Der 22-jährige Schömberger Jannis Rentschler hat etwas Besonderes geschafft. Der Glaser darf sich zur Elite Deutschlands zählen.
Der Schömberger Jannis Rentschler ist beruflich auf der Überholspur. Nach dem Abitur am Enztal-Gymnasium in Bad Wildbad hat der 22-Jährige eine Ausbildung zum Glaser, Fachrichtung Fenster- und Fassadenbau, bei der Firma Lauber in Singen (Hohentwiel) im Landkreis Konstanz absolviert. Bei der Gesellenprüfung im Juni schnitt Rentschler mit „sehr gut“ ab. Er erhielt 99 von 100 möglichen Punkten. Damit schnitt er bei der Handwerkskammer Konstanz am besten ab.
Mit seinen 99 Punkten nahm Rentschler am Landeswettbewerb teil. Die für die Teilnahme notwendigen 90 Punkte hatte er damit locker geschafft. An diesem Landesentscheid im Oktober in Karlsruhe nahmen die Sieger der acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg teil.
Handarbeit vom Feinsten
Dabei wurde Rentschler praktisch geprüft. Er baute ein Holzfenster fertig. Außerdem hat er die Musterecke eines Kunststofffensters abgezogen, verschliffen und poliert. Was normalerweise eine Maschine erledigt, war Handarbeit vom Feinsten. Rentschler bekam 90 von 100 möglichen Punkten und wurde Landessieger.
Begeistert war Rentschler von der „schönen Atmosphäre“ bei der Siegerehrung in Karlsruhe.
Baden-Württembergs Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Nicole Hoffmeister-Kraut, gratulierte ihm persönlich.
Gesellenstück neu bewertet
Die nächste Stufe war der Bundeswettbewerb. Geprüft wurde Rentschler da nicht mehr. Stattdessen bewertete die Jury des Bundesinnungsverbandes sein Gesellenstück neu. Außerdem flossen die Ergebnisse des Landeswettbewerbs mit ein. Da war dann doch eine „größere Unsicherheit“, wie es ausgehen könnte, erinnert sich Rentschler im Gespräch mit unserer Redaktion.
Besonders groß war die Freude, als Rentschler auch noch Bundessieger wurde. Die Siegerehrung war im Dezember im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main. Zu Gast war auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein.
Nach diesem Erfolg hat Rentschler das nächste Ziel vor Augen. Derzeit absolviert er ein duales Studium an der Berufsakademie Melle bei Osnabrück, um nach drei Jahren Ingenieur für Fenster- und Glasfassadentechnik zu sein. Im ersten und dritten Jahr wechseln sich jeweils drei Monate Theorie an der Berufsakademie und drei Monate Praxis im elterlichen Betrieb Fensterbau Rentschler in Schömberg ab. An der Berufsakademie stehen noch einmal Prüfungen an. Zudem schreibt er eine Bachelor-Arbeit.
Im zweiten Jahr besucht Rentschler die Fachschule für Glas-, Fenster- und Fassadenbau Karlsruhe und legt seine Meisterprüfung ab.
Abwechslung im Beruf
Wie es nach dem Studium weitergeht, weiß Rentschler auch schon. Er übernimmt den elterlichen Betrieb: „Mir macht das Handwerk Spaß.“ Er schätzt die Abwechslung auf den Baustellen und die Fertigung in der Werkstatt.
Die Inhaber und Geschäftsführer von Fensterbau Rentschler in Schömberg sind die Eltern von Jannis Rentschler, Glasermeisterin Angela Rentschler, und ihr Ehemann, der Maschinenbautechniker Edgar Burkhardt. Sie beschäftigen neun Mitarbeiter, darunter einen Azubi und Sohn Jannis Rentschler als dualen Studenten.
Das Unternehmen gründete 1954 Hermann Rentschler, der Vater von Angela Rentschler. Mit Jannis Rentschler steht die dritte Generation in den Startlöchern.