Sie lieferten dem Tabellenführer einen mitreißenden Fight. Doch am Ende musste sich der VfL Nagold dem SV Allensbach 2 geschlagen geben.
VfL Nagold – SV Allensbach II 27:32 (15:12). Es gibt Niederlagen, die verschmerzt ein Team leichter, zum Beispiel, weil es als klarer Underdog ins Spiel geht. Das Heimspiel der Nagolder Handballerinnen gegen den Tabellenführer SV Allensbach 2 hätte eigentlich zu solch einem Spiel werden können.
Doch direkt nach der Schlusssirene hingen die Köpfe der Nagolderinnen besonders tief. Keine Frage: Da war mehr drin gewesen.
Die Form passt
Denn der VfL Nagold präsentierte sich in allen Belangen in einer guten Form. Dabei setzte Trainer Markus Renz von Anfang an auf das ganze Team – will heißen: Alle Spielerinnen im 16er-Kader bekamen längere Einsatzzeiten. Und zumindest in der ersten Hälfte fuhr Nagold auch gut damit.
Das begann schon in den ersten Minuten, als der SV Allensbach versuchte, den VfL taktisch mit einer direkten Manndeckung zu überrumpeln. „Das hat uns schon sehr überrascht“, sagt Renz. Mehr aber auch nicht: Sein Team wusste diese ungeahnten Lücken zu nutzen. Selten machte es eine Mannschaft dem VfL so leicht, Tore zu erzielen – und so lag Nagold nach noch nicht einmal zwei Minuten Spielzeit mit 3:0 vorne.
Überrumpelungsversuche
Der Tabellenführer vom Bodensee stellte nach wenigen Minuten diese Überrumpelungsversuche ein, und nach zehn Minuten war die Partie erstmals mit 5:5 ausgeglichen.
Nagold aber überzeugte weiter, spielte konzentriert, die Angriffe auf den Punkt Zu Ende. Zudem funktionierte das Nagolder Konterspiel bestens. Und in der Abwehr kam der SV Allensbach 2 kaum durch, und VfL-Keeperin Julia Völpel lieferte eine starke Parade nach der anderen.
Nagold setzte zu einem imposanten Lauf an – und lag fünf Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte tatsächlich mit sechs Toren vorne (15:9).
Doch in den letzten Minuten bereits zeigte sich, dass der SV Allensbach Qualität hat. Nicht umsonst steht man in der Verbandsliga auf Platz eins. Mit einem 15:12 aus VfL-Sicht ging es in die Pause. Und jedem in der gut besuchten Nagolder Bächlenhalle war zu diesem Zeitpunkt klar: Das werden für beide Teams nochmals harte 30 Minuten.
Technische Fehler
In der zweiten Hälfte war das Nagolder Spiel weniger griffig, technische Fehler schlichen sich ein. „Das war vielleicht unser Genickbruch“, so Markus Renz. Zudem fing sich der VfL zwischen der 32. und der 42. Minute drei der insgesamt vier Zeitstrafen ein. Auch das bis dahin stark wirkende Abwehrbollwerk begann zu bröckeln.
Der SV Allensbach 2 wusste das gnadenlos zu nutzen. Ganz im Stil einer Spitzenmannschaft war das Spiel nach 36 Minuten wieder ausgeglichen (17:17), und in der 38. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung (18:19).
Enttäuschung groß
Der VfL Nagold brach zwar nicht ein, doch Allensbach legte deutlich vor. Neun Minuten vor dem Schluss lag der VfL das erste Mal mit fünf Toren zurück. Mehrfach kamen die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeberinnen auf drei Tore heran, doch routiniert fuhren die Gäste den für ihren Meisterschaftskampf so wichtigen Auswärtssieg ein. Mit 27:32 unterlag Nagold – und den Spielerinnen war die Enttäuschung nach dem Spiel deutlich anzusehen.
Das Fazit von Markus Renz
Fazit Renz: „Wir konnten 40, 45 Minuten mithalten, aber dann ist Allensbach davongezogen.“ Von „schwindenden Kräften“ spricht Renz beim Abwehrverhalten. Doch er stellt auch klar fest: „Allensbach hat es dann auch gut gemacht.“
Der Sieg für den Meisterschaftsaspiranten geht für Renz in Ordnung. „Das war schon verdient“, sagt er. Wenn auch vielleicht nicht ganz in der Deutlichkeit von fünf Toren Vorsprung.
Die Aufstellung
Insgesamt findet der VfL-Coach, habe sein Team gut gespielt. „Das war jetzt kein Spiel, wo wir mit dem Kopf nach unten das Spielfeld verlassen müssen.“ Im Gegenteil: Mit dieser Leistung würde man gegen 80 Prozent der Teams in dieser Liga gewinnen. Hängende Köpfe gab es dennoch zuhauf zu sehen. Letztlich will man halt doch gewinnen. Selbst gegen einen übermächtig wirkenden Gegner.
VfL Nagold: Julia Völpel und Annika Thillmann im Tor, Aline Rau (10), Nastja Seydt (6), Alena Wolf (5), Sofia Thomaidou (2), Janina Koch (1), Sarah Kunz (1), Alisa Kübler (1), Lena Roller (1), Sarai Brösamle, Luisa Eipper, Annemie Gauß, Janina Hehr, Aileen Hofmann und Karoline Wolf.