Langsam nimmt der VfL Nagold Fahrt auf. 36 Tore erzielten die Verbandsliga-Handballerinnen gegen die SG Tübingen.
VfL Nagold – SG Tübingen 36:29 (18:15). Saisonsieg Nummer zwei ist damit eingetütet. Von so einem deutlichen Sieg war im Vorfeld nicht auszugehen. Denn beide Teams standen vor der Partie am unteren Rand der Tabelle. Und der Nagolder Heimvorteil, dass in der Bächlenhalle nicht mit Harz gespielt werden darf, spielte in diesem Fall auch keine Rolle: Die SG Tübingen gehört ebenfalls zu den wenigen harzfrei spielenden Teams in der Verbandsliga.
Und dann war da noch der Anfang: Coach Markus Renz hatte offensichtlich keine Lust auf Experimente – und schickte eine erfahrene Start-Sieben aufs Feld. Doch wie es manchmal eben läuft im Handball: Die SG erwischte einen beeindruckend effektiven Start.
So lief der Start für den VfL
Vor allem die Außenspielerinnen trafen nahezu nach Belieben. „Wir sind schlecht ins Spiel gestartet, haben die ersten Minuten ein bisschen verschlafen“, analysiert Nagolds Trainer Markus Renz.
Folgerichtig fiel der Blick nach vier Minuten auf die Toranzeigetafel in der Bächlenhalle ernüchternd aus: Tübingen lag vorne, mit 4:1. „Tübingen hat’s da meiner Meinung nach auch gut gemacht“, sagt Renz.
Routiniers plötzlich voll da
Da hätte es auch weiter voll gegen den VfL laufen können. Doch interessanterweise bügelten die Routiniers des VfL Nagold den von ihnen zugelassenen Fehlstart auch wieder selbst aus. Renz jedenfalls lud nicht zur Auszeit. Und die Truppe auf dem Feld richtete es selbst. Die treffsicheren Außenspielerinnen der SG Tübingen wurden enger gedeckt, und im Nagolder Angriff setzte sich nun Routine und Effektivität durch.
Und so brauchten die Nagolder Frauen nur sieben Minuten, um den Rückstand wettzumachen. In Minute elf traf Alena Wolf zum 7:7, und zwei Minuten später besorgte VfL-Kreisläuferin Luisa Harr den ersten Führungstreffer zum 10:9. „Da waren wir dann auch die bessere Mannschaft“, verdeutlicht Renz.
VfL dreht auf
Das war’s dann auch mit den Tübinger Führungen. Fortan bestimmte immer mehr der Gastgeber das Spiel. Und mit einer doch schon deutlichen 18:15-Führung ging es in die Pause.
In der zweiten Hälfte spielte der VfL Nagold phasenweise sehr souverän. Nach drei Minuten war der VfL-Vorsprung bereits auf sechs Tore angewachsen. „Das war die spielentscheidende Phase“, ist Coach Renz überzeugt. „Da sind wir echt gut aus der Kabine gekommen.“
Zuschauer erleben sensationelles Spiel
Die Nagolder Frauen ließen damit auch die SG gar nicht erst wieder Hoffnung schöpfen. Sicher, Tübingen wehrte sich, auf allen Positionen, doch Nagold war nun das bessere Team.
Die Zuschauer erlebten also auch in Hälfte zwei einen wahren Torreigen. Der VfL Nagold zog phasenweise mehrfach auf elf Tore davon.
Nachwuchs-Talente dürfen ran
Coach Markus Renz spürte schnell, dass hier nichts mehr ins Wanken geraten würde und überließ in den letzten zehn Minuten den jüngeren Spielerinnen aus dem Team das Feld, während die Routiniers auf der Bank kräftig die Tore ihrer jungen, zum Teil aus der A-Jugend stammenden Teamkolleginnen feierten.
Die SG Tübingen setzte noch ein wenig zur Ergebniskosmetik an und machte dem auf der Platte stehenden jungen VfL-Angriffsblock zudem mit einer offensiven, aggressiven Abwehr das Leben schwer. Doch Nagold ließ nichts mehr anbrennen und feierte einen verdienten 36:29-Erfolg. „Letzten Endes dann auch ein souveräner Sieg in der Höhe“, findet Renz. Und auch die Startbilanz in die Saison sieht nun wieder freundlicher aus: „Mit 4:6 Punkten können wir doch schon ganz gut leben“, sagt der VfL-Coach.
Mit der Angriffsleistung seines Teams ist der Nagolder Trainer eh zufrieden. „36 Tore in einem Spiel – wenn das immer so wäre, da wäre, glaube ich, jeder Frauentrainer zufrieden mit.“
Der ursprüngliche Matchplan war aber ein anderer: Mit einer kompakten Defensive wollte Nagold die Tübingerinnen knacken. „Doch irgendwie entwickelte sich das von Anfang an zu einem Highscore-Game.“
So spielte der VfL Nagold
Es spielten für den VfL Nagold: Julia Völpel und Annika Thillmann im Tor, Aline Rau (10), Sofia Thomaidou (10), Alena Wolf (5), Sarah Kunz (3), Luisa Harr (2), Janina Koch (2), Alisa Kübler (2), Annemie Gauß (1), Janina Hehr (1), Sarai Brösamle, Luisa Eipper, Aileen Hofmann, Madeleine Majer und Lena Roller.
Schiedsrichter: Nicolas Bauer und David Bitz.