Wenn es eine MVP-Wahl gegeben hätte, dann wäre Sophie Reime sicher eine Kandidatin für die Auszeichnung gewesen. Nagolds Spielmacherin rackerte fürs Team und erzielte mit sieben Toren auch die meisten Treffer für den VfL. Foto: Heiko Hofmann

Nichts für schwache Nerven war das Aufeinandertreffen der Nagolder Handballerinnen mit dem Spitzenreiter SV Leonberg/Eltingen. Der VfL verkauft sich gut.

Der SV Leonberg/Eltingen ist nun mal ein gutes Team, und das bewies der ungeschlagene Spitzenreiter der Verbandsliga auch in seinem fünften Spiel der Saison in Nagold.

 

Coach Markus Renz lobt sein Team

Das macht es für die Nagolder Handballerinnen auch leichter, die Niederlage zu verkraften. Denn sie verkauften sich teuer. „Das war ein gutes Spiel meiner Mannschaft“, sagt Coach Markus Renz. Sein Team überzeugte sowohl spielerisch als auch mit seiner Einstellung. Und doch schmerzt die Niederlage. Renz: „Mit nur einem Tor zu verlieren, das tut natürlich zunächst weh.“

Zunächst ist ein gutes Stichwort. Denn in der Anfangsphase kam Nagold zunächst nur holprig ins Spiel. Viele klare Chancen ließen die Nagolderinnen in den ersten Minuten liegen. Und so rief Markus Renz nach 13 Minuten sein Team zu einer ersten Auszeit zusammen. Mit 4:6 lag der VfL Nagold da hinten. Doch so richtig fruchtete die Auszeit nicht. Der SV Leonberg/Eltingen dominierte die nächsten Minuten und zog innerhalb von zehn Minuten auf 14:8 davon.

Rückstand kostet viel Kraft

So ein Sechs-Tore-Vorsprung kann im Handball schon entscheidend sein. Und im Nachhinein war er es vielleicht auch. „Das kostet viel Kraft, sechs Tore aufzuholen“, sagt der Nagolder Trainer. Doch die Nagolder Handballerinnen schafften es, diesen Vorsprung wieder aufzuholen. In die Pause ging es mit einem 14:16 aus Nagolder Sicht. In Hälfte zwei legte zunächst noch einmal Leonberg vor – auf 21:16 in der 36. Minute. Doch danach folgte eine bärenstarke Phase des VfL.

Acht-Tore-Lauf für den VfL

Die Nagolderinnen packten in der Abwehr kräftig zu, waren sehr aufmerksam, und auch im Angriff kamen sie nun zu schön herausgespielten Erfolgen. Das Heimteam setzte zu einem Acht-Tore-Lauf an und ging eine Viertelstunde vor dem Ende sogar mit 22:21 in Führung.

Plötzlich in Führung

In dieser Phase lag das Momentum also klar beim VfL Nagold. Auch dank der gut 250 Zuschauer in der heimischen Bächlenhalle hatten die Nagolderinnen nochmals alle Kräfte freisetzen können. Doch die Gäste ließen sich nicht beirren und hielten dagegen. Es folgte ein enger Schlagabtausch und auch einige aus VfL-Sicht unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen, die gegen Nagold ausfielen und schmerzten.

Letzter Freiwurf bleibt erfolglos

Fünf Minuten vor dem Ende erzielte VfL-Spielmacherin Sophie Reime nochmals den Anschluss zum 25:26. Leonberg traf ein letztes Mal, ehe Sofia Thomaidou für das letzte VfL-Tor zum 26:27-Endstand sorgte. In den letzten Sekunden hätte Nagold noch den Ausgleich erzielen können, doch Leonberg blieb in der Abwehr aufmerksam. Ein direkter Freiwurf für den VfL Nagold nach Abpfiff konnte nicht verwandelt werden.

Gegner hat „ein bisschen mehr Glück

„Mit so einer Niederlage kann ich deutlich besser leben als mit der vor einer Woche in Weinstadt“, analysierte Coach Markus Renz nach der Partie. „Manchmal gibt es halt so Spiele, in denen der Gegner ein bisschen mehr Glück hat, das eine Tor mehr wirft. Und Leonberg war halt auch kein schlechter Gegner.“

Seiner Mannschaft kann er im Prinzip auch keinen Vorwurf machen. Jede gab alles – mehr kann man im Sport nicht erwarten. „Von der Moral, von der Einstellung und auch spielerisch war das ein gutes Spiel von uns“, ist Renz wichtig anzumerken – und auch mitzunehmen in die nächsten Partien. Die werden schwer genug. Denn in den nächsten drei Wochen stehen drei Auswärtsspiele an – mal sehen, wie es gelingt, dass die Nagolderinnen ihr starkes Heimgesicht, auch in der Fremde zeigen.

VfL Nagold – SV Leonberg/Eltingen 26:27 (14:16)

Es spielten für den VfL Nagold: Emily Bayer und Denisa Ciornei im Tor, Sophie Reime (7), Alisa Kübler (6), Nastja Antonewitch (5), Sofia Thomaidou (3), Aline Rau (2), Alena Wolf (2), Sarah Kunz (1), Aileen Hofmann, Nina Kiefer, Cara Klenk, Janina Koch, Lisa Weiß. Offizielle: Marlen Dengler, Luisa Eipper, Markus Renz (Trainer) und Patrick Seyfarth (Co-Trainer).

Schiedsrichter: Jürgen Trefz, Roland Trefz