Seit dem 1. Oktober ist der Fohrenhof in Unterkirnach geschlossen. Bis heute hat sich noch kein neuer Pächter gefunden. Gerold Löffler erinnert sich an die Anfänge des Fohrenhofs.
Die Feriengäste im Hapimag haben zwar die Möglichkeit, bei einem Foodtruck, der mehrmals in der Woche die Anlage anfährt, Essen zu kaufen. Doch das ist kein Ersatz für den Fohrenhof mit Restaurant, bewirteter Terrasse und einem Nebenraum für Gesellschaften und Tagungen.
Das Restaurant Fohrenhof galt über Jahre hinweg als Vorzeigebeispiel für gelebte Inklusion in der Gastronomie. Die Inklusiv gGmbH hatte es sich zum Ziel gesetzt, Mitmenschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt zu etablieren.
Im November 2011 wurde das Restaurant Fohrenhof als Teil der Unterkirnacher Hapimag-Anlage feierlich eröffnet. Zwei Jahre vorher stand der gesamte Verbleib der Hapimag-Anlage in Unterkirnach auf der Kippe.
Umfangreiche Sanierungsarbeiten
Das damalige Restaurant wurde von Hapimag betrieben. Es wären umfangreiche Sanierungsarbeiten und Umbauarbeiten notwendig gewesen und Hapimag schien nicht mehr am Standort Unterkirnach interessiert gewesen zu sein.
Für den damaligen Bürgermeister Gerold Löffler wäre die Aufgabe des Standorts eine Katastrophe gewesen, es hätte einen riesigen Einbruch bei den Übernachtungszahlen in Unterkirnach nach sich gezogen.
Viele Workshops und Diskussionen
Auf Anfrage unserer Redaktion erinnert sich Altbürgermeister Gerold Löffler an viele Workshops und Diskussionen mit dem damaligen Ressortleiter, der für Hapimag Deutschland zuständig war: „Keiner der Vorschläge, die wir unterbreiteten, fand die Zustimmung, und die Diskussionen und Workshops gingen über den Zeitraum von fast zwei Jahren“, so Löffler.
Inklusiv-Betrieb Himmelreich als Vorbild
Er selbst kannte den Inklusiv-Betrieb Himmelreich unweit von Freiburg und sei sehr angetan davon gewesen, berichtet Löffler. Der Lorenzenhof und das Areal hätten mal zur Diskussion gestanden, das habe sich aber zerschlagen. „Ich stellte den Kontakt zu Michael Stöffelmaier von der Caritas her und fragte ihn, was er von einem Inklusiv-Betrieb am Hapimag halte, ein Betrieb, der von der Caritas betrieben würde“, erinnert sich Löffler.
Stöffelmaier sei begeistert gewesen und habe sich auch bereit erklärt, das Housekeeping der Hapimag-Anlage zu übernehmen, erläutert der Altbürgermeister. Nachdem er dem damaligen Ressortleiter die Idee des Inklusivbetriebs mit der Caritas vorgeschlagen habe, sei dieser kurz verschwunden, habe mit Hapimag Schweiz telefoniert, sei zurückgekommen und habe gesagt: „So machen wir es.“
Samuel Koch übernimmt die Schirmherrschaft
Es wurde umfangreich umgebaut, es gab den Anbau und Samuel Koch, der bei „Wetten dass?“ schwer verunglückt und gelähmt war, übernahm die Schirmherrschaft – und der Fohrenhof lief als Inklusiv gGmbH hervorragend.
In der Hapimag-Anlage gab es zu der Zeit ein kleines Hallenbad, das geschlossen wurde, da Unterkirnach das Aqualino hatte. Den Gästen des Hapimag stand das Aqualino damals kostenlos mit der Kurkarte zur Verfügung.
Einzigartiges und innovatives Projekt
Dieses einzigartige und innovative Projekt lief lange gut. Doch nach und nach kamen immer weniger Gäste. Am 1. Oktober 2024 fand der Fohrenhof sein trauriges Ende.
Unsere Redaktion stand schon mehrfach mit Hapimag Schweiz in Kontakt – und es hieß immer: „Wir suchen mit Hochdruck einen Nachfolger für den Fohrenhof.“
Michael Stöffelmaier erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Hätten mehr Unterkirnacher Bürger den Fohrenhof besucht, wäre er vielleicht noch nicht geschlossen. Ich habe der Hapimag Schweiz angeboten, einen Nachfolger für den Fohrenhof zu suchen, das wurde abgelehnt.“ Da es in Unterkirnach nicht rosig um kulinarische Angebote bestellt ist, wäre es sicher wünschenswert, wenn der Fohrenhof einen Pächter bekäme, meinen manche Unterkirnacher.