Diese zwei Punkte hatte bei den Nagolder Handballerinnen niemand eingeplant. Das Spiel gegen den SV Leonberg/Eltingen riss die Fans von den Sitzen
Mit dem 31:29-Sieg setzt der VfL in seiner Premieren-Saison in der Verbandsliga ein Ausrufezeichen. Der SV Leonberg/Eltingen war haushoher Favorit, das Team stand vor dem Auwärtsspiel in Nagold ungeschlagen mit 9:1 Punkten auf Tabellenplatz zwei und galt schon vor Saisonbeginn als einer der ganz heißen Anwärter auf die Meisterschaft.
„Und dann ärgern wir ein bisschen Leonberg …“, hatte Nagolds Trainer Markus Renz bereits nach dem Unentschieden vor einer Woche bei der Bottwar SG nebenbei erwähnt und breit gegrinst. Nun, der Mann und sein Team haben Wort gehalten. Und das Grinsen wollte nach dem gewonnenen Spiel gegen den SV Leonberg/Eltingen gar nicht mehr aus den Gesichtern der Nagolder Spielerinnen und ihres Coaches weichen.
Partystimmung war nach dem Abpfiff angesagt – ganz passend zu dem hochklassigen Handballspiel, das die 250 Zuschauer zuvor gesehen hatten. Es war nämlich nicht so, dass der Favorit aus Leonberg einen schlechten Tag erwischt hatte, im Gegenteil: Die Leonbergerinnen zeigten durchgehend, warum sie in der Tabelle so weit oben stehen. Doch der VfL Nagold erwischte eben einen noch besseren Tag.
Die Abwehr steht
„Mit der Abwehrleistung bin ich zufrieden“, sagt Markus Renz. Auch die Torhüterleistung hat gepasst. Schon traditionell war die VfL-Abwehr der Grundstein zum Erfolg. Doch gegen ein Top-Team hätte das alleine wohl nicht gereicht. Und so kam diesmal der Umstand ins Spiel, dass Nagold endlich auch im Angriff überzeugte. Von allen Positionen gab es Treffer. Die Anzahl der technischen Fehler war gering, nur mancher Konter lief ins Leere.
Auch der Angriff passt
Doch vor allem in Halbzeit zwei merkten die Nagolder Frauen, dass sie die leichten Kontertore an diesem Abend gar nicht benötigten. Das Positions-Angriffsspiel war deutlich effektiver, der Ball lief gut durch die Reihen, die Torausbeute war vergleichsweise effektiv. „Heute haben wir es im Angriff auch mal auf die Platte gebracht“, freute sich Markus Renz nach dem Spiel. Da gebe es echt wenig zu meckern. „Das war einfach echt gut gespielt!“
Ein Selbstläufer war der Sieg aber bei Weitem nicht. Denn: „Die können alle gut Handball spielen“, lobt Renz das gegnerische Team. Und so waren beide Teams über weite Strecken auf Augenhöhe. Mal lag Leonberg leicht vorne, dann der VfL Nagold. Wichtig aber für die Nagolderinnen in der ersten Hälfte: Sie merkten, dass sie mithalten konnten und spürten schon da, dass die Sensation in der Luft lag.
Schon zur Halbzeit gut dabei
Mit 13:14 aus Nagolder Sicht ging es in die Halbzeit. Da herrschte auch unter den Fans Optimismus – so gut hatten sich die VfL-Frauen bis dahin verkauft. In der zweiten Halbzeit erwischten die Gäste aus Leonberg den besseren Start, lagen nach drei Minuten bereits mit drei Toren in Führung (15:18). Doch Luisa Eipper per Doppelpack und Alena Wolf glichen schnell auf 18:18 aus. In Minute 40 brachte Aileen Hofmann mit dem 20:19 den VfL zum ersten Mal in Hälfte zwei wieder in Führung.
Nadolg zieht davon
Auf bis zu vier Tore konnte Nagold die Führung ausbauen. Und auch als in den letzten Minuten der VfL in Unterzahl spielen musste und Leonberg noch einmal herankam, blieben die Nagolder Frauen konzentriert. Spielmacherin Sophie Reime traf die letzten beiden wichtigen VfL-Tore, und sorgte somit dafür, dass der Zwei-Tore-Abstand bis zum Endstand von 31:29 gewahrt blieb.
Trainer Markus Renz lobt das Team
„Die Einstellung hat echt gepasst, jede war auch mit dem Kopf voll dabei“, lobt der VfL-Trainer seine Mannschaft. Das gilt vor allem auch für die Schlussphase. „In den letzten fünf Minuten haben wir das einfach besser ausgeführt als die Gegnerinnen und das Ganze souverän und gut runtergespielt.“ Sein Fazit nach dem Abend: „Ich bin einfach super happy!“
VfL Nagold – SV Leonberg/Eltingen 31:29 (13:14)
VfL Nagold: Julia Völpel und Denisa Ciornei im Tor, Alisa Kübler (10/davon sechs Siebenmeter), Luisa Eipper (6), Aileen Hofmann (5), Alena Wolf (3), Aline Rau (3), Sophie Reime (2), Lisa Weiß (1), Sarah Kunz (1), Janina Koch und Cara Klenk.