In diesem Haus geschah die schreckliche Tat. Foto: Dold

Staatsanwaltschaft hebt Haftbefehl auf: 56-Jährige mittlerweile in psychiatrischer Einrichtung.

Hardt/Schramberg-Tennenbronn - Die 56-jährige Frau, die Ende Januar in Hardt ihre 22-jährige Tochter getötet haben soll und Stunden später ihren 25-jährigen Sohn in Tennenbronn mit einem Messer schwer verletzt hat, war zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig. Dies hat die Staatsanwaltschaft Rottweil am Freitag bekanntgegeben. Die Frau ist mittlerweile nicht mehr in U-Haft, der Haftbefehl gegen sie wurde aufgehoben. Die 56-Jährige befindet sich nun in einer psychiatrischen Einrichtung.

Laut den bisherigen Ermittlungen stach die 56-jährige Frau in einem psychischen Ausnahmezustand mit einer Stichwaffe am 27. Januar auf ihre Tochter in einer Wohnung im Ulrichsweg in Hardt ein. Die 22-Jährige erlitt durch den Angriff tödliche Verletzungen.

Im Anschluss fuhr die 56-Jährige mit ihrem Auto nach Tennenbronn und verletzte dort ihren Sohn in dessen Wohnung mit einem Küchenmesser. Der 25-Jährige erlitt durch den Angriff eine schwere Stichwunde im Brustbereich. Er wurde in einem Krankenhaus noch in der Nacht operiert. Lebensgefahr besteht nicht.

Nach der Tat stach sich die 56-Jährige mit dem Messer mehrmals selbst in die Brust. Sie verletzte sich dabei oberflächlich und musste ebenfalls medizinisch versorgt werden.

Einen Tag nach der schrecklichen Tat hat die Staatsanwaltschaft Rottweil Haftbefehl gegen die Frau wegen Totschlags und versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung erlassen.

Der Haftbefehl wurde mittlerweile auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil aufgehoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen ist. Vom Amtsgericht Rottweil wurde eine einstweilige Unterbringung angeordnet. Die 56-Jährige befindet sich nun in einer psychiatrischen Einrichtung.

Auch die ortsansässige Katzenzunft war geschockt nach der schrecklichen Tat und sagte ihren traditionellen Rolletag ab. Das 22-jährige Todesopfer war Mitglied in der Katzenzunft gewesen.

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