Nagolds Handballerinnen sind ein heimstarkes Team. Und dennoch sind am Samstag die Gäste in der Favoritenrolle. Die Spvgg Mössingen performt in dieser Saison einfach zu gut.
VfL Nagold – Spvgg Mössingen (Samstag, 20 Uhr, Bächlenhalle Nagold). Mit nur drei Minuspunkten steht Nagolds nächster Gegner, die Spvgg Mössingen, aktuell auf dem zweiten Platz in der Verbandsliga – nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter SV Allensbach 2.
Der SV Allensbach 2 hat bis dato auch als einziges Team gegen die Mössinger Frauen gewinnen können, dann gab es noch ein Unentschieden – alle anderen Spiele gingen deutlich an die Spvgg.
Gegner kein Unbekannter
In Nagold kennt man Mössingen durchaus. Oft bestritt der VfL schon Vorbereitungsspiele gegen die Spielvereinigung. Meist waren die Nagolderinnen unterlegen. Seit dieser Saison gehören nun beide Mannschaften derselben Verbandsligastaffel an.
Das Hinspiel in Mössingen war eine deutliche Sache. 30:19 siegte das Top-Team der Liga. „Also im Hinspiel war das individuell gesehen mit die beste Mannschaft der Hinrunde“, findet Nagolds Trainer Markus Renz. „Da war auf jeder Position eine Spielerin, die auch wirklich spielen konnte!“
Entsprechend chancenlos war sein Team. Zwar habe der VfL auch eine starke Phase gehabt, doch die weilte nicht lange. „Und dann waren die Akkus auch recht schnell leer.“
Dennoch, die Zeiten damals waren andere. Der VfL Nagold startete bescheiden in die Saison, doch nach dem Mössingen-Spiel kamen die Nagolderinnen besser in Fahrt. Der VfL holte sich danach in neun Spielen sieben Siege. Darunter waren auch drei Auswärtserfolge – eigentlich eine echte Seltenheit für den VfL. Mittlerweile aber offensichtlich nicht mehr.
So steht’s um das Selbstbewusstsein
Nagold tankte in den vergangenen Monaten einiges an Selbstbewusstsein, zuletzt auch mit dem Auswärtssieg vergangener Woche mit 25:19 gegen den TV Weilstetten.
Für den VfL Nagold könnte also durchaus die Zeit gekommen sein, auch mal einen Meisterschaftsaspiranten zu schlagen. Zumal es ein Heimspiel ist, in der Nagolder Bächlenhalle. Dort darf nicht geharzt werden. Der VfL Nagold ist das natürlich gewohnt, die Mössingerinnen eher nicht.
Das sagt Coach Markus Renz
Coach Renz erwartet eine ziemlich motivierte Mannschaft. „Die werden schon schauen, dass sie nirgends Punkte lassen, um an Allensbach dranzubleiben und dann im Rückspiel bei sich daheim vielleicht an denen vorbeizuziehen.“
Auch dürfte Mössingen den VfL kaum unterschätzen. „Die werden schon Respekt vor uns haben, weil wir jetzt halt doch auch gegen ein paar höherstehende Mannschaften in der Liga gewonnen haben.“ Renz ist sicher: „Die bereiten sich akribisch vor und werden das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen.“
Beim VfL Nagold herrscht pure Vorfreude auf das Spiel – auf diesen ersten Heimspieltag der Rückrunde in der Bächlenhalle, auf den positiven „Druck, mit dem die hoffentlich vielen Zuschauer das Team nach vorne pushen können“.
„Klar ist, daheim brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken“, macht der VfL-Trainer deutlich. „Da können wir an einem guten Tag auch gegen die oberen Teams gewinnen.“
Das ist der Kader
Kadertechnisch dürfte der VfL gut aufgestellt sein, wobei Torjägerin Aline Rau nochmals fehlt, zudem ist der Einsatz von Keeperin Julia Völpl ungewiss. Auch Madeleine Majer und Annette Renz werden wohl fehlen. Dennoch dürfte der Kader breit und groß genug sein, um den Mössingerinnen Paroli bieten zu können.
Markus Renz gibt voller Vorfreude die Devise aus: „Lange mithalten, gut spielen, Mössingen ärgern, ein paar Tore in Führung gehen und dann vielleicht sogar zwei Punkte mitnehmen.“
Damit würde der VfL Nagold natürlich ein Ausrufezeichen setzen. Zumal das Team eh schon mit 14:10 Punkten und auf Tabellenplatz sechs richtig gut dasteht. Im oberen Mittelfeld der Verbandsliga-Staffel 3 geht es durchaus eng zu. Platz drei ist für die Nagolderinnen nur drei Punkte entfernt.