Hanna Nagel sah die Ehe als Gefängnis – und hat trotzdem geheiratet: „Die Ehe“ von 1930 (Ausschnitt) Foto: Hanna Nagel/ Kunsthalle Mannheim

Hanna Nagel hat scharfzüngig festgehalten, was sie umtrieb. In Mannheim sind ihre Zeichnungen zu sehen zur Ehe als Gefängnis und Sex mit Angst im Nacken.

Der Kunstbetrieb ist gnadenlos. Die Kunst selbst mag ihrem Wesen nach anarchistisch sein, das System aber ist konservativ und hält klare Hierarchien und Regeln hoch. Eines der unausgesprochenen Gesetze besagt, dass Gemälde die Krönung künstlerischen Schaffens sind – während Zeichnungen und Drucke eher als Beiwerk gelten. Pech für Hanna Nagel. Sie war eine brillante Zeichnerin. Auf ihren Frauenporträts sieht man die feinen Falten der Nylonstrümpfe und ist der Pelzkragen des Mantels so fluffig geraten, dass es einen schon beim Hinschauen kitzelt. Jedes Detail hat Hanna Nagel ausformuliert – aber sie hat eben nur gezeichnet und keine mächtigen Gemälde mit viel Farbe produziert. Deshalb konnte sie nicht berühmt werden.

Angebot wählen
und weiterlesen

Unsere Abo-Empfehlung:

Probeabo Basis
0,00 €
Alle Artikel lesen.
  • 4 Wochen kostenlos
  • Danach nur 6,99 € mtl.*
  • Jederzeit kündbar
* Monatspreis nach 12 Monaten: 9,99 €
Jetzt kostenlos testen
Jahresabo Basis
69,00 €
Alle Artikel lesen.
  • Ein Jahr zum Vorteilspreis
  • Danach jederzeit kündbar
* Monatspreis nach 12 Monaten: 9,99€
Jetzt bestellen