Landwirt Simon Ohnmacht (von links) mit dem "Ackernative"-Vorstand Lioba Klausmann, Elisabeth Wahl, Sonja Rajsp, Ulla Lange und Christina Romer Foto: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: "Ackernative" legt Preise fest

Hardt/Schramberg-Sulgen. Bei der zweiten Mitgliederversammlung im zweiten Jahr des Bestehens ist es für den Verein Ackernative einen großen Schritt weiter in die Praxis gegangen. Im Mittelpunkt stand die "Bieterrunde", in der geklärt wurde, dass die von den Mitglieder angebotene Kostenübernahme für die Gemüsekisten für die Kostendeckung ausreicht –­ sie wurde als "großzügiges Polster" bezeichnet.

Der Vereinssitz wurde nun von Hardt nach Schramberg zur Vorsitzenden Elisabeth Wahl verlegt. Kassiererin Sonja Rajsp wurde entlastet und die Mitglieder sprachen ihr einstimmig erneut das Vertrauen aus. Einstimmig wurden als Kassenprüfer auch Norbert und Doris Moosmann gewählt.

Für manche Teilnehmer neu, stellte sich der junge Landwirt und Agrarökonom Simon Ohnmacht in der Versammlung vor. Anhand einer Bilder-Präsentation zeigte er den Anwesenden die Lage seines Bauernhofs in Winzeln, die landwirtschaftlichen Gebäude und Flächen sowie den zu bewirtschaftenden Acker, um den Mitgliedern einen ersten Eindruck zu vermitteln, wohin sie kommen, wenn sie zu Arbeitsdiensten gerufen werden.

Bei einem "Hofrundgang in Bildern" bekamen die Anwesenden auch Einblicke in die Tierhaltung und die übrigen Produktionsflächen. Der Hof trägt seit 30 Jahren das Bioland-Siegel. Denkbar wäre nach Vorstellung des Landwirts, dass der Verein später auch Eier und Käse produziert, doch soll erst mal mit Gemüse begonnen werden – dies jedoch in großer Vielfalt.

Der Landwirt erläuterte, welche Ausgaben auf den Verein für Bodenbearbeitung, Stromkosten, Dünger, Jungpflanzen und Saatgut, Benzinkosten, Abschreibung für den Folientunnel und Einmalkosten für Pumpe und Bewässerungsanlage zukommen. Darüber hinaus fallen Lohnkosten für Simon Ohnmacht und den auf Basis geringfügiger Beschäftigung angestellten Gärtner sowie Pacht und Steuerberatung an.

Der Richtpreis für die Zwei-Personen-Kisten pro Monat wurde auf 76 Euro, für Ein-Personen-Kisten auf 38 Euro angesetzt. Dieser könne in einzelnen Härtefällen dank der großzügigen Solidarität der Vereinsmitglieder auch einmal unterschritten werden. Bislang wurden 35 Kisten abonniert, doch sei zu erwarten, dass diese Anzahl sich in Zukunft noch erhöht. Im Anschluss wurden noch Einzelheiten der Verteilung der Gemüsekisten besprochen: Terminfragen, Verteilstellen, Einrichtung von Waagen und eine Geschenkekiste für Gemüse, das nicht verwendet wird.

Elisabeth Wahl berichtete außerdem über eine Demonstration zur Agrarwende in Tübingen, zu der vier Mitglieder gefahren sind.

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