Hans-Dieter Dreher war mit dem Holsteiner Wallach „Elysium“ nah dran an der Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Paris. So nah, wie der 52-jährige wohl nie mehr an das Ziel Olympia kommen wird. Doch jetzt scheint der Traum geplatzt zu sein.
Bester deutscher Springreiter im Weltcup-Finale, „Rider of the year“; Hans-Dieter Dreher erarbeitete sich mit dem zwölfjährigen Schimmel „Elysium“ einen Platz an der Spitze des Springsports, wurde in den Olympiakader aufgenommen. Doch anstatt mit der deutschen Mannschaft am Wochenende beim Fünf-Sterne-Spitzenturnier in Rotterdam im Nationenpreis zu starten, nahm er überraschend bei den „Ichenheim Classics“ teil. Dreher hat den Großen Preis von Neuried gewonnen, wurde bereits zuvor schon mit einem anderen Pferd neuer Südbadischer Meister und war der erfolgreichste Reiter des Turniers. Über das Turnier werden wir in der Dienstagsausgabe ausführlich berichten. Im Gespräch mit unserer Redaktion hat Dreher vor dem Turnier berichtet, wie es zu seiner Teilnahme in Ichenheim gekommen ist und wie es für ihn weitergehen wird.
Wie kommt es, dass Sie im letzten Moment noch ihre Nachnennung für die „Ichenheim Classics“ abgegeben haben?
Ich war vor zwei Wochen beim Springturnier im französischen La Baule am Start. Dort hatte ich drei Fehler. Daraufhin hat man mir mitgeteilt, dass ich nicht zum deutschen Team beim offiziellen internationalen Turnier in den Niederlanden in Rotterdam gehören werde. Ich bin sehr enttäuscht, denn mein Pferd „Elysium“ ist bis dahin sehr konstant gesprungen. Ich bin nach wie vor auf der Longlist für die Olympischen Spiele, aber meine Chance, dort zu starten, ist sehr gering. Ich werde jetzt abwarten und mache mir keinen Stress. Ich bin immer gerne in Ichenheim und bin sehr zufrieden mit allem hier auf dem Turnier. Ich genieße das Wochenende, ich habe mich lange genug über diese Entscheidung geärgert.
Sie haben mehrere Pferde mit nach Ichenheim gebracht, aber „Elysium“ hat an diesem Wochenende eine Ruhepause?
Ich hätte „Elysium“ gerne mitgebracht und wäre mit ihm dann hier in zwei S-Springen gestartet. Das hätte dem Pferd gut getan, denn er will immer was tun. Allerdings hat er als Schimmel eine sehr empfindliche Haut, man sieht, wie sie unter den weißen Haaren rosarot durchschimmert. Und bei der Schnakenplage hätte man bei ihm hier unbedingt Fliegenschutzmittel auftragen müssen und das hätte dann möglicherweise zu einer unerwünschten Hautreaktion führen können. Bei den Pferden, mit denen ich hier starte, wird Fliegenschutzmittel verwendet. Wir haben darüber hinaus im Stallzelt an der Decke Ventilatoren aufgehängt, und so geht es für die Pferde trotz der Schnakenplage.
Sie haben hier bereits am Donnerstag mit „Forpleasure du Moulin“ ein S-Springen gewonnen und sind auch als Trainer ihres Sohnes Ben bei den „Ichenheim Classics,“ wo auch die Südbadischen Meisterschaften ausgetragen werden?
Ben ist 15 Jahre alt und hat mit seinem Pferd „Captain Jack“ viel Spaß. Er könnte noch in der Juniorenwertung (bis 18 Jahre) an den Südbadischen Meisterschaften teilnehmen, startet aber in den anspruchsvolleren Prüfungen der Kategorie Junge Reiter (bis 21 Jahre). In Ichenheim reitet er in einigen Springprüfungen auch erstmals den 16-jährigen Hannoveraner „Prinz“.
Wie geht es für Sie jetzt weiter?
Kommendes Wochenende nehme ich am Reitturnier im niederländischen Geesthacht teil. Von dort geht es dann direkt zum CHIO in Aachen, wo ich in der deutschen Mannschaft sein werde. Ich werde abwarten, aber ich rechne nicht mehr damit, dass ich für Paris nominiert werde.