Kreishandwerksmeister Bernd Simon (von links), Luca Fleig, Handwerkskammerpräsident Werner Rottler, Fabricio Vosseler, Innungsobermeister Hubert Nowack, Samuel Klöpfer, Bürgermeister Matthias Winter, Felix Kiefer und Tobias Herforth (Verkaufsleiter Dachbau und Geschäftsführer, Kemmler Oberndorf). Nicht im Bild: die ebenfalls Erstplatzierte Anna Eckhardt. Foto: Fahrland

Vier Zimmerer-Gesellen teilen sich die ersten drei Plätze.

Die Auszeichnung der besten Zimmerergesellen der Innung Rottweil fand wie, schon seit vielen Jahren, bei einer Feierstunde in der Kemmler-Niederlassung Oberndorf statt, die Mitte Oktober ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert hatte.

 

Geschäftsführer Tobias Herforth freute sich, diese liebgewonnene Tradition fortzuführen. Er begrüßte mit den Preisträgern, ihren Partnern und Angehörigen auch die Vertreter der Ausbildungsbetriebe, der Bildungsakademie, der Zimmerer-Innung Rottweil, der Handwerkskammer Konstanz, Kreishandwerksmeister Bernd Simon aus Tuttlingen sowie den Oberndorfer Bürgermeister Matthias Winter und lud zum Austausch beim gemeinsamen Abendessen ein.

Innungssiegerin im Denkmalschutz aktiv

Innungsobermeister Hubert Nowack wünschte den Innungssiegern viel Erfolg für ihre berufliche Laufbahn und dankte den Eltern, Lehrern und Ausbildern für ihre Unterstützung. Unter dem Applaus aller Anwesenden zeichnete er mit zusammen mit Herforth die Preisträger aus, die nützliche Präsente für den täglichen Gebrauch im Handwerk erhielten. Nowack erklärte die Abwesenheit der Innungssiegerin seines Betriebes mit ihrem Standdienst auf der Denkmalmesse in Leipzig. Bei einem Projekt der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Ahrtal habe sie dazu beigetragen, Fachwerk auszubessern und historische Bausubstanz zu erhalten.

Fachkräfte dringend gesucht

„Es ist unglaublich wichtig, dass wir ausbilden, sowohl im kaufmännischen und logistischen als auch handwerklichen Bereich“, hatte Herforth zu Beginn die Ausbildungsquote in den Blick genommen und den Kemmler-Standort eingereiht in die zahlreichen attraktiven Ausbildungsbetriebe der Region mit ihren fähigen Ausbildern. Der leidgeplagte Stoßseufzer eines Kunden „Handeln Sie nicht auch mit Personal?“ habe gezeigt, wie sehr es an allen Ecken und Enden an Fachkräften fehle. Umso mehr wolle man den Preisträgern die gebührende Ehre zukommen lassen.

Bodenständig und sinnstiftend

Handwerkskammerpräsident Werner Rottler nahm die ausgestellten Gesellenstücke als Beweis dafür, was die Zimmerer aus dem vielseitigen Material Holz mit eigenen Händen zu schaffen imstande seien. Das Handwerk brauche Menschen, die anpacken und mit Optimismus voranschreiten. Mehr als 140 Auszubildende entscheiden sich laut Rottler jährlich im Kammergebiet für das Zimmerer-Handwerk. Dieses Berufsfeld sei real, bodenständig, sinnstiftend und bewahre kulturelle Wurzeln, ohne sich neuen Technologien zu verschließen, die dankbar eingesetzt würden. Mit Abschluss der Ausbildung sei die Basis gelegt, um sich mit Fachwissen und Sachverstand in Beruf, Ehrenamt und Politik einzubringen und sich der Weiterbildung zu Meistern und Führungskräften zu widmen.

Es gelte, die hervorragenden Perspektiven zu nutzen, da viele Betriebe vor der Übergabe stünden. Auch verlässliche Partner, gute Netzwerke und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit seien von großer Bedeutung für die Zukunft. „Tragen Sie ihren Berufstitel mit Stolz und Leidenschaft und gehen Sie Ihren eigenen Weg“, riet Rottler den erfolgreichen Zimmerergesellen.

Gesellen und die Betriebe dürfen stolz sein

Bürgermeister Matthias Winter überbrachte die Glückwünsche der Stadtverwaltung und des Gemeinderats. Er äußerte Wertschätzung, Dank und Bewunderung für die Leistungen der Junghandwerker. „Die beste Wette auf die Zukunft sind Sie.“ Die Gesellen und Betriebe dürften stolz aufeinander sein. Kunden wie er seien froh über die Experten, die mit ihrer Hände Arbeit Nützliches erschaffen. Das Handwerk verspreche gute Verdienstmöglichkeiten, und ein Meistertitel sei ebenso wertvoll wie ein Doktortitel. Fachkräfte seien überall gesucht, doch hoffe er, dass auch diejenigen, die fern der Heimat etwa auf der Walz Erfahrung sammeln, eines Tages in die Region zurückkehren.

Die Innungssieger sind:
1. Plätze: Samuel Klöpfer aus Dornhan (Ausbildungsbetrieb Zimmerei Heinzelmann GmbH Oberndorf-Boll) und Anna Eckhardt aus Rottweil (Ausbildungsbetrieb Zimmerei Hubert Nowack, Rottweil, jeweils Gesamtnote 1,4)

2. Platz: Fabricio Vosseler aus Vöhringen (Ausbildungsbetrieb Kitzlinger Haus Sulz, Gesamtnote 1,5)

3. Platz: Luca Fleig aus Tennenbronn (Ausbildungsbetrieb Zimmerei Michael Moosmann Tennenbronn, Gesamtnote 1,6)