Mit „Hank Häberle Reloaded“ feiern 1350 Fans in Empfingen ihr Idol: Die frühere Begleitband „Dagdiab“ bringt den schwäbischen Country-Sound zurück.
Wenn mehr als 1000 Fans enthusiastisch „Häberle, Häberle“ skandieren, dann ist selbst in der Country-Western-Abteilung des Himmels Party. Auch „Wenn’s em Hemmel net so isch wia em Ländle“ wie der so sehr vermisste Mr. Häberle schon zu Lebzeiten wusste.
Der am 1. Januar 2007 verstorbene Country-Musiker Hank Häberle Junior schaute sicher vom Himmel aus zu, als seine alte Band „Dagdiab“ am Samstagabend in der Empfinger Tälessee-Halle die guten alten Zeiten wieder aufleben ließ.
Frontman und Sänger Mario „Mari“ Eckhardt hatte zusammen mit Drummer Harald „Harry“ Wester die Idee zu einem „Hank Häberle Reloaded“ und Martin Kallfass aus Seewald-Erzgrube lud die Band auf einen Gig nach Empfingen ein.
Absolut textsicher
Die Tälessee-Halle wurde an diesem Abend zum Mekka der „Schbätzles-Cowboys“ die ihrem Idol auch noch nach 19 Jahren huldigten. Jedes Lied wurde nicht nur absolut textsicher mitgesungen, nein, es wurde geradezu zelebriert. Logisch, dass niemand in der Halle ein Dinkelacker oder Hofbräu in der Hand hatte, denn wie reimte Bernhard Soppa, wie Häberle mit bürgerlichem Namen hieß, schon 2001? „S gibt koin Platz wo i jetzt lieber wär als wie hier. Bei eich Drecksäck, scharfe Weiber on kaltem Woizebier“. Und genau das war als Getränk des Abends angesagt: Kaltes Weizenbier im Becher.
Und die Damen im Saal freuten sich, dass sie als „scharfe Weiber“ besungen wurden und die Herren grölten den schwäbischen Ehrentitel „Drecksack“, der in der lyrischen Sprache der Schwaben sowohl eine Beleidigung als auch eine Hommage an einen cleveren Burschen sein kann, aus voller Kehle mit.
1350 Fans sind da
Es war ein Gemeinschaftserlebnis der ganz besonderen Art und die Mannen von „Dagdiab“ gaben alles, um zusammen mit den 1350 Fans, die an diesem Abend, zum Teil in Bussen, der ein oder andere aber vielleicht auch im GTi, anreisten und dabei schon auf der Autobahn sangen: „Platz do weg do, aus dr Bahn, weil i fahr GTi. Ronder von dr linke Spur - die isch extra gmacht für so Ärsch wie mi“ eine echte Hank-Häberle-Reloaded-Party zu feiern.
Die „Dagdiab“, das sind Sänger und der Mann mit der Western-Gitarre, an der ein Fuchsschwanz hing, Mario „Mari“ Eckhardt, Drummer Harald „Harry“ Wester, Winfried „Winni“ Wohlbold an der Pedal-Steel-Guitar und Norbert Dengler, der E-Gitarre und Banjo spielt und Mari gesanglich unterstützt, und die bei diesem Gig noch von einem Gastmusiker am E-Bass und an der Fiddle unterstützt wurden, brachten den Country-Sound so authentisch, ungefiltert und direkt auf die Lautsprecher, dass stillstehen fast nicht möglich war. Egal, ob es nun die Oldies mit den Cowboy-Hüten aus Leder waren, die jungen Mädels vor der Bühne oder die vielen Edel-Fans, die man an ihren Häberle-T-Shirts erkannte, sie alle bewegten sich zum Country-Western-Sound.
Dichtgedrängt standen die Fans von dem Mann, der einst den Schwabenrock mit Country-Sound auf die Bühne brachte und feierten jeden Song, die Häberles frühere Begleitband „Dagdiab“ im Original-Sound und den Texten voll schöner schwäbischer Lyrik über die Lautsprecher jagte.
Show geht drei Stunden
Gemeinsam suhlte man sich drei Stunden in wohligen Erinnerungen, sang „I will hoim ens Schwobaland. I will zrück an mei Neckarstrand. I tausch die Rockys gegen Schwarzwald – I will Hoim ens Schwobaland“, trank abgestandenes Weizen und feierte im ständig wechselten Bühnenlicht und Kunstnebel stehend, als gäbe es kein Morgen mehr.