Im Burladinger Ortsteil-Gauselfingen eröffnet im Retro-Rathaus jetzt der erste Umsonstladen im Zollernalbkreis. Barbara Gerlach gründete und betreibt ihn.
„Kostnix“ hat die 63-jährige, ehemalige Ortschaftsrätin und pensionierte Lehrerin Barbara Gerlach ihren Umsonstladen genannt.
Er ist am Mittwoch, 23. Oktober, von 14 bis 18 Uhr zum ersten Mal geöffnet. Nachdem Ortsvorsteherin Silvia Roos von der Idee so begeistert war und einen Raum im Gauselfinger Retro-Rathaus zur Verfügung stellte, legte Gerlach los. „Diese Wegwerf-Mentalität kann ich nicht ausstehen“, kommentiert sie ihre Beweggründe.
Die Idee ist geklaut aber wurde schon prämiert
Für ihre Aktion wider die Wegwerfgesellschaft und das Bemühen, gut Erhaltenes und funktionstüchtigen Hausrat in diesem Laden wieder an den Mann und die Frau zu bringen, hat Gerlach erst einmal selber in die Tasche gegriffen und kräftig investiert.
Flyer hat sie drucken lassen, stabile Regale gekauft, Kleiderbügel angeschafft und ein Poster mit einem großen Aufsteller fertigen lassen. Dass sie für den Raum keine Miete zahlen muss, hilft ungemein. „Sonst wäre das gar nicht machbar.“
Die Idee hat Barbara Gerlach, die in ihrer Freizeit im Burladinger Gospel-Chor InSpirit singt, „von einer Freundin aus Lenningen geklaut“, sagt sie lachend.
Die hat das – ebenfalls in einem städtischen Gebäude – schon vor einiger Zeit angefangen. In Hamburg wurde vor zwei Jahrzehnten ein Umsonstladen gegründet, der bald darauf einen Nachhaltigkeitspreis bekam.
Ordentlich abgeben statt einfach abstellen
Danach öffneten bundesweit immer mehr, machten die Idee vom Shoppen ohne Geld populär. Die Läden helfen, Ressourcen zu schonen und werden als soziale Alternative zum üblichen Konsumverhalten gefeiert; nicht selten sind die Treffpunkte für blühenden Tauschhandel und Wiederverwertung.
Jetzt hat auch der Zollernalbkreis seinen ersten Umsonstladen – im größten Burladinger Ortsteil Gauselfingen. Und weil die Idee sich schon vor der Eröffnung herumgesprochen hat, ist er recht gut bestückt. Bürger brachten Bekleidung, Spiele, CDs, Filme oder Geschirr, Kinderbücher, Haushaltsgeräte, Puppen und Spielzeug.
Rathauschefin Silvia Roos musste gar ein Schild aufhängen, dass die Sachen nicht einfach vor dem Rathaus abgestellt werden dürfen, sondern zu den Öffnungszeiten – vorerst jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr – abgegeben werden sollen.
„Wir wollen vermeiden, dass Leute hier einfach ihren Sperrmüll abstellen. Ich möchte das aussortieren und sehen, was da abgegeben wird“, sagt sie mit klarer Idee.
Den Laden will Barbara Gerlach vorerst immer mittwochs am Nachmittag offen halten, von 14 bis 18 Uhr. Dann kann sie sehen,was gebracht wird, kann Leuten helfen, etwas zu finden, was sie noch brauchen können.
„Ich will auch eine Pinnwand machen, wo Leute die etwas suchen, oder solche, die etwas abzugeben haben, ihre Kontakte austauschen können“, sagt sie. Und wenn der Laden brummt, dann, so sagt sie, kann sie sich auch vorstellen, den „Kostnix“ öfter zu öffnen.