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Hardt Stromnetz muss wohl verkauft werden

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Das Stromnetz von Hardt ist zwei Millionen Euro wert. Foto: Pixabay

Hardt - Das Hardter Stromnetz hat eine besondere Geschichte: Einst baute eine Genossenschaft es auf, bevor es von der Gemeinde und später den Gemeindewerken übernommen wurde. Schon bald muss das Netz aber aller Voraussicht nach verkauft werden - wohl oder übel.

Die Chancen für einen Verbleib bei den Gemeindewerken sind minimal. Und das kommt so: Das Landratsamt forderte dazu auf, die Stromkonzessionsvergabe - also quasi das "Wegerecht" für den Strom durch die Leitungen – neu auszuschreiben, so die Information im Gemeinderat. Dieser Vorgang ist seit den 2010er-Jahren Pflicht für Gemeinden.

Wer am besten abschneidet, erhält Zuschlag

Auf die Ausschreibung können sich Energieanbieter melden. Anschließend werden verschiedene Kriterien wie Preis oder Zuverlässigkeit des Unternehmens geprüft - und wer hier am besten abschneidet, erhält den Zuschlag. Bis zum 31. Mai 2020 läuft die Bewerbungsfrist, der neue Konzessionsvertrag beginnt am 1. Januar 2022. Der Gemeinderat beschloss nun, die Verwaltung damit zu beauftragen, das Auslaufen des Stromkonzessionsvertrags im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

"Wir gehen davon aus, dass sich Anbieter bewerben werden", sagte Bürgermeister Michael Moosmann, da die Unternehmen so 20 Jahre lang feste Einnahmen hätten - bis erneut ausgeschrieben werden muss.

Die Gemeindewerke können ebenfalls in das Rennen einsteigen, allerdings dürften deren Chancen auf den Zuschlag gegen null gehen. Die Gemeindewerke ließen sich zu dem Thema beraten, so Moosmann. Im Oktober habe man das eindeutige Signal bekommen, dass nicht mit einem Zuschlag an die Gemeindewerke zu rechnen sei.

Technisches Fachwissen reicht nicht aus

Ein Hauptgrund: Das technische Fachwissen bei den Gemeindewerken ist im Gegensatz zu Energiekonzernen mit Spezialisten gering. "Wir wollen es aber trotzdem versuchen", sagte Moosmann zu einer möglichen Bewerbung der Gemeindewerke. Es sei denkbar, eine solche Bewerbung auch gemeinsam mit einem Partnerunternehmen auszuführen.

Damit dürfte eine jahrzehntelange Ära, in der das Stromnetz in der eigenen Hand war, schon bald enden. Das hat aber auch einen angenehmen Nebeneffekt: Durch den Verkauf des Stromnetzes können Einnahmen von etwa zwei Millionen Euro erzielt werden - was in der gegenwärtigen für Hardter Verhältnisse finanziell düsteren Situation sehr willkommen sein dürfte.

Daher blieb den Gemeinderäten keine große Wahl, als dem Verfahren zähneknirschend zuzustimmen. Jürgen Bargenda zeigte sich beispielsweise nicht begeistert. Allerdings wäre eine andere Vorgehensweise nicht gesetzeskonform, was auch keine Lösung sei. Es störe ihn aber gewaltig, dass man so fremdgesteuert sei und keinen Einfluss auf das Verfahren habe.

Elvira Olipitz merkte an, dass die Bürger durch den Verkauf eine Verbesserung hätten, da die Netzentgelte sinken dürften. Schließlich würden größere Energieanbieter größere Netze betreuen und die Kosten seien so niedriger.

Und weiter: Der Vertrieb des Stroms werde weiterhin über die Gemeindewerke erfolgen, sagte Moosmann, lediglich das Leitungsnetz gehe dann an den Anbieter von außen.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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