27 Narren, ein hochpeinliches Gericht und ein Brenneisen – mehr braucht es nicht für den Hanselschlag in Schramberg. Fast zumindest.
Traditionell findet am Montag vor dem Schmotzigen der Hanselschlag der Narrenzunft Schramberg statt. In diesem Jahr traten insgesamt 27 Hansel, Da-Bach-na-Fahrer, Brüele und Narro vor das hochpeinliche Narrengericht im „Zorbas“.
Kurz vor Beginn jedoch kamen die Elferräte und Obernarren ins Schwitzen. Denn beim Einstecken des Brenneisens, mit welchem im Anschluss die neuen Masken gebrannt werden, ging plötzlich das Licht aus. Doch kurze Zeit später war das Problem behoben und das hochpeinliche Narrengericht musste nicht im Dunkeln tagen.
Einzeln und allein
Begleitet von Zeremonienmeister Udo Neudeck betraten die Narren jeweils einzeln und allein das Nebenzimmer, in welchem hinter verschlossenen Türen das Narrengericht gespannt wartete. Hierbei nahm Neudeck insbesondere die jüngsten Narren, für welche dieses Ereignis teilweise ziemlich aufregend war, an die Hand. Mit geschultem und teils kritischem Blick betrachteten die Elferräte und Obernarren die Kleidle. Zudem bat Udo Neudeck die Kleidlesträger, einmal zu zeigen, ob sie ihrer neuen Aufgabe als Kleidlesträger gewachsen sind, indem sie gemäß des getragenen Kleidles einmal winken sollten, wie ein Da-Bach-na-Fahrer, springen, wie ein Hansel oder Narro und brüelen wie ein Brüele. Doch auch hierzu ließen sich die Narren nicht zweimal bitten und bereits die Jüngsten zeigten, welch großes Talent in ihnen steckt. Nachdem die Neu-Kleidlesträger vor dem Narrengericht ihre Sache gut gemacht hatten, erhoben sich alle Elferräte und Obernarren von ihren Plätzen und Zunftmeister Tobias Dold erklärte den jeweiligen Kleidesträger für würdig, der Hanselgilde der Narrenzunft Schramberg anzugehören.
Eintrag ins Hansel-Buch
Im Anschluss erhielt vor den Augen aller Anwesenden jeder Kleidlesträger einzeln den Narrenschlag durch Zunftmeister Dold verbunden mit der Aufnahme in die Hanselgilde durch den Eintrag in das Hansel-Buch. Abschließend erhielten die neuen Masken, welche erstmalig getragen werden ein Zeichen mit dem Brenneisen und einen Stempel ins neue Kleidle.
Abschließend durfte Zunftmeister Tobias Dold noch eine weitere Ehrung, einen besonderen „Schlag“, vornehmen. So wurde Achim Bendigkeit zum Obernarren geschlagen. Bendigkeit machte sich durch seine jahrzehntelange Tätigkeit in der Narrenzunft Schramberg verdient. So war er beispielsweise jahrelang Hanselmeister und hat 24 Jahre den Hanselausschuss geführt. Darüber hinaus ist er aktiver Da-Bach-na-Fahrer und ebenfalls beim Zunftball aktiv. „Du bist ein echter Narr! Daher haben wir am 11.11.2025 beschlossen, dass wir dich zum Obernarren ernennen“, betonte Dold.
Besondere Verdienste
Er überreichte Bendigkeit den Obernarren-Orden und schlug ihn zum Obernarren. Zudem erhielt er eine Urkunde, in welcher Bendigkeit „für seine besonderen Verdienste um die Schramberger Fasnet“ gedankt wird. Die Narren und Gäste belohnten das Ganze mit einem kräftigen Applaus.