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Hardt Gemeinde droht die "Wirtschaftskrise"

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Wie geht es mit dem "Kreuz" weiter? Hier stellen sich einige dicke Fragezeichen. Foto: Dold

Hardt - Am Sonntag um 16 Uhr ging der Riegel rum: Nun ist das Gasthaus Kreuz - wieder einmal - geschlossen. Wie es mit der Hardter Traditionsgaststätte schlechthin weitergeht, ist - ebenfalls wieder einmal - offen.

Nicht nur Stammgast "Warts ab" alias Kurt Wild trägt Trauer. Er wäre nach seiner Hüft-OP sicherlich gerne wieder in sein Stammlokal gegangen - doch daraus wird nun vorerst nichts mehr.

Der Pachtvertrag wurde von den Wirtsleuten Werner und Eveline Walder vorzeitig gekündigt. "Das fällt uns sehr schwer", sagt die Wirtin traurig. Die Beiden waren im Dezember 2018 hoffnungsvoll in ihre neue Aufgabe gestartet. Ein großes Restaurant mit reichlich Platz, einer guten Ausstattung, Saal und guter Lage mitten im Ort - was sollte da schon schief gehen?

Es geht zurück in der Schweizer Heimat

So wurden zunächst die Gästezimmer renoviert, bevor der Betrieb anlaufen sollte. Die Besucherzahlen waren anfangs eher mau, doch so langsam ging es nach oben. Die Wirtsleute wähnten sich auf einem guten Weg - aber dann kam der Corona-Hammer.

In den vergangenen Monaten wurde es daher immer schwieriger, da aufgrund der Auflagen kaum noch Gäste kamen. Daher blieb dem Wirtepaar keine andere Wahl und es wurde die Reißleine gezogen. Es habe sie beide mitgenommen, dass zu wenig gelaufen sei, bekennen sie.

Die beiden gehen nun wieder zurück in ihre Heimat in der Schweiz - und zwar in die Nähe von St. Gallen, um genau zu sein. Werner Walder wird dann pensioniert sein, seine Frau hat bereits eine neue Vollzeitstelle gefunden. Bis Ende des Monats werden sie den Umzug regeln.

Wie es dann mit dem "Kreuz" weitergeht? Das kann im Moment noch niemand sagen. Die Besitzerin arbeitet im deutschen Konsulat in Südafrika. Dort ist sie aber im Moment aufgrund der dortigen drakonischen Corona-Regelungen regelrecht eingesperrt. Und aus der Ferne wolle sie keine weitreichenden Entscheidungen treffen, wissen die bisherigen Wirte.

Immer wieder war aber zu hören, dass der bisherige Saal zu Wohnungen umgebaut werden soll. Das würde den Betrieb erheblich einschränken, da dann weder große Versammlungen noch Hochzeiten stattfinden könnten. Andere Stimmen berichten davon, dass es nun die letzte Chance gewesen sei, die Gaststätte zu erhalten. Sicher ist indes bislang noch nichts.

Zahlreiche Restaurants bereits geschlossen

Eine Schließung wäre jedenfalls ein herber Schlag ins Kontor des Hardter Wirtschaftslebens. Die "Krone"? Längst geschlossen. "Waldhof"? Abgerissen. Von früheren Wirtschaften wie "Rose", "Tanne", "Nägelesee" oder "Bahnhof" ganz zu schweigen. Übrig bleiben der "Grüne Baum", das "Schwarzwald-Café", das Imbisstüble des Freizeitparks und der­ "Mönchhof", der zwar bereits knapp auf Königsfelder Gemarkung ist, aber viele Hardter Gäste hat. Einzig der "Grüne Baum" kann hier noch mit einem großen Saal aufwarten.

Die Frage nach der Zukunft des "Kreuz" bleibt also fürs Erste offen. Kommen doch noch einmal neue Pächter? Wird die Gaststätte zu Wohnungen umgebaut? Oder wird das Haus künftig genossenschaftlich von Bürgern gemanagt, wie es unter anderem im Bürgermeisterwahlkampf 2018 angedacht wurde? Denn in einem waren sich die jetzigen Pächter mit dem Vorgänger einig: "Als Auswärtiger hat man es in Hardt schwer", sagten sie unisono.

Die goldenen Zeiten des Restaurants unter der Ägide von Roland Haberstroh sind jedenfalls längst vorbei. Damals kamen Busse voller Touristen und Ausflügler in Scharen und wurden vom Musikverein mit einem Ständchen empfangen. Es gab rauschende Nächte bei großen Hochzeiten, Versammlungen der Vereine und auch an der Fasnet brannte der Kessel. Ob diese Zeiten noch einmal wieder kommen werden?

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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