Beschäftigte der Sulzer Neckarwerkstatt sind zusammen mit Alexandra Hofmann auf der Bühne. Foto: Steinmetz

Im Duett und als Solokünstler begeisterten Hansy Vogt und Alexandra Hofmann am Samstagabend in der vollen Sulzer Stadthalle die Schlagermusikfans. Mit dabei waren die unverwüstliche Frau Wäber und „Kucki“, der Kuckuck in der Schwarzwalduhr.

In der Sulzer Stadthalle reichen die Sitzreihen bis knapp vor die Bühne. Hansy Vogt und Alexandra Vogt hatten keine Berührungsängste – im Gegenteil. Der Kontakt mit dem Publikum war schnell hergestellt, die Aufforderung zum Klatschen und Jubeln war überhaupt nicht nötig.

 

Beide Künstler harmonierten auch recht gut – sie kennen sich seit mehr als 30 Jahren. In Sulz gaben sie zusammen ein Konzert, jeweils aber mit ihrem eigenen Programm.

Nicht auf den Mund gefallen

Hansy Vogt, ehemals Frontmann der „Feldberger“, ist seit fünf Jahren solistisch, auch mit selbst geschriebenen Liedern, auf Tour. „All die Farben“ ist eines davon, eine schöne Ballade, um sich zurückzulehnen und die Augen zu schließen, oder „Ich will“ – und dies noch nach 25 Ehejahren, von denen der Sänger zuvor erzählt hatte.

Zwischendurch sang er bekannte Hits der Schlagerszene wie „Donna blue“, „Marmor Stein und Eisen bricht“, „Die Hände zum Himmel“ und „Wahnsinn“. Da war Party angesagt. Doch es gab auch viel zu lachen.

Hansy Vogt in Hochform. Foto: Steinmetz

Als fernsehbekannter Moderator, Bauchredner und Comedian ist Hansy Vogt ein Multitalent. Nach Sulz hat er „Kucki“, den Kuckuck, mitgebracht. Auf den Mund gefallen ist der Vogel in seiner Schwarzwalduhr überhaupt nicht. Auf jede Frage hat er eine passende Antwort parat. „Warum hat Nero Rom angezündet?“ – „Weil er Sulz nicht kannte.“ Zum Glück waren nicht so viele Sulzer im Saal.

„Oh, wie ist das schön“ – vor allem wenn Frau Wäber, Deutschlands bekannteste TV-Landfrau, kommt. Sie ließ im zweiten Programmteil nicht lange auf sich warten.

Mit ihrem kecken Mundwerk hatte sie schnell die Lacher auf ihrer Seite. Ein bisschen zugenommen hat sie inzwischen zwar, aber das hindert sie nicht, munter auf der Bühne herumzuhüpfen.

Frau Wäber macht ihre Späße. Foto: Steinmetz

Angebote fürs „Dschungelcamp“ und „Let’s dance“ lehnte sie allerdings dankend ab. Sie sei gerade in Sulz am Neckar, und da „ist der Bär los“. Ohnehin sei sie „zu sexy für die Welt“. Frau Wäber wurde mit stürmischem Beifall verabschiedet.

„Ich hoffe, ihr habt alle Lust?“ Alexandra Hofmann hatte mit „Lights of Freedom“ ihr Konzert eröffnet. Und klar: Das Publikum hatte Lust, noch viel mehr zu hören. Die Sängerin mit ihrer rauen und rockigen Stimme bewies mächtig Power auf der Bühne. In ihren Songs verpackt sie eigene Lebenserfahrungen.

Alexandra Hofmann: mächtig Power auf der Bühne. Foto: Steinmetz

Mit dem Titel „Ich seh grün“ verbreitete sie Zuversicht, egal was der Tag bringt. Mit „Mach’s für dich“ forderte sie die Zuhörer auf, Träume nicht auf später zu verschieben. Sie sang von „Wilden Zeiten“ und Spaß haben. Alexandra Hofmann hat eine Vorliebe für italienische Songs. „Mamma Maria“ oder „Volare, cantare“ verstand sie, mit ihrer ausdrucksvollen Stimme mitreißend zu interpretieren.

„Zusammen sind wir stark“

Die Sängerin hat vor allem aber ein Herz für behinderte Menschen. Schon vor dem Konzert hatte sie in Sulz die „Neckarwerkstatt“ besucht. Sie hatte sich angeschaut, wie dort gearbeitet wird und dann mit den Beschäftigen zusammen gesungen. Eine spontane Einladung zum Konzert folgte.

Die Caritas hatte bei Alexandra Hofmann angefragt, ob sie den Inklusionssong „Menschen“ aufnehmen wolle. Dieses Lied trug sie zusammen mit der „Neckarwerkstatt“ vor. „Es ist wichtig, solche Einrichtungen zu unterstützen“, betonte sie. „Zusammen sind wir stark“, heißt es denn auch in dem Lied. Es gab hinterher rhythmischen Beifall für den Auftritt.

Die Schlagerfreunde und die Fans von Frau Wäber erlebten einen zweistündigen, unterhaltsamen und vergnüglichen Abend. Mitveranstalter war der Schwarzwälder Bote.