Turnerin und EM-Botschafterin Elisabeth Seitz sowie die Fußball-Legenden Hansi Müller (li.) und Guido Buchwald (re.) mit Moderator Dirk Preiß beim Podiumsgespräch der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“. Foto: Baumann

Die beiden Ikonen des VfB Stuttgart sind begeistert vom Auftreten ihres Vereins. Ein Sonderlob gibt es für Trainer Sebastian Hoeneß und einige EM-Kandidaten.

Im EM-Talk am Tag nach der Auslosung sollte es um die Perspektive der deutschen Nationalmannschaft im Fußball-Sommer 2024 gehen, und auch auf die Stimmung in Stuttgart wollten die Beteiligten vorausblicken. Doch ist derzeit ein Interview mit Hansi Müller und Guido Buchwald möglich, ohne sie nach der herausragenden Saison des VfB Stuttgart zu fragen? Natürlich nicht! Die Antworten fielen prompt ziemlich bemerkenswert aus.

 

Beim EM-Podiumsgespräch von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ im „Palm Beach“, das von Sportchef Dirk Preiß moderiert wurde und an dem auch EM-Botschafterin Elisabeth Seitz (Turn-Europameisterin 2022) teilnahm, zeigten sich die beiden VfB-Ikonen begeistert von den aktuellen Leistungen ihres Ex-Clubs. „Der VfB ist die Überraschung schlechthin. Die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt, ist überragend“, sagte Hansi Müller, „Leidenschaft, Wille, Spielfreude – das Team zeigt exzellente Leistungen.“ Ähnlich wie der Europameister von 1980 äußerte sich der Weltmeister von 1990. „Von den ersten 13 Spielen zehn zu gewinnen, das ist sensationell“, meinte Guido Buchwald, „große Freude bereitet mir, dass dies kein Zufall oder Glück ist, sondern die Erfolge mit einer großen spielerischen Selbstverständlichkeit erzielt werden.“

„Spieler um bis zu 30 Prozent besser gemacht“

Ein Sonderlob der Ex-Profis erhielt VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. „Der Lauf der Mannschaft ist toll, das ist vor allem ihm zu verdanken. Er macht einen super Job“, erklärte Hansi Müller, „Hoeneß verfügt über eine gute Ansprache und weiß, wie seine Jungs ticken. Er hat mehrere Spieler um bis zu 30 Prozent besser gemacht.“ Von Guido Buchwald gab es für diese These Zustimmung, er meinte zudem voller Anerkennung, dass es Hoeneß gelungen sei, sein Team in puncto Raumaufteilung und Handlungsschnelligkeit auf ein höheres Niveau zu heben. Dies führt nun allerdings zugleich zu höheren Erwartungen. „Ich bin zuversichtlich, dass der VfB es ins internationale Geschäft schaffen wird“, sagte Guido Buchwald. Und auch der Blick von Hansi Müller geht nach Europa: „Die Chancen sind größer denn je. Ich bin guter Dinge, dass der VfB eine Sensationssaison spielen und bis zum Ende unter den ersten fünf, sechs Teams bleiben wird.“ Was wiederum Auswirkungen auf die Heim-EM haben könnte.

Müller und Buchwald rieten Bundestrainer Julian Nagelsmann jedenfalls, sich das eine oder andere VfB-Spiel mehr anzuschauen und sich dabei nicht alleine auf Chris Führich zu konzentrieren. Denn Waldemar Anton, Angelo Stiller und Deniz Undav sind bisher zwar noch ohne Nominierung, für die zwei VfB-Legenden aber ernsthafte EM-Kandidaten. Eine Innenverteidigung mit Mats Hummels und Waldemar Anton könne die benötigte Stabilität bringen, Angelo Stiller mache in Stuttgart einen sensationellen Job, Deniz Undav verfüge über den nötigen Torriecher. Alle drei, meinten Müller und Buchwald, hätten sich eine Berufung durch Nagelsmann verdient. Ob es im Sommer 2024 ein doppeltes Euro-Märchen gibt?