Die Handwerkskammer kann mit einem deutlichen Plus bei den Azubis punkten – auch im Lebensmittelbereich. Foto: Andrea Fabry

Die Handwerkskammer Karlsruhe freut sich über einen Zuwachs bei den Betrieben und einem deutlichen Plus bei den Auszubildenden.

„Großkonzerne bauen derzeit auch in der Region massiv Stellen ab. Nicht so das Handwerk, das vergleichsweise krisenfest ist. Das spricht sich bei Schülerinnen, Schülern und deren Eltern herum“, so Präsident Karsten Lamprecht bei der Jahres-Pressekonferenz der Handwerkskammer Karlsruhe.

 

Ins aktuelle Ausbildungsjahr starteten in der Region 2386 Lehrlinge. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 7,6 Prozent. Damit liege die Handwerkskammer Karlsruhe übrigens an der Spitze aller acht baden-württembergischen Handwerkskammern. „Den jungen Menschen ist aber nicht nur die relativ hohe Krisenresistenz des regionalen Handwerks wichtig. Sie erkennen auch, dass sich im Handwerk die Zukunft gestalten lässt. Ich nenne nur Energiewende, E-Mobilität, Infrastrukturprojekte und Digitalisierung als Stichwörter“, sagt Lamprecht weiter.

Betriebe beschäftigen aktuell rund 113 850 Mitarbeiter

Mittlerweile gibt es in den sieben Stadt- und Landkreisen, die zur Handwerkskammer Karlsruhe zählen, 20 858 (2024: 20 674) Betriebe. „Das ist ein Allzeithoch. Es belegt ebenfalls eindrücklich die Bedeutung des Handwerks. Ohne uns ginge nichts in der Region“, so Walter Bantleon, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Karlsruhe. Die Betriebe beschäftigen aktuell rund 113 850 Mitarbeiter. Sie erlösten wie im Vorjahr 18,2 Milliarden Euro.

Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zeigten sich 22 Prozent der Betriebe optimistisch: Sie gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage im ersten Quartal 2026 verbessert. Jeder zweite Betrieb (51 Prozent) geht von einer gleichbleibenden Situation aus. 27 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

„Das Handwerk leistet meisterhaft Integration“

Jede Optimistin, jeder Optimist sei besonders wertvoll in diesen konjunkturell rauen Zeiten, sagt Bantleon. Die deutsche Volkswirtschaft ist 2025 nur minimal um 0,2 Prozent gewachsen. Beim Blick aufs letzte Quartal 2025 zeigt sich, dass es auch im regionalen Handwerk insgesamt nicht mehr so gut lief wie in den Vormonaten. 43 Prozent der Betriebsinhaber sprechen in der Umfrage von einer guten Geschäftslage. 38 Prozent vergeben die Note „befriedigend“, und 19 Prozent wählen die Einschätzung „schlecht“. Damit hat sich eine Verlagerung von „gut“ hin zu „befriedigend“ ergeben.

Das Handwerk funktioniere in weiten Teilen nur, indem Mitarbeiter aus aller Welt mitwirken. „Das Handwerk leistet meisterhaft Integration. Menschen mit Migrationshintergrund lassen sich kaum besser integrieren als durch Arbeit, durch Kontakt mit Kollegen und mit Kunden“, so Bantleon weiter.

Die Schulbildung der neuen Azubis steigt

Auch beim Handwerker-Nachwuchs ist diese Entwicklung augenfällig. Im Vorjahr gab es 175 Azubi-Neuverträge für Menschen mit Fluchthintergrund – ohne Ukraine. Inzwischen sind es 659 Neuverträge. Und die Zahl der Berufsstarter im Handwerk aus der Ukraine stieg von 39 auf 179.

Die beliebtesten Ausbildungsberufe sind Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Auffallend: Die Schulbildung der neuen Azubis steigt: Im Vorjahr hatten 15,2 Prozent das Abitur oder die Fachhochschulreife. Nun sind es 16,6 Prozent.

Zum Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe gehören die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.