Drei Auswärtsspiele in Folge haben die Handballerinen des VfL Nagold an den nächsten drei Wochenenden vor sich. Zunächst geht es zu einem sehr ambitionierten Team.
Im Spiel HSG Stuttgart/Metzingen 3 – VfL Nagold (Samstag, 17.30 Uhr, Sportzentrum Ösch, Halle 1, Metzingen) einen Favoriten zu benennen, ist schwer – zumal sich die beiden Teams nicht kennen. Die HSG Stuttgart/Metzingen 3 wechselte die Verbandsliga-Staffel und ist nun beim VfL Nagold in der Staffel 1 gelandet. Die vergangene Saison beendete die HSG in Staffel 2 mit 21:15 Punkten auf dem vierten Platz. Unterschätzen darf man diesen Gegner auf keinen Fall.
Ausbeute nicht schlecht
Hinzu kommt, dass sich bei der HSG im Jahr 2022 zwei Schwergewichte des Handballs zusammengeschlossen haben. Die TuS Metzingen, ihres Zeichens Frauen-Erstligist, und der Traditionsverein Stuttgarter Kickers sehen sich als „Allianz für die Zukunft des Mädchen- und Frauenhandballs zwischen Stuttgart, Fildern und Schwäbischer Alb“. Vier Frauenteams sind am Start, hinzu kommen hochklassige weibliche Jugendteams – unter anderem in der Jugend-Bundesliga.
Der Blick auf die aktuelle Spielzeit fällt dagegen für den VfL Nagold freundlicher aus. Nagold ist Tabellenvierter, hat 4:4 Punkte – keine so schlechte Ausbeute, auch weil man bereits die Hinrundenspiele gegen die drei aktuellen Top-Teams der Liga hinter sich hat.
Stuttgart unter Druck
Die HSG Stuttgart/Metzingen 3 dagegen hatte sich den Start in die Saison wahrscheinlich anders vorgestellt. Nach drei Niederlagen in Folge, hat man am vergangenen Sonntag den ersten Sieg einfahren können. Zur Wahrheit gehört aber auch: Wie Nagold traf die HSG in den ersten drei Spielen ebenfalls auf die Top drei der Liga. Und wie Nagold verlor auch die HSG gegen die SG Weinstadt deutlich – ansonsten ging es recht eng zu.
Auf den VfL kommt also ein Team zu, das sicher Qualität hat. VfL-Coach Markus Renz mahnt: „Die haben sich in allen Spielen bislang teuer verkauft und könnten bei etwas Glück auch weit oben in der Tabelle stehen.“ Auch wenn Nagold das letzte Spiel verlor, so sah Renz in dem Spiel doch viele Tugenden, die er gerne mit nach Metzingen nehmen würde. „Ich hoffe, wir schließen uns an der Leistung vor allem aus der 2. Halbzeit gegen Leonberg an“, sagt Renz.
Fulminanter Lauf
In dem knapp mit 26:27 verlorenen Spiel gegen den Spitzenreiter hatte Nagold in Hälfte 2 die Partie fast noch gekippt – auch nach einem fulminanten 6:0-Tore-Lauf. Zwar weiß auch Renz, dass sich sein Team auswärts schwer tut – doch ist er überzeugt: „Wenn wir wieder eine gute Abwehr gestellt bekommen, sind wir zumindest nicht chancenlos.“
Problem Harz
Und das Torewerfen dürfen die Nagolderinnen halt auch nicht vergessen – also geht es im Angriff darum, sich schnell an das Spiel mit Harz zu gewöhnen. Renz weiter: „Wenn wir da die ganze erste Halbzeit für benötigen, wird es schwer, den dann vermutlichen Rückstand wieder aufzuholen.“
Hoffen auf die Fans
Gut möglich ist indes auch, dass einige Nagolder Fans den Weg nach Metzingen antreten werden. Im Vergleich zu den meisten anderen Auswärtspartien, ist Metzingen fast schon Derby-Nähe – ein knappes Stündchen mit dem Auto, „nur“ gute 50 Kilometer entfernt. Coach Renz: „Da hoffe ich, dass doch der eine oder andere Fan den Weg nach Metzingen auf sich nimmt und die Mannschaft anfeuert.“