Ute Baier (von links) und Karola Stoll übergaben den Friseurbetrieb an Jessica Wacker. Foto: Günther Wallburg

Karola Stoll übergab nach mehr als 40 Jahren ihre Firma an Jessica Wacker.

Nach 41 Jahren wurde der Friseurbetrieb Stoll in Calw-Wimberg jetzt doch nicht geschlossen, sondern an die neue Inhaberin Jessica Wacker übergeben. Viele Kunden und Freunde verabschiedeten sich von Karola Stoll und hießen Jessica Wacker willkommen.

 

Erst im Frühjahr vergangenen Jahres feierte Stoll noch das 40-jährige Bestehen ihres Salons. In Anerkennung für vorbildliche Betriebsführung wurde ihr seinerzeit dafür eine Ehren-Urkunde der Handwerkskammer Karlsruhe überreicht.

Zeitgleich erhielt Wegbegleiterin Ute Baier in Würdigung vorbildlicher 40-jähriger Betriebstreue die Treue-Medaille in Gold. Wie es zu jener Zeit mit dem Betrieb weitergehen sollte, wussten damals beide noch nicht. Wie Karola Stoll es beschrieb, hoffte sie stets insgeheim, gute Nachfolger zu finden, die ins Milieu passen und für die Frisieren eine Passion ist, so wie es bei den beiden immer der Fall gewesen war.

Intensive Suche

Aber trotz intensiver Suche sei ewig kein Licht am Horizont zu sehen gewesen. Als Konsequenz daraus teilte Karola Stoll schweren Herzens ihrer Kundschaft mit, den Betrieb zum 31. Juli schließen zu müssen. Der stille Wunsch beider Frauen, gleichzeitig in Rente zu gehen, schied jedoch allein schon jahrgangsmäßig aus. Also bahnte sich auch da für Ute Baier ein weiteres Problem an.

Der Umstand, dass die jetzige Nachfolgerin, Jessica Wacker, selbst bis vor einiger Zeit noch einen Friseurbetrieb in Weil der Stadt führte und ausgerechnet vor wenigen Monaten nach Calw-Wimberg umzog, brachte schließlich die große Wendung. Stoll bezeichnete es in ihrer Abschiedsrede als ein kleines Wunder und wischte sich in einem unbemerkten Moment dabei eine Träne aus den Augen.

Karola Stoll und Ute Baier waren eben in Wimberg die Institution schlechthin. Eine Schließung war demzufolge unvorstellbar.

Stoll hat 43 Jahre, Baier 41 Jahre in Wimberg als Friseuse gearbeitet. Die letzten 22 Jahre führten die beiden den Betrieb allein. Von 1983 bis 2000 hat die emsige Friseurmeisterin Stoll neben ihrem Tagesgeschäft elf weibliche und einen männlichen Friseur ausgebildet, worauf sie besonders stolz ist.

Zentraler Treffpunkt

Ohne die tatkräftige Unterstützung ihres treuen Teams hätte Stoll das jedoch nie schaffen können, meinte Stoll, die ihren Betrieb und die angeschlossene Lotto-Annahmestelle immer selbst als „den zentralen Treffpunkt“ in der Kommune ansah, wo sich jeder trifft und wo man sich gerne austauscht.

Auch ihrem Mann und Schwager Roland dankte Stoll für ihre handwerklichen Dienste. Gerade dieser zentrale Treffpunkt mit Lotto-Annahmestelle und Ute Baier als Bindeglied soll nun Bestand haben.

Wie Jessica Wacker bestätigte, wird es auch von ihrer Seite keine Veränderung bei Einrichtung, Personal, Lotto-Annahmestelle und dem familiären Charakter im zentralen Treffpunkt der Siedlung geben. Mit den Worten „Wir sind hier eine große Familie, wo sich eben jeder kennt“ verabschiedete sich Stoll und bedankte sich bei ihrer langjährigen und treuen Kunden, die am letzten Tag so zahlreich erschienen sind, um ihrer Karola Dank zu sagen und sie persönlich zu verabschieden.