Patrick Sandelmann war wieder der treffsicherste Spieler der Verbandsliga. Trotzdem muss die SG Freudenstadt/Baiersbronn den Schritt in die Landesliga gehen. Foto: Klisch

Die SG Freudenstadt/Baiersbronn muss in die Landesliga runter. Nach einer schweren Saison fiel die Entscheidung über den Abstieg im letzten Spiel, obwohl das sogar gewonnen wurde.

Einen äußerst bitteren letzten Verbandsligaspieltag erlebten die Handballer der SG Freudenstadt/Baiersbronn zuletzt. Denn im Endspiel um den Klassenerhalt siegten die Schwarzwälder zwar gegen den Tabellendritten SV Fellbach mit 26:24, doch trotzdem reichte es nicht zum Klassenverbleib.

 

Parallel spielte nämlich auch der TV Spaichingen gegen den Zweiten TV Oeffingen. Die Spaichinger siegten zwar nicht, sondern holten ein Unentschieden, doch dadurch waren sie punktgleich mit der SG Freudenstadt/Baiersbronn und hatten das bessere Torverhältnis, wodurch sie auf Rang elf in der Liga bleiben und die SG in die Landesliga absteigt.

„Wir haben die Live-Ergebnisse während dem Spiel gar nicht verfolgt und erst danach Bescheid bekommen“, schildert Co-Trainer Drazen Dropuljic den Ablauf nach der Partie. So stand der bitter-süße Sieg gegen die starken Fellbacher, der am Ende aber kaum Beachtung fand. „Im Endeffekt war es verdient. Spaichingen hat ein Unentschieden gegen den Zweiten geholt und steht somit einfach am Ende besser da“, fasst es der erfahrene Ex-Spieler zusammen.

„Geht fast immer schief“

Er weiß auch, dass der Abstieg sich nicht allein im letzten Spiel entschieden hatte, sondern, dass über die Saison „viele Punkte verschenkt wurden“. So musste die SG dann darauf schauen, was der TV Spaichingen machte. „Wenn man darauf angewiesen ist, was andere machen, dann geht es fast immer schief“, weiß Dropuljic.

Trotzdem sieht der 31-Jährige, der die Mannschaft mit seinem Vater Mario Dropuljic trainier, nicht nur die negativen Seiten des Abstiegs. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Der älteste Spieler ist 26 Jahre. Es steckt noch viel Potenzial im Team. In der Landesliga sind wir besser aufgehoben“, sagt Dropuljic, der selbst nicht mehr spielen wird aufgrund von anhaltenden Schulterproblemen.

Auch das letzte Spiel gegen Fellbach gibt dem Freudenstädter Hoffnung, dass die Mannschaft sich weiterentwickeln kann. „Auf die Leistung lässt sich aufbauen. Wenn wir so spielen wie zuletzt, mache ich mir keine Gedanken, dass wir in der Landesliga Probleme haben könnten“, sagt er frohen Mutes.

Neue Spieler

Der Coach hofft nun, dass die Landesliga dafür sorgte, dass die Spieler ist Selbstvertrauen wieder finden können. „Wenn du so viel verlierst, dann ist das in den Köpfen.“

Zur kommenden Saison haben nun drei A-Jugendliche die Option, zum Team zu stoßen. „Das hängt von ihnen selbst ab, die Chance haben sie.“

Aufgehört hat Christian Gubler. „Ein wichtiger Mann in der Abwehr. Er macht aus beruflichen und körperlichen Gründen nicht mehr weiter. Ein zuverlässiger Spieler, der aber immer wieder Probleme mit Verletzungen hatte“, sagt Dropuljic über den scheidenden Gubler.

Mit Fabian Decker stößt zudem ein neuer Spieler zur SG. Er kommt vom ASV Ottenhöfen und kennt einige der jungen Spieler wie Lars und Patrick Sandelmann aus der Zeit in der Jugend bei der Auswahl.

Dass die SG mit diesen jungen Spielern noch viel Potenzial hat, zeigt sich auch daran, dass Patrick Sandelmann erneut Torschützenkönig der Verbandsliga geworden ist. 272 Tore in 26 Spielen hat der Freudenstädter geworfen. 64 Tore mehr als der Verfolger Aleksa Djokic vom Meister TSV Alfdorf/Lorch/Waldhausen.

Liga noch offen

Für die kommende Saison hat der Coach Dropuljic eine klare Einstellung: „Wir haben wieder die Chance, ganz oben zu stehen und können uns diesbezüglich nur selbst im Weg stehen“. Nun geht es in die Pause. In welcher Landesliga die SG Freudenstadt/Baiersbronn ab der kommenden Spielzeit an den Start gehen wird, wird sich erst Ende Juli zeigen. Dann geht es entweder wieder Richtung Baden oder Stuttgart. Oder es gibt eine ganz andere Lösung. Man darf gespannt sein.