabt – ab 2022 aber sehr wohl. Ohne Förderung gilt der "Auswärtigentarif", sodass jede Unterrichtsstunde etwa zehn bis 35 Euro teurer wird.

"Der bisherige Vertrag zwischen der Gemeinde Hardt und der Musikschule Schramberg war bis 2022 befristet", sagt Bürgermeister Michael Moosmann. 2017 wurde die Kooperation mit der Musikschule unter dem früheren Bürgermeister Herbert Halder begonnen. Damals war der Gemeinderat noch der Ansicht, es würde den musiktreibenden Vereinen schaden, wenn alle Musikschüler unterstützt werden. Nun sprach sich aber sogar der langjährige Concordia-Vorsitzende Franz Marte dafür aus, die Förderung für alle Musikschüler zu öffnen. So könnten die Vereine sogar gestärkt werden, da die Kinder nicht auf Dauer alleine spielen wollten, so der Gedanke des Gemeinderats.

Standortfaktor der für Hardt spricht

"Eine solche Unterstützung ist auch ein weicher Standortfaktor, der für die Gemeinde Hardt spricht. Eltern schauen darauf", weiß Musikschuldirektor Meinrad Löffler.

Corona macht natürlich auch vor der Musikschule Schramberg nicht Halt, wovon Löffler und Verwaltungsleiterin Gertrud Kasper ein Liedchen singen können. Der Unterricht wird seit Dezember online erteilt. Ob Präsenzunterricht möglich sei, hänge von den Inzidenzzahlen ab, so Löffler.

Die Lehrkräfte haben sich in Sachen Digitalisierung weitergebildet. Zudem gibt es nun Wlan in allen Räumen der Musikschule. Ein weiterer Vorteil: Die Lehrer sind nicht so viel unterwegs, Fahrten zu ihren Schülern entfallen.

"Die Resonanz auf den Onlineunterricht ist größtenteils sehr gut, auch wenn er den Präsenzunterricht nie ersetzen kann", sagt Löffler. Beispielsweise sei der Klang online nie so rüberzubringen wie im Original. Auch die Mimik und Körpersprache lasse sich so besser beobachten.

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