Partystimmung im Pflegeheim Foto: Melanie Jilg

Der Weiterbetrieb des Seelbacher Pflegeheims durch die Firma Kenk darf erst einmal gefeiert werden. Doch danach müssen den Worten auch Taten folgen, findet unser Autor.

Ende gut, alles gut. Das gilt dieser Tage für Menschen im ganzen Schuttertal. Die Odyssee um das Pflegeheim St. Hildegard findet mit der Übernahme durch die Firma Kenk am Sonntag doch noch ein lange nicht für möglich gehaltenes Happy End. Den Bürgermeistern Michael Moser und Matthias Litterst dürfte der ganze Schönberg vom Herzen fallen.

 

Wie zu hören ist, hat sich der bisherige Betreiber, der Caritasverband Lahr, nicht kampflos aus der Ludwig-Auerbach-Straße verabschiedet. Denn eigentlich sollte nach der Aufgabe von St. Hildegard betreutes Wohnen entstehen. Trotz des enormen Aufschreis hat die Caritas einen Weiterbetrieb ausgeschlossen – ob durch sich selbst oder einen neuen Betreiber. So trocken es auch klingen mag: Es war eine Bebauungsplanänderung, die das Blatt wendete. Durch den Beschluss des Seelbacher Rats blieb der Caritas wohl nichts anderes übrig, als das Haus an einen neuen Betreiber zu verkaufen.

Dass Einvernehmlichkeit anders aussieht, zeigte letztendlich auch die zweimonatige Verzögerung der Übernahme. Doch Mitleid mit der Caritas hatte schon längst niemand mehr. Spätestens beim Infoabend, bei dem die Emotionen hochkochten, haben sich die Vertreter durch ein als arrogant und empathielos empfundenes Auftreten disqualifiziert. Es war ein Eigentor, denn das gemeinsame Feindbild hat das Schuttertal zusammengeschweißt und umso wohlwollender wurde der neue Betreiber schließlich empfangen.

Die Bürgermeister Matthias Litterst (von links) und Michael Moser freuten sich bereits im Oktober darüber, dass Jonas Kenk mit seinem Betrieb künftig das Seelbacher Pflegeheim vom Caritasverband Lahr (hier die Vorstände Mireille Ochalek-Starzetz und Mirko Poetzsch) übernehmen wird. Foto: Köhler

Jetzt freilich müssen den Worten Taten folgen. Kenk ist nach vorne geprescht mit der Ansage, St. Hildegard für die Zukunft fit zu machen und die Zahl der Pflegeplätze zu erhöhen. Leicht wird das nicht, denn allein mit Wohlwollen hat sich noch kein Betrieb finanziert. Die Bürgermeister wiederum müssen daher die Chance nutzen, die offenkundige Unterstützung der Bevölkerung zu kanalisieren.

Doch wollen wir nicht zu viel Wasser in den gewiss schon kalt gestellten Sekt (oder Orangensaft) gießen. Es darf beim kleinen Fest am Sonntag gründlich gefeiert und auf eine gesunde Zukunft des Pflegeheims angestoßen werden. Caritasvertreter machen wohl besser einen weiten Bogen um die Feier.