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Handball Wie geht es bei HBW-Kapitän Martin Strobel weiter?

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Nach 17 Jahren Profi-Handball sieht HBW-Spielmacher Martin Strobel den richtigen Zeitpunkt gekommen, um aufzuhören. Foto: Kara

Viel Zeit für die Familie hat aktuell während der Corona-Krise auch Handball-Ikone Martin Strobel. Seine beiden Kinder beschäftigen ihn, genauso wie Dinge daheim in Rottweil, die lange liegen geblieben sind - und natürlich das Training.

Wie die anderen Spieler des Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten hält sich der 33-Jährige aktiv fit für den Moment, wenn es mit der Handball Bundesliga (HBL) wieder losgehen könnte. 

An ein baldiges gemeinschaftliches Mannschaftstraining glaubt Martin Strobel jedoch nicht. "Es kommt darauf an, ab wann wir wieder spielen können. Das ist die Kunst. Wir haben jetzt schon eine lange Phase, in der wir kein Handball spielen und nicht trainieren konnten. Das heißt wir müssen das behutsam angehen und mit Bedacht, da dann auch die Verletzungsgefahr extrem hoch ist", erzählt Strobel, der sich mit Verletzungen gut auskennt. Am 21. Januar 2019 zog er sich im Nationaltrikot eine schwere Knieverletzung zu. Erst nach 286 Tagen kehrte er zurück aufs Hallenparkett. 

Zudem ist die Sparkassenarena aktuell das Zentrum der Corona-Schwerpunktambulanz, die die Hausärzte im Zollernalbkreis entlasten soll. Das wird auf jeden Fall die nächsten Wochen so sein. Dadurch habe der HBW auch aufgrund der Schließung der Turnhallen nicht groß die Möglichkeit zu trainieren, so Strobel.

Ist der 16. Mai zu halten?

Spätestens am 16. Mai soll es nach aktueller Prognose in der HBL mit den Bundesligaspielen weitergehen. "Ohne Zuschauer zu spielen, wird im Handball nicht machbar sein", sagt Martin Strobel und verdeutlicht, dass im Fußball der Anteil der TV-Gelder um ein Vielfaches höher ist als im Handball. Alles was Sponsoring und Ticketing angehe, sei deutlich höher gewichtet, als das Fernsehgeld.

Im Alltag versucht Martin Strobel sich an die Vorgaben in der Coronakrise zu halten. "Ich denke, dass uns das alles noch ein bisschen länger beschäftigen wird", sagt der 33-Jährige, der versucht, die Dinge rational zu betrachten und nicht in Panik zu verfallen. Der Handballer unterstreicht aber, dass sein im Februar angekündigtes Karriereende definitiv feststeht.

Hoffnung auf "krönenden, schönen Abschluss"

Das Thema Olympia als krönender Abschluss hat ihn im Nachgang nicht mehr groß beschäftigt. "Es ist so, dass man sich das Ganze an sich ein bisschen normaler vorgestellt hat mit dem Ende der Saison. So ist es jetzt eben und man muss es so hinnehmen, wie es eben ist. Ich bin auch nicht so, dass ich jetzt extrem wehmütig bin, mir gehts mehr darum, dass wir alle irgendwann mal in die Normalität zurückfinden. Und dann ist es für mich besser, als wenn ich sagen kann, ich habe einen krönenden, schönen Abschluss gehabt."

Auf die Frage, ob es sein könnte, dass man Martin Strobel gar nicht mehr im Trikot der "Gallier von der Alb" sehen könnte, sagt er: "Das kann durchaus sein. Natürlich bin ich mit dem Gedanken schon umgegangen. Ich sehe es so, dass ich es akzeptieren muss, was die reinen Wettkampfspiele angeht. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit eines Freundschaftsspiels, bei dem ein passender Rahmen gefunden wird, ob das so kommen wird, weiß ich nicht."

Finanziell gibt es natürlich in der HBL auch große Ängste. Klar ist, die Handball-Bundesligisten sind sehr von den Sponsoren abhängig, In der nächsten Saison könnte es allgemein so sein, dass Unternehmen ihre Etats für Sponsoring zurückfahren. Doch wie wird die aktuelle Saison bei einem Abbruch gewertet? Im Handball gebe es diverse Szenarien, die eintreten könnten - von der Wertung der Hinrundentabelle bis zur kompletten Annullierung, schätzt Strobel die Lage ein. 

Geburtstag im Juni

Im Juni wird Martin Strobel 34 Jahre. "Vom Dezember bis zu den letzten Partien hatten wir viele Spiele. Die Saison ist wegen Olympia sehr früh wieder gestartet, da hatte man wenig Zeit, um Blessuren auszukurieren", erzählt Strobel und ergänzt: "Da merkt man erst, was Leistungssport über die Jahre mit dem Körper macht." 

Die unfreiwillige Pause tut seinem von Verletzungen geplagten Körper gut. "Ich konnte mir nie vorstellen, dass ich bis 38 oder 39 spielen werde." Mitte 30 sei schon immer ein Thema gewesen. Manchmal sei es auch so ein Gefühl, das man habe, wenn das eine zum anderen komme und es der richtige Zeitpunkt für den Abschied sei, berichtet Strobel. 

Und auch für die Zukunft, für die Zeit nach dem aktiven Handball, hat Martin Strobel bereits Pläne. Er macht sich selbstständig und arbeitet freiberuflich im Bereich Teamentwicklung im Bereich Wirtschaft und Sport. "Jetzt habe ich genug Zeit, um ein paar andere Dinge vorzubereiten", sagt der erfolgsverwöhnte Handballer, der beim HBW Balingen-Weilstetten eine ganze Ära geprägt hat.

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