Hanselsprung in Schramberg Foto: 48GradNord PhotoGraphics

Der Hanselsprung am Sonntag gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten der Schramberger Fasnet.

Schon lange bevor die Glocke des Endivien-Butz zu hören war, hatten sich die Zuschauer am Sonntagnachmittag in der Schramberger Innenstadt in Position gebracht. Schließlich wollte niemand den Auftritt von Hansel, Narro, Da-Bach-na-Fahrern, Brüele, Elfer, Obernarren – und natürlich dem Kehraus – verpassen. Und gleich zu Beginn die wichtigste Nachricht des Tages: Alle großen und kleinen Narren blieben trocken.

 

Mit den ersten kräftigen „Hoorig, Hoorig“-Strophen, angestimmt von den Obernarren an der Spitze des Hanselsprungs, war die Stimmung gesetzt. Die Gäste sangen gut gelaunt mit und klatschten im Takt. Mehr als 800 Kleidlesträger zogen durch die Fußgängerzone, die Oberndorfer Straße, die Steige hinunter und auf der Hauptstraße zum Rathaus.

Vier Musikkapellen sorgten dafür, dass es nicht nur bunt, sondern auch ordentlich laut wurde. Während die letzten Hansel am Rathauseck noch Richtung Oberndorfer Straße sprangen, war die Menschenmenge in der Fußgängerzone längst in Bewegung. Zielstrebig ging es auf den vorderen Rathausplatz, wo sich die Zuschauer die besten Plätze für den Brezelsegen sicherten.

Narrenzunft verteilt mehr als 6000 Brezeln, Würste und Schokolädle

Beim „Sturm aufs Rathaus“ bewaffnen sich die Kleidlesträger bekanntermaßen mit Brezeln, Gutsle, Würste und Schokolade, um dann ihre wartenden närrischen Fans zu beglücken. Laut Narrenzunft wurden in diesem Jahr weit mehr als 6000 Brezeln, Würste und Schokolädle verteilt.

Während die Kleidlesträger im Inneren zu Gange waren, nutzten die Schramberger Stadtmusik sowie die Gastmusiker aus Rötenberg, St. Georgen und Dettingen die Gunst der Stunde für ein närrisches Platzkonzert. Zu Klassikern wie „Mary Lou“, „Über den Wolken, „Wahnsinn“ und „Biene Maja“ steppte nicht nur der Bär. Und als die Musiker dann gemeinsam den Narrenmarsch spielten, strömten die Akteure die Rathaustreppen hinter – wie immer gesichert durch Elterräte und Obernarren – und mischen sich unter die Zuschauern.

Am Ende blieb nicht nur der Regen aus, sondern auch kein Wunsch offen: volle Plätze, fröhliche Gesichter, klingende Musik und reichlich Brezeln. So darf ein närrischer Sonntag in Schramberg gern enden – hoorig, bunt und mit dem guten Gefühl, dass die Fasnet genau dort ist, wo sie hingehört: mitten unter den Leuten.